Flüchtlinge

Spielraum für echte Integrationsarbeit

Viele Mitbürger setzen sich weiterhin aktiv für die Flüchtlinge ein.

Foto: Thora Meißner

Viele Mitbürger setzen sich weiterhin aktiv für die Flüchtlinge ein. Foto: Thora Meißner

Arnsberg.   Es kommen zwar deutlich weniger Flüchtlinge, doch die ehrenamtliche Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist ungebrochen groß.

Die Zahlen von Zuwanderern mit Flüchtlingshintergrund sind in Arnsberg gegenüber dem Jahr 2015 um 80 Prozent zurückgegangen. Weiterhin groß ist das ehrenamtliche Engagement bei der Begleitung und Unterstützung der Menschen aus den Krisengebieten. Für die Integrationsbemühungen in der Stadt sind das gute Voraussetzungen.

700 ehrenamtliche Helfer im Stadtgebiet

Erst beim Dreikönigsempfang vor einer Woche ging Bürgermeister Hans-Josef Vogel darauf lobend und stolz ein. „Wir haben hier 700 ehrenamtliche Menschen, die sich für das An- und Weiterkommen dieser neuen Bürger auf unterschiedlicher Weise einsetzen“, so Vogel, „Integration gelingt bei uns, weil wir gelernt haben, postmigrantisch zu denken“.

Flüchtlinge würden in Arnsberg als „von der Zukunft her mögliche Staatsbürger“ mit gleichen Pflichten und Rechten sowie der Verschiedenheit aller Privatpersonen gesehen.

Rund 1 400 „Flüchtlinge“ in Stadt

Rund 1 400 Menschen, die sich in jüngerer Vergangenheit als Flüchtlinge auf den Weg gemacht haben, leben aktuell in Arnsberg. Davon warten derzeit 645 noch auf eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hinsichtlich ihres Asylbegehrens.

Für 616 „Arnsberger Flüchtlinge“ wurde bereits durch das BAMF oder durch Gerichte eine Schutzbedürftigkeit, verbunden mit einem Aufenthaltsrecht, festgestellt.

Pestalozzischule soll Integrationszentrum werden

Weitere 141 Personen in Arnsberg besitzen genau diesen Aufenthaltstitel nicht, können aber aus rechtlichen Gründen nicht ausreisen. Unter anderem, weil medizinische Gründe vorliegen oder die Herkunftsländer einer Rückführung nicht zustimmen.

Der Verein Neue Nachbarn Arnsberg (NNA) ist ein inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus beachtetes Engagement-Projekt, in dem Flüchtlinge ehrenamtlich für andere Zuwanderer aktiv werden.

In der Pestalozzischule, wo bald nach angepasster Konzeption ein mit Fördermitteln stark bezuschusstes Engagement- und Integrationszentrum eingerichtet werden soll, haben die „Neuen Nachbarn“ am Wochenende gerade erst ein neues Angebot vorgestellt.

„Welcome Kids“

Unter dem Motto „Welcome Kids“ sollen den Kindern aller Nationen in einem Spielraum kulturelle, lehrreiche, künstlerische und unterhaltsame Aktivitäten geboten werden.

Der stellvertretende Vorsitzende der Neuen Nachbarn, Maram Damour, stellte das Vorhaben nun interessierten Familien vor. „Wir möchten, dass es den Kindern gut geht“, sagt NNA-Vorsitzender Ali Altaia. Zum Auftakt wurden flauschige Teddys an die Kinder verteilt.

Vogel freut sich über Eigeninitiative der Flüchtlinge

Diese Eigeninitiative macht Bürgermeister Vogel übrigens besonders stolz. „Die Menschen, die bei uns Schutz gesucht und gefunden haben, haben Arnsberg sofort als Stadt des bürgerschaftlichen Engagements verstanden und antizipiert“, sagte er beim Dreikönigsempfang im Sauerlandtheater vor einigen Tagen.

Nur nur 301 Personen im Asylheim

Von „Flüchtlingskrise“ kann in Arnsberg längst keine Rede mehr sein. Auf allen Arbeitsebenen hat sich die Lage entspannt. In den städtischen Unterkünften lebten zu Beginn 2017 nur noch 301 Asylbewerber.

Zum Jahreswechsel 2015/16 waren es noch 761. 950 schutzbedürftige Menschen konnten mit Unterstützung ehrenamtlicher HelferInnen und der Stadtverwaltung in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich in privaten Wohnraum vermittelt werden.

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