Verkehrssicherheit

Sicheres Fahren im Alter: Senioren informieren sich

Verkaufsleiter Uwe Lütge-Varney lässt ohne Hände am Steuer einparken. Assistenzsysteme im Auto sind ein gefragtes Thema unter den Arnsberger Senioren.

Verkaufsleiter Uwe Lütge-Varney lässt ohne Hände am Steuer einparken. Assistenzsysteme im Auto sind ein gefragtes Thema unter den Arnsberger Senioren.

Foto: Frank Albrecht

Bruchhausen.  Wenn die Reaktionsgeschwindigkeit nachlässt: Arnsberger Senioren informieren sich über die Sicherheit beim Autofahren.

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Unter dem Motto „Autofahren auch im Alter – aber sicher!“ hat der Seniorenbeirat der Stadt Arnsberg seine letzte Veranstaltung für dieses Jahr angeboten. Nach dem ÖPNV, den Fußgängern und dem Fahrrad hatten sich die aktiven Senioren diesmal auf dem Gelände der Firma Rosier in Bruchhausen dem Thema „Auto“ angenommen. Rund 60 Teilnehmer konnten dazu begrüßt werden und ließen sich von Fachleuten in Vorträgen und praktischen Vorführungen am Auto rund zwei Stunden lang ausgiebig informieren.

Möglichkeiten moderner Technik im Pkw

„Für mich war das heute nicht die erste Informationsveranstaltung dieser Art“, sagte Hausherr und Mitglied der Rosier-Geschäftsleitung Reinhard Weber. Er habe aber noch nie so einen großen Andrang dazu erlebt, lobte Weber den Erfolg der Veranstaltung für den Seniorenbeirat Arnsberg. Mobilität sei im ländlichen Raum anders definiert als in den Großstädten, weshalb dem Automobil hier auch noch ein größerer Stellenwert beigemessen werde.

Dass zudem auch die Inhalte der Veranstaltung bei den Teilnehmern angekommen sind, daran hegt Weber keine Zweifel. So hätten sich die Senioren vor allem von den technischen Möglichkeiten der modernen Autos überrascht gezeigt, wie aktiven und passiven Assistenzsystemen wie ESP, Einparkhilfe oder sogar den Entwicklungen im Bereich des autonomen Fahrens.

„Ich stehe vor der Entscheidung, mir mit über 80 Jahren ein neues Auto kaufen zu wollen“, so Manfred Pollmeier aus Arnsberg. Dazu mache er sich schon seit längerem Gedanken, wie viel Technik und Unterstützung für den Fahrer wohl sinnvoll wäre. „Auch wenn ich irgendwann zu alt sein werde, um sicher ein Auto zu steuern, ist es heute für noch sehr wichtig für mich und meine Mobilität“, erklärt der Uentroper. Die Information des Seniorenbeirates habe ihm aber gezeigt, welche bedeutende Rolle regelmäßige Tests für die Sicherheit der Senioren im Verkehr spielen.

Seh- und Reaktionstests

Clemens Fischer von der Verkehrswacht Arnsberg-Sundern gab einen allgemeinen Überblick über die Unfallrisiken im Verkehr. Darüber hinaus informierten die Fahrlehrer Reimund Wahlich und Fritz Bullert über die Möglichkeiten für Senioren und andere Autofahrer, durch Fahrstunden in Form begleiteten Fahrens die eigene Verkehrstüchtigkeit überprüfen zu lassen.

„Senioren machen im Verkehr keine alterstypischen Fehler“, sagte Clemens Fischer von der Verkehrswacht. Vielmehr sei das korrekte Sehen bei den älteren Menschen ein Problem, das sich bei der richtigen Einschätzung von Abstand, Vorfahrt oder beim Abbiegen zeige. „Es ist die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, die nachlässt“, so Fischer.

So funktioniere häufig die motorische Umsetzung nicht mehr so wie bei den jungen Menschen in Straßenverkehr. Ein ganz normaler Alterungsprozess, dem man sich nicht entziehen könne. 90 Prozent der Informationen auf der Straße würden visuell – also über die Augen – aufgenommen. Einzig eine regelmäßige Teilnahme an Seh- und Reaktionstests könne über die individuellen Fähigkeiten im Straßenverkehr informieren.

Seniorenbeirat ist zieht Bilanz

Ulrich von Dreusche aus dem Vorstand des Seniorenbeirates Arnsberg wertete die Veranstaltung als Erfolg. In der Begrüßung der Gäste hatte von Dreusche angemerkt, das Auto bleibe „des Deutschen liebstes Kind“, auch wenn in den Städten bereits verstärkt nach Alternativen für die Aufrechterhaltung der Mobilität gesucht werde.

„Realistisch betrachtet bleibt das Auto also erst noch der Mittelpunkt“, so von Dreusche. Über diesem Mittelpunkt der Mobilität konnten sich die Teilnehmer des Info-Nachmittages auch aktiv informieren. Rosier-Mitarbeiter stellten technische Assistenzsysteme vor und luden zum Mitfahren ein.

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