Brasilieninitiative

St. Petri Hüsten spendet 32.705 Euro für Kinder in Brasilien

Michael Swoboda (4. von links) übergibt den Spendenscheck an Maria Martiliana Rodrigues (3. von rechts) und Johannes Niggemeier (links). Weitere Unterstützer: Ulf Parzonka (3. von links) Pfarrer Daniel Meiworm (4. von rechts), Manfred Groll (rechts) sowie die Sternsinger-Organisatoren.

Michael Swoboda (4. von links) übergibt den Spendenscheck an Maria Martiliana Rodrigues (3. von rechts) und Johannes Niggemeier (links). Weitere Unterstützer: Ulf Parzonka (3. von links) Pfarrer Daniel Meiworm (4. von rechts), Manfred Groll (rechts) sowie die Sternsinger-Organisatoren.

Foto: Achim Benke / WP

Bruchhausen.  Über 32.705 Euro von der katholischen Kirchengemeinde St. Petri Hüsten freut sich die Brasilieninitiative Avicres.

Einen Spendenscheck in Höhe von 32.705 Euro übergab Gemeindereferent Michael Swoboda von der katholischen Kirchengemeinde St. Petri Hüsten an die neue erste Vorsitzende der Brasilieninitiative Avicres, Maria Martiliana Rodrigues, und deren ehemaligen Vorsitzenden Johannes Niggemeier. Heute ist er Präsident des Beirates.

Die Spendensumme kam bei der Sternsinger-Aktion 2019 aus der gesamten Kirchengemeinde zusammen. Die Spendenübergabe fand im Pfarrgemeindehaus Bruchhausen statt. Zwischen 2013 und 2019 wurden durch die Sternsinger-Aktion von St. Petri insgesamt 197.784 Euro gespendet.

In Bruchhausen startete vor einigen Jahren Manfred Groll die erste Spendenaktion. Der Paderborner Religionspädagogen Niggemeier war sein damaliger Lehrer.

Niggemeier hat mit Pfarrer i. R. Karl Tewes (Bergheim) studiert und ist heute noch mit ihm befreundet. Niggemeier (80) ging vor 35 Jahren nach Brasilien. Der damalige Bischof Dom Adriano Mandarino Hypólito hatte ihn gebeten, eine Initiative für Straßenkinder zu gründen. Diese sollte „ein soziales Werk als Laienbewegung und ökumenisch“ sein. Es entstand die „Brasilieninitiative Avicres“.

Niggemeier erinnert sich an die Anfänge: „Wir hatten gegen viele Widerstände zu kämpfen. Das ist noch heute so.“

Das Schlimmste war, dass Niggemeier entführt werden sollte, weiterhin hat man ihm eine Pistole an den Kopf gehalten und ihn zusammengeschlagen. Noch heute schränkt ihn das Trauma in Bereichen des täglichen Lebens ein.

Seinen Bischof hat man entführt, geknebelt und mit heißer, roter Farbe übergossen. Trotzdem hat Niggemeier nicht aufgegeben. Heute werden 400 Straßenkinder in einem der schlimmsten Armenviertel (Favela) von der „Tag und Nacht-Einrichtung“ in Nova Iguacu betreut.

Sie liegt im Gebiet von Baixada Fluminense im Großraum Rio de Janeiro. Man nennt das Viertel trotz der großen Armut „Lirio do Vale“ (Lilie des Tales).

Haus der Hoffnung

Im „Casa de Esperanza“ (Haus der Hoffnung) gibt es für die Straßenkinder Wohnhäuser, Kindertages­stätten, eine Gesundheitsstation, landwirtschaftliche Ausbildung, Aus- und Weiterbildungen sowie Handwerkseinrichtungen.

Maria Martiliana Rodrigues berichtete von der Arbeit der Brasilieninitiative im Bruchhausener Pfarrgemeindehaus. Besonders hob sie die therapeutische Betreuung der Kinder hervor. „Sie sind keine normalen Kinder und haben keine normale Kindheit. Keiner will sie haben. Ein Familienleben kennen sie nicht“, betont sie.

Es ist viel Gruppenarbeit erforderlich. Zusätzlich gibt es ein Orchester und Trommelgruppe. „Das Spielen im Orchester vermittelt Harmonie und das Trommeln baut Aggressionen ab. Nach nur zwei Monaten üben gab es schon die erste Aufführung“, so Rodriges.

Besonders stolz ist sie, dass ein Ingenieur einer Jugendgruppe die Computer-Technik ehrenamtlich näher bringt. „Innerhalb eines Jahres sind sie fast perfekt. Ein Jugendlicher hat schon in einem Unternehmen einen Arbeitsplatz bekommen“, berichtet die Vorsitzende.

Ergänzung zur Schule

Des Weiteren arbeiten sie mit den Kindern an ihrer Sprache und Ausdrucksweise.

„Wir sind nur eine Ergänzung zur Schule“, meint Niggemeier. Die Kinder und Jugendlichen sind bis zum 18. Lebensjahr in der Einrichtung von Avicres. Danach sind sie wieder auf sich gestellt.

Ein weiteres Projekt ist das „Familienpastoral“. Drei Germeter Ordensschwestern (Serviam) arbeiten und betreuen seit fünf Jahren die Familien der Kinder und organisieren Gruppenarbeit.

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