Nahverkehr

Sundern: CDU will neuen Radweg statt Röhrtalbahn

Auf der Trasse der Röhrtalbahn sind aktuell nur Sonderfahrt

Auf der Trasse der Röhrtalbahn sind aktuell nur Sonderfahrt

Sundern.   Die CDU fordert auf der Röhrtalbahn-Trasse einen Radweg, die SPD will wieder eine Bahnlinie. Auch auf Facebook gehen die Meinungen auseinander.

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Die Diskussion um die Reaktivierung der Röhrtalbahn polarisiert: Die SPD im Kreistag ist dafür, die CDU dagegen. Die CDU-Kreistagsfraktion beantragt, die Reaktivierung der Röhrtalbahn zu stoppen und stattdessen einen leistungsfähigen Radweg auf der Trasse ab Hüsten anzulegen. Dies sei das Ergebnis eines umfangreichen Abwägungsprozesses der Christdemokraten unter Einbeziehung der Menschen vor Ort.

„Die CDU begrüßt grundsätzlich die Vorgehensweise, alle stillgelegten Bahnstrecken auf Möglichkeiten zur Reaktivierung im Personen- und Güterverkehr zu untersuchen“, heißt es in einer Mitteilung der Kreistagsfraktion. Allerdings müssten dabei ökologische und ökonomische Aspekte unbedingt gegeneinander abgewogen werden.

Eine Reaktivierung der Strecke dürfe nicht zur einer Verschlechterung der Anbindung der Menschen vor Ort an den öffentlichen Personennahverkehr führen. Dies aber wäre aus Sicht der CDU-Kreistagsfraktion der Fall.

Busverkehr ist laut CDU funktionsfähiger

Die Begründung: „Zur Personenbeförderung betreibt die RLG die Buslinien S 20 und R 25. Diese Busse fahren halbstündlich, die Bahn würde demgegenüber nur stündlich fahren. In Sundern können die Fahrgäste derzeit an 15 Bushaltestellen in den Bus steigen, für die Röhrtalbahn gäbe es dort nur einen Bahnhof.“

Um aus einem der Randbezirke Sunderns nach Neheim zu kommen, wäre mehrfaches Umsteigen vom Bus in die Bahn und wieder von der Bahn in den Bus notwendig. Mit dem gegenwärtigen Busverkehr funktioniere dies hingegen unproblematisch ohne umzusteigen. Für die Nutzer des ÖPNV gestalte sich der Busverkehr aufgrund der Taktung und der zahlreichen Haltestellen daher momentan deutlich besser, so die Kreistagsfraktion.

Zudem kritisiert die CDU die hohen Kosten für eine Reaktivierung der Bahnlinie und die zu erwartenden Einschränkungen im Autoverkehr durch wieder aktivierte Bahnübergänge. „Die Anfahrzeiten der Einsatzkräfte der Rettungswachen Sundern und der Feuerwehr Hachen würden durch die Bahnübergänge ebenfalls negativ beeinträchtigt“, heißt es.

Idee für einen Radweg auf der Trasse

Demgegenüber könne mit einem Bruchteil der Reaktivierungskosten ein leistungsfähiger Radweg auf der Trasse ab Hüsten gebaut werden. „Damit wären sowohl Sundern als auch die Sorpetalsperre komfortabel an den gut genutzten Ruhrtalradweg angebunden. Für den Tourismus im Bereich Sorpesee wäre das von großem Vorteil.“

Die CDU-Fraktion fordert daher den Kreistag auf, seine Vertreter in den Gremien der RLG (als Eigentümerin der Trasse), des ZRL sowie des NWL anzuweisen, die Reaktivierung der Röhrtalbahn nicht mehr weiter zu verfolgen und die Realisierung eines Radweges auf der jetzigen Trasse voranzutreiben.

SPD setzt für die Reaktivierung ein

Die Sauerländer SPD sowie die Kreistagsfraktion der SPD weisen die Forderungen der CDU entschieden zurück. „Der Antrag ist schlichtweg rückwärtsgewandt und stellt sich gegen mehr Mobilität im Sauerland“, erklären der Kreisvorsitzende Dirk Wiese und der Fraktionsvorsitzende Reinhard Brüggemann.

Sie verweisen auf ein Gutachten des zuständigen Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (ZNWL). Draus gehe hervor, dass eine Reaktivierung sinnvoll sei, zudem würde die Reaktivierung der Trasse komplett durch Bund und Land gefördert. Lediglich bei den Bahnübergängen wären Eigenmittel notwendig, allerdings sind auch diese bis zu 70 Prozent Förderungsfähig. „Das Geld ist da, man muss nur zugreifen“, so Wiese. „Es ist daher unverständlich, dass diese Möglichkeit von der CDU aktiv blockiert wird.“

Wer den Sinn solcher Maßnahmen hinterfrage, solle den Blick in seine Heimatstadt Brilon richten, wo die reaktivierte Bahnstrecke nach Brilon Stadt rege genutzt werde. Gegenwärtig laufe eine weitere Überprüfung zur Umsetzung der Röhrtalbahn.

„Seinerzeit hat die CDU Fraktion einer solchen Überprüfung zugestimmt, dass sie Rolle rückwärts macht ist einfach nicht zu verstehen“, so Brüggemann. Die Sozialdemokraten stünden weiter für eine Reaktivierung der Röhrtalbahn, denn sie stehe für mehr Mobilität und damit für eine höhere Attraktivität der Stadt Sundern.

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