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Seniortrainer-Projekt Bücherschrank funktioniert in Arnsberg

Karla Festersen sorgt für Ordnung im Bücherschrank am Alten Markt in Arnsberg.

Karla Festersen sorgt für Ordnung im Bücherschrank am Alten Markt in Arnsberg.

Foto: Achim Gieseke

Arnsberg.   Pro Woche werden aus den beiden offenen Schränken im Schnitt rund 100 Bücher entnommen.

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Würde es sie noch nicht geben, müssten sie erfunden werden: die beiden offenen Bücherschränke in der Halle des Bürgerbahnhofs Arnsberg und auf dem Alten Markt. Initiiert hatte dieses Projekt 2016 Seniortrainerin Karla Festersen aus Oeventrop.

Und die zieht nun, knapp zwei Jahre später, ein erstes positives Fazit. Immerhin: Pro Woche werden aus beiden Schränken im Schnitt 100 Bücher kostenlos entnommen. In anderen Worten: Arnsberg liest.

Nicht mehr als fünf Bücher auf einen Schlag einstellen

„Innerhalb von vier Wochen,“ sagt Karla Festersen, „ist der Bestand der beiden Schränke so praktisch komplett ausgetauscht.“ Die eingestellten Bücher sind zum Lesen entnommen, neue „alte“ haben die Lücken ergänzt. Was in Eigenregie der Nutzer erfolgt.

Allerdings bittet Festersen dringend darum, künftig auf einen Schlag nicht mehr als fünf Bücher in die Schränke zu legen. Aus zwei Gründen:

Kapazität der Schränke ist auf 170 Bücher ausgelegt

In der letzten Zeit seien zu viele Bücher eingestellt worden, so dass die Kapazität der Schränke mit einem Platz für jeweils rund 170 Bücher nicht mehr ausreiche.

„Zudem möchten wir der Übersichtlichkeit wegen keine hinteren oder mittleren Reihen zulassen.“ Weil das die Auswahl für die NutzerInnen unnötig erschwere. Was natürlich nicht bedeute, dass keine Bücher mehr erwünscht seien.

Aussortieren ist mühevoll

Im Gegenteil: Wer eine größere Menge an Büchern loswerden will, kann dies bei der „Engagementförderung der Stadt Arnsberg“ im Bahnhof erledigen.

„Wir bitten aber, keine Bücher aus pauschalen Aufräumaktionen zu bringen, der Anteil ungeeigneter Bücher ist dabei oft zu groß und das Aussortieren und Entsorgen macht uns viel Arbeit.“

„Karl May-Bände laufen wie geschnitten Brot“

Doch was ist der angesagte Lesestoff, der den Bücherschränken gern entnommen wird? „Das Spektrum, das weg geht, ist erstaunlich groß.“ Von besonderem Interesse seien Koch- und Backbücher sowie Romane und Krimis. „Selbst esoterische Werke oder auch Biografien finden ihre Abnehmer.“

Allerdings, so Festersen, sollten die Bücher schon noch eine gewisse Aktualität besitzen. Interessant aber im Zeitalter digitaler Superhelden: „Karl May-Bände laufen wie geschnitten Brot.“

Bücher sollten sich im akzeptablen Zustand befinden

Was wenig Sinn mache in den öffentlichen Bücherschränken angesichts des geringen Interesses seien dagegen unter anderem uralte gebundene Romane, Nachschlagwerke und „Readers Digest“-Bände. „Die stellen wir überhaupt nicht gerne ein.“

Auch sollten die Bücher sich grundsätzlich in einem akzeptablen Zustand befinden. Derzeit, sagt Karla Festersen, sei das Bücherlager aber gut gefüllt, so dass man nicht zu einer aktuellen Spende aufrufen müsse.

„Was fehlt, sind gut erhaltene Kinder- und Bilderbücher“

Mit einer Ausnahme: „Was fehlt, sind gut erhaltene Kinder- und Bilderbücher. Davon können wir aufgrund der Nachfrage nie genug haben.“

So seien die für diese Sparte reservierten Fächer in den beiden Bücherschränken doch recht übersichtlich bestückt. „Und ich muss sagen, dafür schäme ich mich schon ein bisschen.“ Was jedoch nicht an Karla Festersen liegt.

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