Vor Stichwahl am Sonntag

Sundern: Heimat-Check der Bürgermeister-Kandidaten

Der Heimatcheck: Jetzt gaben auch die Bürgermeisterkandidaten in Sundern ihrer Heimatstadt Schulnoten.

Der Heimatcheck: Jetzt gaben auch die Bürgermeisterkandidaten in Sundern ihrer Heimatstadt Schulnoten.

Foto: WP

Sundern.  Vor Bürgermeister-Stichwahl in Sundern geben Georg Te Pass und Klaus-Rainer Willeke bei Web-Diskussion ihrer Heimatstadt Schulnoten.

Im Vorfeld der Kommunalwahlen fragte unsere Zeitung im Heimat-Check in einer großangelegten validen Umfrage, welche Schulnoten sie ihrem Ort in verschiedenen wichtigen „Fächern“ einer Stadt geben würden. Jetzt konfrontierten wir auch bei unserer abschließenden Web-Diskussion (siehe wp.de/sundern) mit den in der Stichwahl verbliebenen Bürgermeisterkandidaten für Sundern, Georg Te Pass und Klaus-Rainer Willeke, in einer „schnellen Fragerunde“ mit einigen dieser Themen und wollten wissen, welche Schulnoten sie geben würden und was sie besser machen wollen.

Parkplätze

Umfragenote: 3,38 (Durchschnitt)
Georg Te Pass: Ich würde die Note zwei bis drei geben. Eine Zwei für die Innenstadt mit ebenerdigen und kostenfreien Parkplätzen direkt an City, eine Drei an der Sorpe. Hier sind zumindest zur Zeit noch ausreichend Parkplätze. Diese Note wird im kommenden Jahr aber schlechter ausfallen.
Klaus Rainer Willeke:
Ich würde hier eine Zwei geben. Wir haben in Sundern insgesamt bei Parkplätzen eine komfortable Situation. Die Engpässe an der Sorpe sind mir zwar bekannt, doch finde ich die Lage durchaus noch erträglich.

Podiumsdiskussion in Sundern
Podiumsdiskussion in Sundern

Nahverkehr

Umfragenote: 3,98
Te Pass:
Das ist für mich eine Drei minus. Wir haben sicher eine gute Vernetzung nach Neheim, der große Schwachpunkt ist aber da, wenn wir die Fläche mit bedenken.
Willeke:
In der Fläche ist es sicher eine Vier bis Fünf. Wenn ich Jugendlicher wäre würde ich sagen eine glatte Fünf, weil man abends nicht von A nach B kommt. Das ist immer ja auch eine Frage der Perspektive.

Politik

Umfragenote: 3,86
Te Pass:
Diese schlechte Note kann ich nachvollziehen und verstehen. Vielleicht ist es etwas besser. In der Außenwirkung der Politik ist sicherlich viel Optimierungsbedarf nach oben.
Willeke:
Da sehe ich auch eine Vier bis Fünf. Die zuletzt politische Kultur ist für mich das größte Problem in Sundern. Wenn die Note deutlich besser gewesen wäre, wäre ich ja vermutlich gar nicht auf Idee gekommen zu kandidieren. Es zeigt aber, dass es einen echten Neuanfang braucht.

Kinder/Bildung

Umfragenote: 2,88
Willeke:
Die Note finde ich gut. Wir haben hier mit Schulen, Kitas und Bildungseinrichtungen eine gute Infrastruktur für Kinder und Jugendliche. Das ist eine gute Note gerechtfertigt. Ohne Vereine und ihr Angebot wäre es aber katastrophal. Wir könnten etwas mehr Beteiligung von Kindern hinkriegen, um deren Vorstellungen künftig mehr zu berücksichtigen.
Te Pass:
Das ist eine gute Note. Unser dreigliedriges Schulsystem ist super, die Zusammenarbeit Schule und Wirtschaft ist toll und die Vereinsarbeit begleitet die Sache. Es ist wichtig, dass der Jugend in den Dörfern eine Heimat gegeben wird. Schule, Wirtschaft und Vereine sind ein gutes Team.

Seniorenfreundlichkeit

Umfragenote: 2,85
Willeke:
Ich würde das ähnlich beurteilen wie die Umfragenutzer. Es gibt viele Ecken in Sundern, an denen sich ältere Menschen wohlfühlen können. Wir müssen aber schauen, dass es in Dörfern und Zentren die Möglichkeiten für ein langes Allein- und selbstständiges Leben gibt. Das betrifft die Wohnformen und Geselligkeit. Das ist ein breites Thema. Hier muss auch Ehrenamt und professionelle Betreuung verzahnt werden. Seniorenhäuser allein können nicht die Lösung sein. Es ist jedenfalls auch als alter Mensch schön, in Sundern zu leben.
Te Pass:
Da sind wir im Großen und Ganzen gut aufgestellt. Wir haben viele Freizeitangebote für Senioren, in der Innenstadt braucht es sicher noch mehr Aufenthaltsqualität. Luft nach oben ist bei den Angeboten für pflege- und hilfsbedürftige Menschen. Hier brauchen wir wohnortnahe Einrichtungen und Angebote für alle Schichten. Es ist ganz wichtig, dass alte Menschen weiter am sozialen Leben teilhaben können. Dazu ist gut, dass auch Wohnraum im Zentrum entsteht.

Freizeit

Umfragenote: 2,65
Willeke:
Ich beurteile, dass auch in diesem Rahmen, doch muss man differenzieren. Unser Ideenlabor mit jungen Leuten zwischen 25 und 35 Jahren vor einigen Jahren hat gezeigt, dass alle zwar glücklich über die Landschaft und ihren Möglichkeiten hier sind, wenn es aber um Gestaltung von Freizeit in Restaurants, Kneipen und in der Innenstadt geht, fehlt was. Für die Natur gibt es ein sehr gut. Beim Erlebnisfaktor als junger Mensch ist aber Luft nach oben.
Te Pass:
Ich sehe das ähnlich. Bei Sportangeboten und Landschaft geht ja fast nichts mehr. Früher aber gab es zahlreiche Kinos und in jedem Dorf Kneipen, wo sich alle Generationen trafen. Das alles ist weggebrochen und fehlt. Als Stadt hat man da nur begrenzten Einfluss. Ein guter ÖPNV zu den Angeboten in der Umgebung würde aber schon helfen.

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