Minigolf

Stadtsportverband Arnsberg will Stadtmeisterschaft aufwerten

Minigolf-Stadtmeisterschaft: Michael Ternes beim Schlag.

Minigolf-Stadtmeisterschaft: Michael Ternes beim Schlag.

Foto: Martin Haselhorst

Neheim.  Minigolf auf der Neheimer Anlage war der Auftakt. Jetzt will der Stadtsportverband alle Stadtmeisterschaften für den Breitensport aufwerten.

Die Idee ist gut und kommt an: Rund 90 Teilnehmer kamen zur Stadtmeisterschaft im Minigolf auf die Anlage des MSK Neheim-Hüsten und versuchten sich - fast alle erstmals wettkampfmäßig - an der Präzisionssportart. Der Stadtsportverband Arnsberg will künftig die lokalen Titelkämpfe in so vielen Sportarten wie möglich aufwerten und als Schaufenster für die Vielfalt des Arnsberger Sports nutzen.

Minigolf MSK Neheim-Hüsten

Mit gutem Vorbild voran

Michael Ternes geht mit gutem Vorbild voran und drehte seine Runden. Er ist Beisitzer im neu formierten Vorstand des Stadtsportverbandes Arnsberg. Der Fußball-Funktionär und Bayern-München-Fan schaut sportlich gerne über den Tellerrand hinaus. „Wir wollen auch die sogenannten Randsportarten nach vorne bringen“, sagt er. Im Vorstand des Stadtsportverbandes ist er für die Stadtmeisterschaften zuständig, die zuletzt in den meisten Sportarten vor sich hin dümpelten - wenn es sie überhaupt noch gab.

Das soll anders werden. Lokale Titelkämpfe sollen vor allem Jedermann geöffnet werden, damit viele Neulinge die Chance haben, eine Sportart und ihre Faszination kennenzulernen. So wie jetzt beim Minigolf auf der Anlage des MSK Neheim-Hüsten. Wo sonst Ligaspieler, Deutsche Meister und sogar internationale heimische Titelträger trainieren und spielen, sind alle Hobby-Minigolfer eingeladen, um den Stadttitel zu spielen.

Begleiter an jeder Bahn

Der MSK lässt die Teilnehmer an diesem Tag nicht alleine. Jedem angemeldeten Teilnehmer oder dessen Gruppe wird ein Begleiter zur Seite gestellt. Einen, der es kann. Einen wie Michael Handtke. Der 61-jährige spielt seit über 15 Jahren beim MSK Minigolf und ist in der dritten Liga-Mannschaft aktiv. Zu Beginn des zweiten Tages der Titelkämpfe geht er mit Michael Ternes und seinem Herausforderer von unserer Zeitung über die Runde mit den 18 roten Minigolfbahnen. Ausgerüstet ist er mit einer Auswahl verschiedenster Bälle. Jede Bahn braucht andere Bälle. „Das ist Erfahrung“, sagt Handtke. Er hat inzwischen eine Sammlung von 320 Bällen - Stückpreis rund 15 Euro. Bundesligaspieler, so erzählt er, hätten mehr als 1000 Bälle.

Und während Michael Ternes so von Bahn zu Bahn zieht, wärmt Michael Handtke den einen oder anderen Ball in seiner Hosentasche oder sogar in einem schwarz-gelben Strumpf, der am Hosenbund hängt auf. Vor dem ersten Schlag lässt er den Ball einmal ticken und guckt auf die Eigenschaften. Dann macht er vor, sie es gemacht wird.

Lernen über den Sport

Der Breitensportler hat Spaß beim Spielen und lernt jede Menge über den Sport. Und hat jede Menge Gelegenheit zum Fluchen. Gibt´s doch gar nicht!“, schimpft Michael Ternes immer wieder und fragt sich, ob ihm nicht doch ein falscher oder zu kalter Ball gereicht worden sein könnte. Richtige Weltklassespieler können schon einmal mit 18 Schlägen über eine Runde mit 18 Bahnen gehen. In Neheim ist das schwierig bis unmöglich. Immerhin: Auch Michael Ternes schlägt an diesem Morgen ein paar Asse in Folge, um anschließend an den nächsten Löchern komplett zu scheitern. Die erste Runde schließt er mit 58 Schlägen ab (sein Herausforderer braucht nur 53).

Aber da man sich beim Minigolf bei den Titelkämpfen einfach noch mal auf die Bahn begeben kann und Ternes die Fehlschläge nicht auf sich sitzen lassen will, legt er eine 47er-Runde nach und belegt damit am Ende sogar Rang vier bei den Stadtmeisterschaften der Herren im Minigolf. Antreten können hätte er auch auf der etwas tiefer liegenden Miniaturgolfbahn. Diese ist nicht aus Beton, sondern aus empfindlichen Platten zusammengesetzt und darf daher auch nicht beim Schlagen betreten werden.

Werbung für den Verein

Der MSK Neheim-Hüsten ist zufrieden mit der Teilnehmerzahl und präsentiert sich als sympathischer Verein. Auf der ehrenamtlich betriebenen Anlage am Rodelhaus, die ja auch für Hobbyminigolfer geöffnet ist, herrscht familiäre Atmosphäre. Und doch wird hier Leistungssport mit Erfolgen auf internationalem Niveau ermöglicht.

Weitere Ideen

Für Michael Ternes geht es nun weiter. „Ich will an so vielen Stadtmeisterschaften wir möglich selber teilnehmen“, sagt er. Vor allem aber soll die Idee der lokalen Titelkämpfe als Werbung für die heimischen Vereine verstanden werden. Alle Vereine wurden vom Stadtsportverband angeschrieben, um ins Gespräch über Stadtmeisterschaften zu kommen. So wird es bald auch Golf-Titelkämpfe in Herdringen geben. Hier wird ein Profi den Ball bis zum „Green“ schlagen, ehe die Schnupperteilnehmer beim Putten am Zuge sind. Mit dem TuS Oeventrop wird aktuell eine Beach-Volleyball-Stadtmeisterschaft geplant. „Und auch Schwimmen wollen wir wieder durchführen“, so Michael Ternes.

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