Übernachtung

Sogar ganze Häuser in Arnsberg und Sundern über Airbnb im Angebot

Den Schlüssel zu vielen Wohnungen und Häusern im Sauerland können Reisende mittlerweile auch über die Plattform Airbnb bekommen. Die ist allerdings wegen ihrer Geschäftsbedingungen in der Kritik.

Den Schlüssel zu vielen Wohnungen und Häusern im Sauerland können Reisende mittlerweile auch über die Plattform Airbnb bekommen. Die ist allerdings wegen ihrer Geschäftsbedingungen in der Kritik.

Foto: dpa/Jens Kalaene

Arnsberg/Sundern.   Arnsberger und Sunderner bieten Unterkünfte über die Online-Plattform Airbnb an. Häufiger als Privatzimmer finden Nutzer Ferienwohnungen.

Wer auf der Online-Plattform Airbnb vor einigen Jahren nach Unterkünften in Arnsberg und Sundern gesucht hat, der hatte sich schnell durchgeklickt durch die Bilder von Schlafräumen, Bädern und Balkonen mit Ausblick auf den Arnsberger Wald.

Mittlerweile bieten eine ganze Reihe von Eigentümern Zimmer oder Wohnungen auf der Plattform an, teilweise sogar ganze Häuser.

Airbnb: Wohnung in Arnsberg sind ab 22 Euro zu haben

Wohnungen sind pro Übernachtung ab 22 Euro zu haben, ganze Häuser kosten Urlauber zwischen 39 Euro und 470 Euro pro Nacht – dann allerdings schon mit 20 Betten. Wer über Airbnb eine Unterkunft rund um Arnsberger Wald und Sorpesee sucht, hat mittlerweile die Auswahl zwischen mehreren dutzend Unterkünften. Als „Reich der Entspannung“, „Freizeitwohnung mit Sonnenbalkon“ oder „Unterkunft, die keine Wünsche offen lässt“ werden sie angepriesen.

„Häufig werden über Airbnb klassische Ferienwohnungen vermittelt, ähnlich wie bei bisher üblichen Online-Plattformen für Ferienwohnungen“, erklärt Annette Baumeister vom Verkehrsverein Arnsberg. Das heißt, es handele sich in der Regel nicht um neue Angebote, sondern um bereits bestehende Ferienwohnungen, die zusätzlich auf diesem Wege vermarktet würden.

Hotelbetreiber beobachten Entwicklung kritisch

Und tatsächlich: Wer sich die lokalen Angebote genauer anschaut, findet nur selten Zimmer in Privatwohnungen, die die Bewohner mit ihren Gästen teilen – so das ursprüngliche Konzept des im Silicon Valley gegründeten Unternehmens, das nach eigenen Angaben bereits mehr als fünf Millionen Unterkünfte weltweit listet.

Betreiber klassischer Hotels und Ferienwohnungen beobachten die Entwicklung kritisch, auch wenn sie in Arnsberg und Sundern noch nicht die Dimension erreicht hat wie in Großstädten. „Uns betrifft es im Moment noch nicht so hart“, erklärt Dietmar Wosberg. Der Arnsberger Gastronom ist Präsidiumsmitglied im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, kurz Dehoga, in Westfalen.

Vermietung von Einliegerwohnungen oder Zimmern ist lukrativ

Dennoch beobachte der Verband den Trend und setze sich vor allem für mehr Transparenz ein. Wosberg sieht vor allem die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung. „Die Auflagen für Hoteliers sind sehr hoch geworden“, sagt er. Anforderungen in Sachen Hygiene- und Sicherheitsstandards müssten aus seiner Sicht konsequenter von allen Anbietern eingefordert werden, um für gleiche Bedingungen zu sorgen.

Für viele private Eigentümer erscheint es lukrativ, frei Einliegerwohnungen oder einzelne Zimmer auf diese Weise zu vermieten – zumal sich so bei guter Auslastung unter Umständen höhere Einnahmen erzielen lassen als bei einer klassischen monatsweisen Vermietung.

Das sagt Haus und Grund zur Weitervermietung

Wer selbst Mieter ist und ein Zimmer oder die ganze Unterkunft bei Airbnb anbieten will, sollte jedoch aufpassen, sagt Wilfried Gothe, Geschäftsführer von Haus und Grund in Neheim-Hüsten.

„Untervermietungen sind nur mit Zustimmung des Vermieters zulässig.“ Und: „Alles Mietrechtliche sollte immer schriftlich festgehalten werden.“ Nur so könne man im Falle von Streitigkeiten die getroffene Abmachung auch nachweisen.

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