Jahresabschlussbilanz

Stadtwerke Arnsberg machen 1,5 Millionen Euro minus

Stadtwerke Arnsberg: Der Campus erlebt buchhalterisch nicht nur Sonnenschein.

Stadtwerke Arnsberg: Der Campus erlebt buchhalterisch nicht nur Sonnenschein.

Foto: Martin Haselhorst

Arnsberg.   Die im Herbst vor der Trennung von Geschäftsführer Weißer angekündigten schlechten Zahlen bestätigen sich in vorläufiger Abschlussbilanz.

Der schlechten Zahlen zum Jahresabschluss der Stadtwerke Arnsberg waren zu erwarten gewesen. Nun aber bekam es die Politik noch einmal in Haupt- und Finanzaussschuss und im Rat der Stadt Arnsberg schwarz auf weiß präsentiert: Ein um rund 1,5 Millionen Euro schlechteres Jahresergebnis als im Vorjahr und quasi ein Minus in genau dieser Höhe (die Abschreibungen eingerechnet) hatten sich aber angedeutet. Wie schon im Herbst angekündigt werden die Stadtwerke Arnsberg für das Jahr 2018 weder eine Konzessionsabgabe Wasser noch Gewinnablieferungen an die Stadtkasse zahlen.

Weißer-Abschied war Notbremse

Genau das hatte im Herbst zur Ablösung von Karlheinz Weißer als Chef der Stadtwerke geführt. Aufsichtsgremien und Politik hatten die Notbremse gezogen - der Vertrag wurde aufgelöst. Hintergrund war, dass die Zahlen nicht stimmten, während sich Weißer überregional mit Campus-Idee, Digitalprojekten und strahlenden Konferenzen feiern ließ. Die Zusammenarbeit wurde beendet.

Insbesondere das Produkt- und Projektgeschäft, das an den in 2018 mit „höhere Kosten“ arbeitenden Campus angesiedelt ist, entwickelte sich nicht wie gewünscht. Zwar konnten das Produktgeschäft um 16,5 Prozent und das Projektgeschäft um 30,7 Prozent gesteigert werden, doch das alles auf niedrigem Niveau: Erlöse bewegen sich zusammen gerade einmal auf knapp 30.000 Euro. So bilanzierte Wolfgang Schomberg, der Karlheinz Weißer interimsmäßig „beerbte“, in dem Ausschuss und in seinem Jahresbericht auch: „Die ehrgeizig gesteckten Umsatzziele im Produkt- und Projektgeschäft konnten trotz hohem Ressourceneinsatz nicht erreicht werden“, heißt es im Bericht für die Politik. Vor allem die Länge der Vorlaufzeiten im Projektgeschäft seien in der Planungsphase unterschätzt worden. „Die Stadtwerke überprüfen das von ihnen angebotene Produktportfolio auf sein Kosten-Nutzen-Verhältnis“, so der Bericht.

Kerngeschäft läuft solide

Aufsichtsratsmitglied Jochem Hunecke (CDU) hatte das schon bei der Diskussion um die Weißer-Ablösung angedeutet. Er sprach von „Konzentration auf das Kerngeschäft“. Genau das nämlich lief bei den Stadtwerken auch im Jahr 2018 solide bis gut. So entsprach die ins Netz eingespeiste Wassermenge mit 3,9 Millionen Kubikmeter Wasser nahezu der Vorjahresmenge. In den drei Parkgaragen, die die Stadtwerke betreiben (Möhnepforte, Nordseite und Altstadtgarage) wurden 302.338 Parktickets (+0,9 %) verkauft. Und das, obwohl die Altstadtgarage für Sanierungsarbeiten länger geschlossen gewesen war. Die angefallenen 960.000 Euro Kosten für die Sanierung schlugen in der Minus-Gesamtbilanz der Stadtwerke allerdings kräftig ins Gewicht. Auch das Strom- und Gasgeschäft gibt keinen Grund zur Klage: Ein Plus von 1360 Kunden gegenüber dem Vorjahresstichtag konnte vermeldet werden. Die Energielieferungen der vier Stadtwerke-Photovoltaikanlagen an den Wasserwerken Langel und Möhnebogen, Gymnasium Laurentianum und im Niedereimerfeld lieferten 244.066 Kilowattstunden (+13,6 Prozent gegenüber 2017), was vor allem auf den sonnenreichen Herbst zurückzuführen sein dürfte.

Heizwerk bleibt Sorgenkind

Ein Sorgenkind bleibt das Heizwerk am Berliner Platz: Die Wärmeabgabemenge sank um 6,2 Prozent auf 3.054.950 Kilowattstunden. Sowohl das Franz-Stock-Gymnasium als auch das Sauerlandkolleg und das Kulturzentrum nahmen weniger Wärme ab. Aktuell, so teilte Wolfgang Schomberg im Ausschuss mit, fänden Gespräche mit dem Kolping-Bildungswerk statt, das einen Neubau am Berliner Platz plant. Dessen Anbindung an das Heizwerk soll geprüft werden, um die Auslastung zu verbessern und die an anderer Stelle rückläufige Abnahme zu kompensieren.

Jochem Hunecke blickt nach vorne: „In ein zwei Jahren sollten wir die Kurve wieder gekriegt haben“, sagt er, „wir wollen ja auch wieder Gewinne abwerfen!“

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