Unfall in Sundern

Unfall in der Flamke in Sundern: Gutachter suchen Ursache

Auch ein Verkehrskommissar hat sich am Mittwochvormittag an der Unfallstelle umgesehen. Die gelben Markierungen halten Details des Geschehens fest. Gut erkennbar ist die holprige Fahrbahn

Auch ein Verkehrskommissar hat sich am Mittwochvormittag an der Unfallstelle umgesehen. Die gelben Markierungen halten Details des Geschehens fest. Gut erkennbar ist die holprige Fahrbahn

Foto: Matthias Schäfer / WP

Sundern.  Gutachter haben am Mittwochmorgen begonnen, den schweren Unfall vom Dienstagnachmittag in der Flamke in Sundern zu untersuchen.

Nach dem schweren Verkehrsunfall am Dienstagnachmittag auf der Straße „In der Flamke“ in Sundern haben Gutachter begonnen, die näheren Umstände des Unfalls zu untersuchen. Wann mit Ergebnissen dieser Untersuchung zu rechnen ist, lässt sich derzeit noch nicht einschätzen, erklärte die Kreispolizeibehörde des Hochsauerlandkreises am Mittwochmorgen auf Anfrage.

Die Unfallaufnahme „In der Flamke“ hat am Dienstag bis 22 Uhr gedauert. Ein externer Verkehrsgutachter hat die Unfallstelle dann am Mittwoch untersucht und mit Markierungen versehen (siehe Foto oben). Die Unfallstelle wurde u.a. mit einer Drohne überflogen, um die Rekonstruktion des Hergangs zu erleichtern.

Unfallursache weiter völlig ungeklärt

Ein Sachverhalt, der während der gestrigen Unfallaufnahme noch nicht eindeutig geklärt werden konnte, steht inzwischen aber fest: Der 34-jährige Audifahrer aus Korschenbroich war mit seinem Fahrzeug, aus Sundern kommend, in Richtung Arnsberg unterwegs; die Frau aus Sundern (37) kam mit ihrem weißen Kleinwagen aus Arnsberg, fuhr vom Ochsenkopf aus nach Sundern. Wie berichtet, waren beide Autos im Begegnungsverkehr frontal kollidiert. Der Korschenbroicher wurde von Anwohnern aus seinem Audi geborgen, die Sundernerin war schwerst verletzt in ihrem Fahrzeug eingeklemmt, die Feuerwehr befreite sie. Zwei Rettungshubschrauber flogen beide in Spezialkliniken.

Die Unfallstelle befindet sich in einer leichten Doppel-S-Kurve, etwa auf Höhe des Hauses „In der Flamke 8“. Die Unfallursache ist weiterhin völlig ungeklärt.

Erst vor gut vier Wochen hatte es „In der Flamke“ einen Alleinunfall gegeben, bei dem eine Frau aus Kirchhundem schwer verletzt wurde (wir berichteten). Die 24-Jährige war unterwegs nach Sundern, kam – nur etwa zwei Kilometer weiter bergauf – von der Fahrbahn ab; ihr Kleintransporter überschlug sich, prallte gegen einen Baum und kam im linken Straßengraben (bergab gesehen) zum Liegen. Ein Rettungshubschrauber brachte das Unfallopfer in eine Klinik – Anhaltspunkte für überhöhte Geschwindigkeit ergaben sich bei der Untersuchung dieses Unfallhergangs nicht.

Streckenprofil täuscht

Trotzdem werden die Gefahren der Landesstraße 685 – im Abschnitt der kurvenreichen Strecke über den Ochsenkopf – offenbar nicht selten unterschätzt. Nicht nur Pkw-Fahrer, sondern auch Biker, vor allem ortsfremde Verkehrsteilnehmer, lassen sich vom – auf den ersten Blick – eher harmlos wirkenden Streckenprofil „In der Flamke“ täuschen.

Doch die Straße ist in diesem Abschnitt sehr schmal, teils fehlt die Fahrbahnmarkierung – die Fahrbahn selbst ist an vielen Stellen löchrig, holprig und wölbt sich zur Mitte hin. In der Vergangenheit immer wieder Auslöser für Unfälle. Der letzte tödliche Unfall dort datiert aus Juni 2014, damals starb ein Pkw-Insasse (24) aus Arnsberg – exakt an der Stelle des aktuellen Unfallgeschehens.

„Unfallhäufungsstelle“ – erneute Prüfung notwendig?

Wie bereits berichtet, gilt die Landesstraße 685 weder in diesem Abschnitt noch im weiteren Verlauf über den Ochsenkopf als „Unfallhäufungsstelle“. Als solche werden neuralgische Punkte erfasst und beobachtet, an denen es immer wieder kracht (siehe Infobox). Dass der Ochsenkopf in der Unfallhäufungsstellen-Liste des Hochsauerlandkreises seit geraumer Zeit nicht mehr auftaucht, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die L 685 zwischen Sundern und Arnsberg inzwischen an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt ist.

Doch an den jüngsten Unfällen waren nur Pkw-Fahrer beteiligt – Anlass, die Einschätzung zu überprüfen? Die örtliche Unfalluntersuchung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Polizei, Straßenbau- und Straßenverkehrsbehörde, die gemeinsam eine Unfallkommission oder Verkehrssicherheitskommission bilden. Weil es sich um eine Landesstraße handelt, wäre neben Kreispolizeibehörde, HSK und Vertretern der Städte Arnsberg und Sundern auch Straßen NRW „im Boot“.

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