Donatorenfeier

Stütchenverteilung und Graf-Gottfried-Spiel in Neheim

Stütchenverteilung auf der Mendener Straße in Neheim

Stütchenverteilung auf der Mendener Straße in Neheim

Foto: Wolfgang Becker

Neheim.  Das Graf-Gottfried-Spiel der Kinder und die Stütchenverteilung prägen wieder die Donatorenfeierlichkeiten - diesmal bei bestem Wetter.

Mit dem traditionellen Graf-Gottfried-Spiel und der anschließenden Stütchenverteilung wurde am Samstagmittag unweit der Donatorenskulptur an der Mendener Straße der Waldschenkung durch den letzten Arnsberger Grafen, Gottfried IV., erinnert. 1368 –also vor 651 Jahren-, schenkte Graf Gottfried der Stadt Neheim einen Wald, den heutigen Stadtwald, die Grafschaft selbst verkaufte der Graf, da er kinderlos geblieben war, an das Erzstift Köln.

Waldschenkung vor 651 Jahren

Eine Waldschenkung sicherte im Mittelalter langfristig das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger einer Stadt, denn der Ertrag des Holzes wurde unter anderem zum Unterhalt der Stadtmauern genutzt. Denn eine gut befestigte Stadt, die darüber hinaus auch gut funktionierte, war in dieser Zeit ein bewährtes Mittel der Herrschaftssicherung. Eine Bedingung verband der Graf allerdings mit der großzügigen Spende: Die Bewohner der Stadt sollten alljährlich für ihn und seine Gemahlin Anna von Kleve beten und „eine gesellige Zusammenkunft“ abhalten.

Die Feierlichkeiten werden jedes Jahr abwechselnd von der Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist oder vom Jägerverein organisiert, in diesem Jahr hatten die Neheimer Jäger die Durchführung übernommen. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3 der Graf-Gottfried-Schule präsentierten zu Anfang einen mittelalterlichen Tanz, bevor die Klasse 4a das traditionelle Graf-Gottfried-Spiel aufführte, einstudiert von Edith und Barbara Droste. Dabei befassten sich die Kinder auch mit aktuellen Themen wie dem Klimawandel und den sozialen Medien sowie den Plänen von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu kaufen oder in Alaska die Wälder abzuholzen.

Aus Flechtkörben verteilten die Ratsmitglieder anschließend die begehrten Stütchen. Zeitgleich führten Schüler der Mühlenberg-Schule auf dem Hüstener Marktplatz das Graf-Gottfried-Spiel auf, auch hier gab es später leckere Milchbrötchen. „Donator“ bedeutet Schenker und so wurde der Waldschenkung nach einem Dankgottesdienst in der St. Johannes Baptist Kirche mit einem Donatorenmahl im „KunstWerk“ von Christoph Meinschäfer gedacht – ganz im Sinne von Graf Gottfrieds Vermächtnis.

Auch auf dem Hüstener Marktplatz wurde am Samstagmorgen mit Theaterspiel der Mühlenbergschule und der Stütchenverteilung durch Ratsmitglieder an die Waldschenkung erinnert.

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