Urlaubsort-Treue

Seit 1969 macht Bergheimer jährlich Urlaub in Egmond aan Zee

Gerd Wiedemann fährt seit 50 Jahren in den niederländischen Badeort Egmond aan Zee. Die Urkunde erhielt der Bergheimer von den Vermietern seiner Ferienwohnung, die er in den vergangenen zehn Jahren gebucht hatte. In früheren Jahren hatte er auch schon andere Ferienwohnungen gemietet.

Gerd Wiedemann fährt seit 50 Jahren in den niederländischen Badeort Egmond aan Zee. Die Urkunde erhielt der Bergheimer von den Vermietern seiner Ferienwohnung, die er in den vergangenen zehn Jahren gebucht hatte. In früheren Jahren hatte er auch schon andere Ferienwohnungen gemietet.

Foto: Martin Schwarz

Bergheim/Egmond.  Seit 1969 reist Gerhard Wiedemann jährlich mindestens einmal in den niederländischen Badeort, der ihm zur zweiten Heimat wurde.

50 Jahre lang mindestens einmal jährlich in den niederländischen Badeort Egmond aan Zee reisen und dies 1969 zuerst als Jugendlicher mit den Eltern, dann als Erwachsener mit eigenen Kindern und nun mit Enkeln - auf dieses besondere Jubiläum blickt der Bergheimer Gerhard Wiedemann zurück. Beim 65-jährigen leidenschaftlichen Holland-Urlauber ist aber nicht nur eine touristische Vorliebe für die nordholländische Küste entstanden, sondern mittlerweile auch soziales Engagement für Senioren in Egmond aan Zee.

Viele Kontakte zu Niederländern

Der Bergheimer, der sich seit einiger Zeit im Arnsberger Seniorenbeirat engagiert, sucht während seiner Urlaube in Egmond aan Zee auch die sozialen Kontakte zu den vor Ort lebenden Niederländern, wobei dies weit über rein touristische Zwecke hinausgeht. „Im Postgebäude ,Post aan Zee’ gibt es einen Treffpunkt für Menschen, die ihre sozialen Kontakte über Wanderungen, Radtouren oder diverse gemeinsame Spiele vertiefen wollen. An solchen Aktionen mit Holländern habe ich auch teilgenommen und so Kontakte zu Niederländern vertieft“, berichtet Gerd Wiedemann, der mittlerweile über ganz gute niederländische Sprachkenntnisse verfügt.

So kam dann eins zum anderen. Im Frühjahr 2018 schrieb er auf niederländisch einen Beitrag für das Dorfblatt, das in Egmond verteilt wird. Danach wurde er gefragt, ob er sich in ein anderes soziales Projekt einbringen könnte. Dabei geht es um die Finanzierung eines Hospizes in Egmond, mit dessen Bau vor Kurzem begonnen wurde. Als Benefiz-Projekt wurde in englisch, deutsch und niederländisch ein Portrait-Buch über Egmond verfasst, für das auch dreisprachig mit Flyern geworben wird. Den deutschen Flyer-Text hat Gerd Wiedemann verfasst. Der Erlös des Buchverkaufs ist für den Hospiz-Bau bestimmt.

Vortrag über Sauerland geplant

Der Bergheimer hat noch weitergehende Pläne für sein Engagement in Egmond aan Zee. Im kommenden September, wenn er dort einen dreiwöchigen Urlaub verbringt, wird er im Treffpunkt „Post aan Zee“ in niederländischer Sprache einen Vortrag über das Sauerland halten und dabei auch einige Fotos aus Neheim zeigen. „So kommt Neheim zu den Holländern“, schmunzelt Gerd Wiedemann. Wer im Gespräch mit Wiedemann seine Begeisterung für die schöne holländische Küste und die lockere holländische Mentalität erlebt, erfährt auch, dass er ganz am Anfang - im Jahr 1969 - gar nicht von Egmond begeistert war. „Als damals meine Eltern, meine Tante und ich erst einen langen strapaziösen Fußmarsch von unserer Ferienwohnung bis zum Meer auf uns nehmen mussten, dachte ich in den Dünen: „Hier will ich nie wieder hin!“

Doch dann kam es ja ganz anders. 50 Jahre Urlaub in Egmond aan Zee sind gespickt mit manchen Dönekes. Schon das erste Jahr - 1969 - ist Gerd Wiedemann noch heute gut im Gedächtnis. „Durch eine Zeitungsanzeige in der Westfalenpost ist mein Vater damals auf die Idee gekommen, nach Egmond zu reisen und dort eine Ferienwohnung zu mieten“, erzählt Gerd Wiedemann und fügt an: „Die Wohnung hatte aber keinen Fernseher - und das am Tag der Mondlandung. Wir gingen also durch Dorf und schauten bei anderen Leuten durchs Fenster. Da in Holland bis heute gern auf Gardinen verzichtet wird, konnten wir die Mondlandung direkt verfolgen. Die Holländer winkten uns sogar zu!“ Schon hier wird deutlich, was Gerd Wiedemann an Holländern dann immer mehr schätzte. „Sie sind einfach lockerer drauf als wir Deutschen. Wenn in Deutschland neun Leute an einer Supermarktkasse stehen, ruft bestimmt einer: Zweite Kasse! In Holland höre ich das nicht!“

Seit zehn Jahren die gleiche Wohnung

Die schöne Lage am Meer gefallen Gerd Wiedemann und seiner Frau Manuela natürlich auch sehr. „Wir nehmen dort immer eine Ferienwohnung. Seit etwa zehn Jahren nehmen wir immer die Wohnung von Hans und Jenny Engeln “, erzählt er weiter. Zeit für Urlaub hat Gerd Wiedemann, der viele Jahre für die Zurich-Versicherung arbeitete und nun im Ruhestand ist, ja nun genug. Für den heimatbewussten Bergheimer, der mit seiner Frau in seinem Elternhaus am Bodelschwinghweg wohnt, ist Holland zur zweiten Heimat geworden. „Egmond aan Zee ist für uns der ideale Ort zum Radfahren, Wandern und tiefes Luftholen. Gern auch shoppen oder im Biergarten sitzen und die Menschen beobachten. Mit Niederländern sind viele Freundschaften entstanden. Das schönste ist für uns die Ankunft: Wir sind hier zu Hause genau wie auf Bergheim.“

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