Karneval

Tika Kurth - ein großer Aktivposten des Arnsberger Karnevals

Tika Kurth ist seit vielen Jahren unermüdlicher Motor im Arnsberger Karneval, rechts lauf dem Stuhl liegt schon das Festgewand des neuen Regenten oder der neuen Regentin bereit.

Tika Kurth ist seit vielen Jahren unermüdlicher Motor im Arnsberger Karneval, rechts lauf dem Stuhl liegt schon das Festgewand des neuen Regenten oder der neuen Regentin bereit.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.  Ohne die Vollblut-Närrin würde im Arnsberger Karneval sicher nicht alles so funktionieren. Ein Interview mit der Senatspräsidentin der KLAKAG.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Karnevalszeit kennt für Tika Kurth kein Anfang und kein Ende.

Das ganze Jahr über ist die Vollblut-Karnevalistin unterwegs, sucht Stoffe aus, näht Garde- und Showtanzkostüme und hält diese in Schuss. Die „Singer-Nähmaschine“ rattert unentwegt in dem Einfamilienhaus in Niedereimer, wo die engagierte KLAKAG-Aktive mit ihrem Partner Erwin Vorderwülbecke, übrigens auch begeisterter Karnevalist, lebt.

Seit Jahrzehnten betreut Tika Kurth die KLAKAG-Garden

Unzählige Kinder und Jugendliche hat Tika Kurth über Jahrzehnte bei den KLAKAG-Garden betreut und mit dem passenden Outfit ausgestattet sowie Auftritte geprobt. Daneben steht sie als Senatspräsidentin dem Senatorenzirkel vor, einer bunt gemischten Gemeinschaft, die den karnevalistischen Gedanken leben und fördern will.

Wir sprachen mit Tika Kurth über ihre Begeisterung rund um den Karneval, aber auch über ihre Sorgen um den närrischen Nachwuchs.

„Karneval gehört für mich in meine Heimatstadt - ich bin gebürtige Muffrikanerin“

Wenn man wie Sie so viele Jahre aktiv im Karneval mitwirkt, wird man da nicht mal amtsmüde?

Tika Kurth: Selbst nach so vielen Jahren macht es immer noch riesigen Spaß. Schon als kleines Mädchen nahm ich an der Hand meiner Mutter am Karneval teil. Ich war eine kleine Holländerin und hatte einen Strauß Tulpen auf dem Arm; so ist die Erinnerung an mein erstes Kostüm.

Karneval gehört für mich in meine Heimatstadt – ich bin gebürtige Muffrikanerin! Ich liebe den Straßenkarneval, besonders, wenn sich der Lindwurm der Freude durch die Stadt schlängelt, geht mir das Herz auf.

Ein bewegender Moment ist immer, wenn wir uns, wie am kommenden Samstag in der Festhalle von den Plätzen erheben, um den neuen Regenten zu empfangen. Schon bei dem Gedanken daran bekomme ich Gänsehaut.

Tika Kurth: „Unsere innige Gemeinschaft kann ich dabei gar nicht in Worte fassen“

Sich in Vereinen zu engagieren, ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Wie wichtig ist Ihnen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und was ist das Schöne dabei?

Zu sehen, wie die Kinder mit Eifer bei der Sache sind, ob bei Proben oder Auftritten. Die Kleinen kommen meist mit ihren Kuscheltieren an der Hand zu uns und gehen, sei es beruflich oder familiär, als Erwachsene.

In 32 Jahren habe ich viele Kinder kommen und gehen sehen, unsere innige Gemeinschaft kann ich dabei gar nicht in Worte fassen.

Was unterscheidet den westfälischen vom Kölner Karneval und wie sieht ihrer Meinung nach die Zukunft aus?

Der westfälische Karneval wird auf sauerländisch gelebt und gefeiert und nicht ganz so jeck wie in Köln. Leider haben wir wie viele andere Vereine Schwierigkeiten, unsere ehrenamtlichen Ämter zu besetzen. Aber wie sagte Hans Rath immer: „Et hätt noch immer jot jejange“.

„Arnsberg wird bei der Proklamation Kopf stehen“

Am kommenden Samstag startet die KLAKAG mit Prunksitzung und Proklamation des neuen Regenten in die heiße Phase der närrischen Session. Ist es schwieriger geworden, für das Amt des Prinzen, eines Prinzenpaares oder eines Dreigestirns Kandidaten zu finden?

Wie man in der letzten Session sah, konnte auch die KLAKAG keine Person für das Prinzenamt begeistern und finden.

Umso mehr freue ich mich, dass wir nun in diesem Jahr wieder eine Proklamation erleben dürfen.

Meine Freude ist kaum zu bremsen, denn eine solche Proklamation hat Arnsberg noch nicht erlebt. Arnsberg wird Kopf stehen! Sogar das Fernsehen hat sich angesagt und wird über diesen Abend berichten.

Bei der Gartenarbeit hat Senatspräsident Tika Kurth meistens die besten Ideen

Können Sie trotz der vielen Aufgaben während des Jahres und besonders in der närrischen Zeit auch mal kräftig mitfeiern und was gibt es nach den „tollen Tagen“ bei Ihnen zu tun?

Nach den Auftritten der Kinder und Jugendlichen und mit dem Wissen, diese sind alle wieder heil zu Haus angekommen, genehmige ich mir ein schönes Gläschen Rotwein – und das in aller Ruhe. Aber nach Karneval ist vor Karneval.

Da heißt es, wie all die Jahre zuvor, zu Hause aufräumen, Kostüme waschen und bügeln und dann gemeinsam mit unserem Trainerteam die nächste Session planen.

Ich freue mich schon jetzt darauf. Bei der Gartenarbeit habe ich meistens die besten Einfälle und Ideen - und die ersten Frühblüher melden sich ja schon an.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben