Interview

SPD Arnsberg erhofft Aufwind durch Kanzlerkandidat Schulz

Tobias Krätzig: SPD-Stadtverbandsvorsitzender

Tobias Krätzig: SPD-Stadtverbandsvorsitzender

Foto: Ted Jones

Arnsberg.   Arnsberger SPD will im Wahljahr 2017 mit alten Idealen und gut besetzten Themenfeldern überzeugen. Tobias Krätzig leitet den Stadtverband.

Seit Ende vergangenen Jahres führt der Oeventroper Tobias Krätzig die Arnsberger SPD als von der Mitgliederversammlung bestätigter Vorsitzender des Stadtverbandes. Zuvor war er kommissarischer Nachfolger vom zurückgetretenen Gerd Stüttgen gewesen. Die Redaktion sprach mit ihm über seine Ziele.

Welche neuen Impulse wollen Sie der Arnsberger SPD geben?

Tobias Krätzig: Prägend für die SPD vor Ort werden in der nächste Zeit Margit Hieronymus, Dirk Wiese und Martin Schulz sein. Meine Aufgabe wird es sein, zusammen mit Vorstandskollegen den Wahlkampf zu unterstützen und Einsätze zu koordinieren. Ob ich dafür neue Impulse geben werde, kann ich nicht sagen. Fakt ist aber, dass ich es auf meine mir eigene Art erledigen werde.

Nach und nach verliert die Arnsberger SPD ältere und verdiente Mitstreiter durch Austritt, Krankheit oder Alter, Wie wollen Sie diesen Aderlass inhaltlich kompensieren?

Es ist natürlich immer schwer, wenn eine vertraute Stütze unserer Partei ausfällt. Austritte bei aktiven Mitgliedern sind zum Glück sehr selten. Wenn Genossinnen oder Genossen aufgrund von Alter kürzer treten möchten, können wir das meist planen. Es gelingt uns daher meist gut, die sich abzeichnenden Lücken frühzeitig mit engagierten Personen zu schließen.

Wie sieht es um die Nachwuchsgewinnung der Arnsberger Sozialdemokraten aus?

In den letzten zehn Jahren ist leider ein deutlicher Mitgliederverlust zu bemerken. Uns geht es da nicht anders als anderen Vereinen. Es ist wichtig, inhaltlich breit aufgestellt zu sein. Themen müssen konsequent besetzt werden. Viele neigen heute dazu, sich insbesondere für Dinge zu interessieren, die sie direkt betreffen. Beispiel ist die aktuelle Petition für die Wiedereinführung des G9-Abiturs. Diesen Menschen müssen wir Antworten und auch eine Heimat bieten können.

Als Vorsitzender der SPD haben sie keinen Sitz im Stadtrat. Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit der Fraktion vor?

Mitglied der Fraktion bin ich seit Beginn dieser Legislaturperiode. Als sachkundiger Bürger nehme ich daher regelmäßig an Fraktionssitzungen teil und habe einen guten Überblick über das Geschehen im Stadtrat und den Ausschüssen. Nun ist die Fraktion kein Teil der SPD. Daher beschränkt sich die Zusammenarbeit eher auf die Vorbereitungen für die Wahlen - insbesondere die Nominierung von Kandidaten. Da ist enge Absprache mit den Ratsmitgliedern nötig.

Sie sind mit 27 Jahren ein junger Vorsitzender. Wie wollen Sie die älteren Genossen langfristig auf dem Weg in die Zukunft mitnehmen?

Es geht alleine darum, dass wir unseren Idealen treu bleiben. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Wenn ich diesen Leitbildern folge, bin ich mir der Unterstützung aller Parteimitglieder gewiss.

Die SPD wurde zwölf Jahre von Gerd Stüttgen geführt? Was wollen Sie in der Art der Parteiführung anders machen?

Das kann ich nicht beantworten. Politik und damit auch die Parteiführung sind von so vielen Faktoren abhängig, die weder ich noch ein anderer beeinflussen kann. Der Weg, der mir gestern noch einzig richtig erschien, kann heute schon ins absolute Chaos führen. Grundsätzlich ist es die Partei, ihre Mitglieder, die den Weg vorgeben.

Warum sind Sie Sozialdemokrat geworden?

Es ist jetzt schon über zehn Jahre her, dass ich in die SPD eingetreten bin. Mit der Politik der damaligen Bundes- und Landesregierung war ich nicht zufrieden. Teilweise habe ich die Entscheidungen auch nicht verstanden. In meinem jugendlichen Leichtsinn war mir klar, dass ich meinen Teil dazu beitragen will, damit es besser wird. Letztendlich habe ich bei der SPD die meisten Überschneidungen zu meinen Vorstellungen gefunden. Den Entschluss habe ich auch bis heute nicht bereut.

Was versprechen Sie sich für die Arnsberger SPD durch Martin Schulz als Kanzlerkandidat?

Martin Schulz gibt der Politik insgesamt ein menschliches Gesicht. Durch seinen Weg zeigt er auf, dass es auch in Deutschland möglich ist, durch harte Arbeit voran zu kommen. Das macht vielen Mut, die sich auch von der Arnsberger SPD abgewendet haben, und davon profitieren wir natürlich ungemein.

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