Zum Tod von Paul Krengel

Trauer um einen großen Unternehmer und Macher

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Ein großer Moment im Leben von Paul Krengel: Sein TC Sundern wurde im Tennis-Finale 2003 gegen Düsseldorf erstmals Deutscher Mannschaftsmeister. Als Präsident des Vereins stand Paul Krengel für einen Höhenflug an der Röhr.

Ein großer Moment im Leben von Paul Krengel: Sein TC Sundern wurde im Tennis-Finale 2003 gegen Düsseldorf erstmals Deutscher Mannschaftsmeister. Als Präsident des Vereins stand Paul Krengel für einen Höhenflug an der Röhr.

Foto: Frank Tischhart

Arnsberg/Sundern.   Die Region Arnsberg und Sundern trauert um einen großen Unternehmer und Macher: Paul Krengel (69) verstarb jetzt nach langer Krankheit.

Die Region Arnsberg und Sundern trauert um eine ihre großen Unternehmerpersönlichkeiten. In dieser Woche starb nur 69-jährig der ehemalige langjährige geschäftsführende WEPA-Gesellschafter Paul Krengel nach langer schwerer Krankheit.

Wegbereiter der WEPA-Expansion

Als Sohn von Paul Krengel senior, der 1948 die Wepa gegründet hatte, leitete Paul Krengel junior zusammen mit seinen drei Brüdern Wolfgang, Jochen und Martin das Unternehmen. Paul Krengel stieg 1975 in den Betrieb ein und war zusammen mit seinen drei Brüdern am kontinuierlichen Expansionsprozess der Wepa beteiligt. Hierzu gehörte zum Beispiel nach Deutschlands Wiedervereinigung der 1990 vollzogene Erwerb der sächsischen Papierfabrik in Kriebstein-Kriebethal.

Gesundheitliche Probleme

Wegen gesundheitlicher Probleme zog sich Paul Krengel ab 2003 aus dem unternehmerischen Tagesgeschöft zurück. Der Hygienepapierhersteller Wepa setzte in den folgenden Jahren seine Expansion fort: Heute beschäftigt die Wepa an allen europäischen Standorten rund 3500 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Bruder Martin führt WEPA nun

Die Wepa wird seit einigen Jahren von Paul Krengels Bruder Martin Krengel geleitet, der als Wepa-Vorstandsvorsitzender und Gesellschafter zeichnet. Paul Krengel ist gebürtiger Sunderner und starb nun im Alter von 69 Jahren. Der Unternehmer litt an Parkinson.

Engagement im Sport

Unvergessen ist auch Paul Krengels Engagement im Sport: Als Strippenzieher, Mäzen und Macher sorgte Krengel damals für das „Wunder von Sundern“, den raketenartigen Aufstieg des TC BW Sundern in nur zehn Jahren aus der Tennis-Bezirksklasse in die Bundesliga. Dort endete der Erfolg nicht: 2001 Dritter, 2002 Vizemeister, 2003 und 2004 Deutscher Mannschaftsmeister – so steht es auf dem Briefkopf des Klubs. Sogar Boris Becker spielte mal Doppel für die Sauerländer und lobte: „Es ist schon beeindruckend, was der Verein dort auf die Beine stellt.“ Auch Namen wie Alexander Popp, Lars Burgsmüller, Tomas Behrend und Alexander Waske sind mit der tollen Sunderner Tennis-Epoche verbunden und wurden von Krengel an die Röhr geholt.

Euphorie von damals wirkt noch nach

Paul Krengel, damals noch Geschäftsführender Gesellschafter der Wepa-Papierfabriken, war Vater der Erfolgsstory und deren Finanzier. „Der Spielbetrieb in der 1. Bundesliga wurde von seiner Sport-Event GmbH durchgeführt“, sagte TCS-Vorstandsmitglied Josef Gierse vor einigen Jahren im Interview mit unserer Zeitung und ergänzte: „Die anderen Strukturen im Verein blieben während dieser Zeit erhalten.“ Besonders von dieser Weitsicht profitieren die Sauerländer heute noch. Der TC BW Sundern gilt mit rund 400 Mitgliedern als einer der größten Vereine im Bezirk Südwestfalen. Fast 150 Kinder und Jugendliche sind ganzjährig im Training. Zehn Außenplätze und vier Hallenplätze stehen zur Verfügung. Mit Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs spielte die erste Herrenmannschaft 2016 in der Verbandsliga und schlug 2017 in der Südwestfalenliga auf. An die Bundesliga und die Euphorie, die diese dank Paul Krengels Engagement kurz nach der Jahrtausendwende in Sundern auslöste, erinnern sich Gierse und Co. gerne.

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