Politiker schaltet sich ein

Streit am Spreiberg: Carlo Cronenberg will vermitteln

Blick auf den früheren Truppenübungsplatz der Bundeswehr auf dem Spreiberg - heute gibt es Streit um die künftige Nutzung des Geländes

Blick auf den früheren Truppenübungsplatz der Bundeswehr auf dem Spreiberg - heute gibt es Streit um die künftige Nutzung des Geländes

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Müschede.  Im Streit zwischen IG Spreiberg und dem Naturschutzbund will FDP-Bundestagsabgeordneter Carlo Cronenberg vermitteln.

Der Müscheder Bundestagsabgeordnete Carlo Cronenberg (FDP) möchte im Interessenkonflikt um die Errichtung eines Naturschutzgebiets Spreiberg eine vermittelnde Rolle einnehmem.

„Bei der Ankündigung des Naturschutzgebietes haben sich alle gefreut, zumal seinerzeit seitens des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) zugesichert wurde, dass sich für die Bevölkerung auf dem Gelände nichts ändern würde“, so Cronenberg, „umso größer war dann die Enttäuschung, als die tatsächlichen Pläne kürzlich in die Umsetzung gingen“.

Bürger in Sorge

Viele Bürger sind in Sorge, ob das beliebte Freizeitgebiet Wicheler Heide auch in Zukunft noch genutzt werden kann. Aber auch der NABU fragt, warum Bürgerkritik nicht schon 2018 vorgetragen wurde, als die Planung in einer Informationsveranstaltung vorgestellt wurde. „Ich bedauere, dass die IG Spreiberg erst aktiv geworden ist, als die Bagger schon rollten, aber alle verantwortlichen Akteure sollten die Bürgerbeschwerde ernst nehmen“, so Carl-Julius Cronenberg.

Es sei gut, dass der NABU die Planung vor drei Wochen noch einmal ausführlich erläutert habe, aber in emotional aufgeheizter Atmosphäre hätten weder Zweifel an der fachgerechten Ausführung erster Maßnahmen ausgeräumt noch ein Kompromiss für die Bürgeranliegen erreicht werden können. „Bürgerproteste werden oftmals mehr von Eigeninteressen als von fundierter Fachkenntnis getragen. Das ist auf der Wicheler Höhe gewiss anders. Die IG Spreiberg ist sicher bereit, sich fachkompetent und konstruktiv mit dem NABU zusammenzusetzen.“

Beweidung ist strittig

Der Gesprächstermin diese Woche im Rathaus kann dabei ein wichtiger erster Schritt sein. Naturschutz nicht an Wirtschaftlichkeit orientieren„Für den Erfolg der Gespräche ist die Klärung um die Beweidung mit Mutterkühen ein entscheidender Punkt. Es darf kein Zweifel darüber bestehen, ob eine Ansiedlung ohne Zufütterung gelingen kann. Naturschutz sollte sich gerade in diesem Zusammenhang nicht an Wirtschaftlichkeit orientieren“, sagt der Bundestagsabgeordnete. „Wenn Bürgerbeteiligung konstruktiv in den Dienst von Naturschutz gestellt werden kann, ist das eine wünschenswerte Innovation und Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft.“

In Absprache mit Bürgermeister

Carl-Julius Cronenberg will in der weiteren Entwicklung eine vermittelnde Rolle übernehmen. In enger Absprache mit Bürgermeister Bittner sollen beide Seiten, IG Spreiberg und NABU, Gehör finden und bisherige Vorbehalte in einer neutralen Atmosphäre besprochen werden. „Wir können die verfahrene Situation auf beiden Seiten nur mit einem ergebnisoffenen Dialog auflösen, in dem beide Seiten ihren Bedenken Ausdruck verleihen können und auch ohne Blockadehaltungen nach Kompromissen und gemeinsamen Wegen gesucht wird. Dies möchte ich neutral begleiten und vermittelnd zum Gelingen einer gemeinsamen Lösung beitragen.“

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