Entwicklung

Stadtplanung: Arnsbergs Altstadt soll attraktiver werden

Die Arnsberger Stadtplanerinnen Michaela Röbke und Dr. Birgitta Plass sowie Hans-Joachim Hamerla und Jens Ebener vom Büro ASS informierten über die Pläne für die Arnsberger Altstadt.  

Die Arnsberger Stadtplanerinnen Michaela Röbke und Dr. Birgitta Plass sowie Hans-Joachim Hamerla und Jens Ebener vom Büro ASS informierten über die Pläne für die Arnsberger Altstadt.  

Foto: Frank Albrecht

Arnsberg.  Die Baukultur in der Arnsberger Altstadt hervorheben und sie gleichzeitig lebenswerter für die Bürger machen – das ist das Ziel der Stadtplaner.

Die Bürger sind jetzt über konkrete Vorschläge für die Entwicklung der Altstadt laut integriertem Handlungskonzept informiert worden. Im April hatte es bereits eine Infoveranstaltung gegeben, bei der Bürger sich mit Ideen und Wünschen einbringen konnten. Einen großen Teil davon konnten die Besucher jetzt in den vom Büro „Architektur – Stadtplanung – Stadtentwicklung“ (ASS) aus Düsseldorf entwickelten Vorschlägen wiederfinden.

Entgegen der ersten Veranstaltung spielte das Thema „Parken“ am Abend eher eine untergeordnete Rolle. Diesmal verfolgten aber auch nur rund 30 Teilnehmer Präsentation und Diskussion in der Kulturschmiede.

„Ein Stück Stadt mit Historie und Vielfalt erhalten, stärken, weiterentwickeln“, stellte Planer Hans-Joachim Hamerla die Überlegungen vor. „Wir sind jetzt seit eineinhalb Jahren in der Altstadt unterwegs und haben bewusst keine isolierte Zielrichtung.“ Die Arnsberger Altstadt müsse als historisch gewachsener Stadtteil gesehen werden, bei dem kein Thema nur einseitig gesehen werden könne. „Wir brauchen eine Gesamtvorstellung für die Altstadt und nicht nur eine grandiose Maßnahme“, mahnte Hamerla an.

Sieben Schwerpunkte für die Entwicklung Arnsbergs

So hat die Vorstellung des Büros ASS sieben Schwerpunkte aus den letzten Diskussionen herausgearbeitet, die im Einzelnen vorgestellt wurden. Von der „Baukultur als Gesamtkunstwerk“ über die „Historische Achse“, „das nordwestliche Eingangstor der Altstadt“, den „Neumarkt“, ein „Shuttle zwischen Schloss und Kloster“, die „Anbindung von Schlossberg und Oberstadt über einen Aufzug oder eine Schrägbahn“ bis zum Anspruch „Durch die Altstadt auf historischen Pfaden“ reichte die Liste der konkret angesprochenen Ideen und Möglichkeiten.

„Das ist eine großes Projekt, das sich nicht in einem Aufschlag umsetzen lässt“, so Hamerla. Ziel sei es, nach und nach die Maßnahmen für die Altstadt zu entwickeln und dem Fördergeber zu präsentieren. Generell geht es um die Aufwertung des Erscheinungsbildes der Altstadt. Ein Fassadenprogramm, das zur Hälfte gefördert werden kann, soll dabei die Baukultur hervorheben.

Vorgehensweise gegen wildes Parken in der Altstadt

Aufenthaltsqualität und Erscheinungsbild stehen auch bei der Veredelung des öffentlichen Raums entlang der so genannten historischen Achse im Vordergrund: Von der Klosterstraße bis zum Alten Markt sollen die Straßen umgebaut werden. Dabei wird dem Auto nicht mehr der bislang eingeräumte Platz gegeben und die Mobilität mit dem Fahrrad stärker betont.

Ein heißes Thema bleibt nach wie vor die Parkplatzregelung auf dem Steinweg / Alter Markt. „Wir brauchen hier einen eindeutigen Umbau“, so Hamerla. Es sei schwierig kurzfristige Regelungen zu finden, die auch eingehalten würden. Das Abpollern bleibe als einzige Lösung bestehen. Ein Umbau der Straße unter Verwendung historischer Bodenbeläge erweise sich als geeignet, den ursprünglichen Charakter zu betonen.

Bahn könnte hoch bis zum Arnsberger Schloss führen

Entlang der historischen Achse könnte der Neumarkt als lebendiger Platz zum wirklichen Zentrum werden, der auch als Mobilitätsstation funktioniere. Ein Shuttle-Bus zwischen Kloster und Schloss könnte hier Halt machen und ein Umsteigen in andere Richtungen als Drehscheibe für Verkehr ermöglichen. Sehr praxisnah sieht das Büro ASS den Anschluss von Schloss und Oberstadt durch eine Schrägbahn. Die, so stellte das Büro vor, würde von einer Talstation in der Nähe des Einkaufszentrums Ruhrstraße mit Stopp in der Oberstadt bis zum Schloss führen. Nötige Parkplätze unten wolle man über ein Ständerwerk generieren, dass den Parkraum für Einkäufe nicht einschränke. Bereits gelungene Vorschläge aus anderen Städten wie zum Beispiel der Erlebnisaufzug an der Burg Altena wurden den Teilnehmern als Foto gezeigt. Ziel sei hier eine alltagstaugliche Lösung.

Hamerla sieht diese und weitere Vorschläge als Mittel zur „Vitalisierung des Wohnstandortes“. Als Teil der allgemeinen Quartiersentwicklung stehe das Erscheinungsbild des Stadtteils in Verbindung mit einer Steigerung der Lebensqualität im Vordergrund. Das betreffe vor allem die Aufbesserung der Eingangstore in die Altstadt von der Jäger- und Königstraße aus wie über die Klosterstraße als Entrée zum Kloster. Einige Bürger sprachen ihr Lob für die mutigen Vorschläge aus. „Es ist schon toll zu sehen, was Arnsberg sich zu denken traut“, so ein Teilnehmer.

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