Offene Jugendarbeit

Trägerverein will den Erhalt der Jugendarbeit in Gierskämpen

Im Gierskämpener Treff gibt es für die Kinder vielfältige Angebote im Rahmen der Betreuung oder von Ferienfreizeiten.

Foto: Ted Jones

Im Gierskämpener Treff gibt es für die Kinder vielfältige Angebote im Rahmen der Betreuung oder von Ferienfreizeiten.

Arnsberg.   In ersten Gesprächen sichern nahezu alle Arnsberger Ratsparteien bei einer Schließung der Birkenpfadschule ihre Unterstützung zu.

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Pfarrer Johannes Böhnke als Vorsitzender des Trägervereins „Kinder- und Jugendarbeit Gierskämpen“ ist zuversichtlich, dass die im Kinder- und Jugendtreff geleistete Arbeit auch über eine mögliche Schließung der Birkenpfadschule hinaus weitergeführt werden kann. Dieses Gefühl hätten ihm erste Gespräche mit Vertretern der politischen Parteien gegeben.

Wie berichtet, droht der Birkenpfadschule das Aus. Damit ist auch der Treff in seiner Existenz bedroht, der seit Jahren beim Offenen Ganztag eng mit der Schule zusammenarbeitet. Und das nach allgemeinem Bekunden sehr erfolgreich.

Große Anerkennung für die vor Ort geleistete Arbeit

Die bisherigen Gespräche, bilanziert Böhnke, seien positiv verlaufen. „Alle haben sehr viel Verständnis, Sympathie und Anerkennung für die vor Ort geleistete Arbeit gezeigt und ihre Unterstützung erklärt.“

So sei es nun gemeinsames Bestreben, die Fortsetzung dieser Kinder- und Jugendarbeit zu gewährleisten. Und sollte die Birkenpfadschule tatsächlich geschlossen werden - die Entscheidung steht noch aus -, wolle man dies dann in „anderen Zusammenhängen hinbekommen“.

Jetzt konstruktives Nachdenken über die Sachlage

Jedenfalls, sagt Johannes Böhnke, habe als ein Ergebnis der Kontaktaufnahme von Politik und Trägerverein bei allen Beteiligten nun ein sehr konstruktives Nachdenken über die Sachlage eingesetzt. Was ihn persönlich zuversichtlich stimme.

Gerade eben, weil man auf eine große Wertschätzung für die bisher erbrachten Leistungen und deren Bedeutung für das Quartier gestoßen sei. Die Gespräche allerdings seien noch nicht beendet, einige Parteivertreter hätten noch Informationsbedarf.

Johannes Böhnke hatte zu Gesprächen eingeladen

Nach dem die SPD bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Schließungspläne für die Birkenpfadschule und die damit verbundenen Probleme für die Kinder- und Jugendarbeit die Ablehnung der Schulschließung und ihre Unterstützung für den Kindertreff öffentlich erklärt hatte, findet der Trägerverein nun offensichtlich auch offene Ohren bei den Vertretern der anderen Parteien.

Zu den Gesprächen hatte Johannes Böhnke in seiner Funktion als Vorsitzender eingeladen. Und alle Parteien - nur von den Grünen sei bislang keine Reaktion eingegangen - hätten dieses Angebot sofort angenommen. Mit der AfD müsse aber noch ein Termin gefunden werden.

„Hohe Qualität für die soziale Infrastruktur Arnsbergs“

Grundsätzlich unterstrich Böhnke noch einmal im Gespräch mit unserer Zeitung die große Bedeutung der Offenen Jugendarbeit im Kinder- und Jugendtreff Gierskämpen. „Diese Einrichtung bringt hohe Qualität in die soziale Infrastruktur Arnsbergs.“

Schon allein durch die pädagogische Betreuung und die Integration von Kindern aus schwierigen Verhältnissen und mit Migrationshintergrund. „Hier lernen sie Freunde kennen und werden im Spiel mit der deutschen Sprache vertraut. Auch das schafft ihnen bessere Perspektiven.“

„Unglaubliche Entlastung für berufstätige Eltern“

Doch warum ist diese aktive Jugendhilfe gefährdet?

Der Kinder- und Jugendtreff arbeitet mit dem Offenen Ganztag (OGS) der Birkenpfadschule von Beginn an sehr eng zusammen. „Diese Vernetzung von OGS und Offener Jugendarbeit,“ sagt Böhnke, „ist ja auch per Gesetz gewünscht.“

So wird berufstätigen Eltern über die Öffnungszeiten des OGS hinaus im Gierskämpener Treff pädagogische Betreuung für ihre Kinder angeboten. Was sehr gut angenommen werde, „weil es eine große Beruhigung und zugleich eine unglaubliche Entlastung für berufstätige Eltern ist“.

„Deshalb ist der OGS für uns eigentlich substanziell“

Doch werde die Birkenpfadschule geschlossen und man finde keine andere Lösung, „steht die Existenz dieser Offenen Jugendarbeit auf dem Spiel“. Denn dann müsse die Stundenzahl der ausgebildeten Erzieherinnen, die bislang für OGS und Treff tätig sind, deutlich reduziert werden, so dass diese Stellen nicht mehr attraktiv seien.

Mit anderen Worten: Es wäre kaum noch möglich, geeignetes und motiviertes Personal zu finden. Und damit würde hier die von der zuständigen NRW-Ministerin geforderte Flexibilität in der Betreuung wegfallen. „Deshalb ist der OGS für uns eigentlich substanziell.“

Carlo Cronenberg (FDP): „Strukturen nicht zerstören“

Der Einladung zum Gespräch war in dieser Woche auch FDP-MdB Carlo Cronenberg gefolgt und informierte sich direkt vor Ort. Sein Fazit nach intensivem Austausch mit Johannes Böhnke und Erika Hahnwald vom Trägervereins sowie mit Einrichtungsleiterin Melanie Padberg:

„Im Sinne der Kinder und Eltern sowie des Stadtteils darf die Arbeit des Vereins nicht durch eine mögliche Schließung des Schulstandortes ein Ende finden.“ Arnsberg, so sein dringender Rat, tue vielmehr gut daran, für den Erhalt des Treffs zu kämpfen. „Die aufgebauten Strukturen dürfen nicht durch voreiliges Handeln unbegründet zerstört werden.“

Trägerverein in alle Gespräche einbeziehen

Zudem lobt der Liberale ausdrücklich die vor Ort geleistete Arbeit. „Da steckt viel Ehrenamt, fachliche Expertise und Herzblut hinter.“ Zumal die Arbeit deutlich über die reine Ganztagsbetreuung hinausgehe. Seine Forderung: Der Trägerverein „muss in alle Gespräche um die weitere Entwicklung des Schulstandortes einbezogen werden“.

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