Mittwochsinterview

Stadtmarketing: Tatjana Schefers will strahlendes Arnsberg

Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers.

Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers.

Foto: Martin Haselhorst

Arnsberg.   Im „Mittwochsinterview“ spricht die künftige Arnsberger Stadtmarketing-Managerin Tatjana Schefers über ihre Aufgabe und Vielfalt in der Stadt.

Lange wurde in der Stadt über den neu zu schaffenden Posten diskutiert. Am kommenden Montag nun tritt Tatjana Schefers aus Lendringsen ihren Dienst als Stadtmarketing-Managerin der Stadt Arnsberg an. Vor ihrem ersten offiziellen Arbeitstag traf sie sich im R-Café mit der Redaktion zum „Mittwochsinterview“.

Was hat Sie an der Stelle in Arnsberg gereizt?

Tatjana Schefers: Ich habe die Ausschreibung gesehen und mir gesagt: Toll, das würde ich gerne machen. Arnsberg ist eine tolle Stadt und mir war sofort klar, dass ich hier gerne arbeiten würde. Das passt.

Hatten Sie bislang irgendwelche Bezüge zu Arnsberg?

Ja klar. Von Lendringsen nach hier ist es ja nur ein Katzensprung. Natürlich kommt man da auch nach Arnsberg - zum Shoppen, für Kultur oder in die Gastronomie. Das hat sich somit für mich ganz normal angefühlt. Schließlich habe ich im Fresekenhof in Neheim geheiratet und im R-Café meinen Hochzeitssektempfang gegeben. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, ich kenne hier alles. Da gibt es noch viel zu tun.

Kennen Sie die Vorgeschichte der Ausschreibung Ihrer Stelle?

Natürlich habe ich das alles und auch den bisherigen erfolgreichen Stadtmarketingprozess verfolgt. Mit weiteren Details habe ich mich zum Vorstellungsgespräch vertraut gemacht. Da war ich sicher schon recht gut vorbereitet.

Wo liegen die Unterschiede in der neuen Tätigkeit zu Ihrer bisherigen Arbeit in Olpe?

Olpe ist wesentlich kleiner. Da war ich operativer tätig als jetzt. Ich sehe meine Aufgabe hier deutlich konzeptioneller. Es gibt hier die Stadtteilmarketing-Organisationen, die gut arbeiten. Mit denen habe ich mich auch schon getroffen. Olpe ist nur eine Kernstadt. Das stellt sich in Arnsberg ganz anders dar.

Welche besondere Fragestellungen sehen Sie für Arnsberg?

Priorität hat für mich zunächst, ein Kommunikationskonzept zu erarbeiten. Es ist wichtig, dass sich dabei alle Beteiligten mitgenommen fühlen. Vielleicht haben ja einige auf eine Position gewartet, die die Menschen jetzt zusammenbringt.

Haben Sie die wahrzunehmende Konkurrenz zwischen den Ortsteilen von außen eigentlich auch schon so gesehen?

Nein. Ich habe die unterschiedlichen Schwerpunkte der Ortsteile zwar wahrgenommen, das aber nicht als Konflikt gesehen. Im Gegenteil - eher als Vielfalt. Vielleicht hat genau das bislang dem Innenmarketing ein wenig gefehlt.

Gibt es aus Ihrer Sicht irgendetwas Positives am Kirchturmdenken?

Es ist doch normal, dass man, wenn man Stärken erkannt hat, diese auch weiterentwickeln möchte. Wir müssen es jetzt schaffen, die einzelnen Stärken der Orte gesamtstädtisch zu nutzen. Dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Wen muss man für diesen Prozess gewinnen und packen? Die Verkehrsvereine oder die Menschen?

Das muss ich genau noch identifizieren. Ich will jetzt losgehen und Menschen kennenlernen. Ich werde Klinkenputzen gehen und will viele Netzwerke knüpfen. Stadtmarketing macht man nicht vom Schreibtisch aus.

Was muss das Ziel eines Stadtmarketings für Arnsberg sein?

Es geht darum, die Stadt als Standort zum Leben und Arbeiten bestmöglich gegen Mitbewerber aufzustellen. Es ist ein Werben um Menschen. Die Stadt ist ein Produkt, das bestmöglich verkauft werden muss. Arnsberg hat da eine große Stärke - es ist in seiner Vielfalt aus meiner Sicht unschlagbar.

Was ist bislang Ihr Lieblingsplatz in Arnsberg?

Jetzt würde ich sagen, der Wildwald Voßwinkel. Ich liebe es, darin herumzulaufen. Ich habe alle großen Orte ja schon gesehen, will aber auch alle Dörfer kennenlernen. Am liebsten zu Fuß. Mein Mann und ich wandern gerne. Apropos Wandern. Der Sauerländische Gebirgsverein ist meines Erachtens ein großes Pfund für Arnsberg.

Und was sind die anderen Pfunde?

Arnsberg ist ein starker Wirtschaftsstandort. Die Stadt hat historisches Potenzial und ist ein bedeutender Einzelhandelsstandort. Und da spreche ich bewusst von ganz Arnsberg. Jeder Ort der Stadt kann hier vom Erfolg des anderen profitieren.

Was halten Sie vom Drei-Säulen-Modell der Stadt mit Einkaufen in Neheim, Freizeit in Hüsten und Kultur und Gastronomie in Arnsberg?

Als Ausdruck der Kernkompetenzen ist das okay. Das bedeutet aber nicht, dass die jeweils anderen Stadtteile hier keine Potenziale haben. Auch diese gilt es zu entwickeln. Da können alle Ortsteile voneinander lernen.

Wieviel eigene Identität darf bleiben und ist für den Prozess des Stadtmarketings nicht behindernd?

Diese Diskussion ist nur zu menschlich. Das kennen wir in Deutschland und auch in der Europäischen Union. Gemeinsam kommt man aber weiter als alleine. Es ist gut, sich in seinem Heimatort wohlzufühlen. Wichtig aber ist zu erkennen, dass man gemeinsam mehr erreicht. Je mehr Ausstrahlung man als Stadt haben möchte, desto größer muss man sich nach außen als Einheit darstellen. Und wir wollen als Arnsberg doch überregional strahlen.

Was wird am kommenden Montag Ihre erste Amtshandlung sein?

Ich werde mir einen Parkplatz suchen, mein kleines aber feines Büro beziehen und meine Kollegen im Bürgermeisteramt begrüßen. Und dann muss ich mich sofort um die verkaufsoffenen Sonntage 2019 kümmern. Da müssen wir uns dringend mit beschäftigen.

Wie viele Weihnachtsmärkte braucht die Stadt Arnsberg?

Ganz klar: Davon kann man in der Stadt doch nie genug haben.

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