Eindringlinge

Ungebetene Gäste im Neheimer Freibad erwischt

Tagsüber ist das Freibad ein beliebter Treffpunkt – ungebetenerweise aber auch nachts. Foto:Hans Blossey

Tagsüber ist das Freibad ein beliebter Treffpunkt – ungebetenerweise aber auch nachts. Foto:Hans Blossey

Neheim.   Mindestens 24 Personen dringen nachts ins Neheimer Freibad an der Jahnallee ein. Ein Unbekannter hinterlässt sein Geschäft auf der Liegewiese.

Still und leise in der Dunkelheit über Zäune klettern, möglichst ungesehen über die schattigen Wiesen huschen und unter dem Sternenhimmel Bahnen durch das Wasser ziehen: Nächtliches Eindringen ins Freibad galt schon immer als Mutprobe beziehungsweise klassischer „Dumme-Jungen-Streich“.

Im Neheimer Freibad war es lange Zeit ruhig geblieben, aber in diesem Sommer bemerkt der Förderverein wieder verstärkt nächtliche Besucher. Der Vorstand macht deutlich, dass es sich beim Baden ohne Aufsicht und dem Eindringen auf fremdes Gelände nicht nur um einen Streich handelt und zieht Konsequenzen.

Gruppe meldet sich freiwillig

Am letzten Juli-Wochenende zum Beispiel ist gleich eine ganze Gruppe von Personen ins Freibad an der Jahnallee eingedrungen. Und sie hinterließen Spuren: Freibadmitarbeiter bemerkten den Besuch am nächsten Morgen aufgrund eines entrichteten Geschäfts auf der Grünfläche hinter dem Eingang, genauer gesagt mitten auf der Liegewiese, auf der tagsüber Badegäste ihre Handtücher ausbreiten und Kinder spielen.

So hatten die Freibad-Mitarbeiter die unschöne Aufgabe, die Hinterlassenschaften der ohnehin ungebetenen Gäste zu beseitigen. Wäre das Geschäft im Schwimmbecken verrichtet worden, so hätte das Freibad zur Reinigung vorübergehend geschlossen werden müssen, sagt Axel Blanke, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Neheim.

Verein setzt per Facebook eine Frist

Der Förderverein forderte die Betroffenen daraufhin via Facebook auf, sich zu melden. Er setzte den Unbekannten eine Frist, in der sie die Chance hatten, sich zu melden, bevor weitere Konsequenzen gezogen würden – nämlich das Einschalten der Polizei.

Bisher haben sich 24 Eindringlinge gemeldet. Sie werden als Strafe bei Freibadarbeiten helfen müssen. Bereits fünf Helfer hat der Förderverein aufgrund solcher Vorfälle ohnehin schon, so Blanke.

Eindringline müssen mithelfen

„Ich habe schon überlegt nachts eine Kasse zu eröffnen“, sagt Blanke ironisch, weil er von den ungebetenen nächtlichen Gästen genervt ist. Schon oft ist es vorgekommen, dass Unbekannte ins Neheimer Freibad eindrangen, indem sie über den Zaun kletterten. Jugendliche erlauben sich einen Scherz oder es steht auf der Liste unter den Dingen, „die ich im Leben mal gemacht“ haben muss.

„Die letzten zwei Jahre hatten wir unsere Ruhe“, erklärt Blanke. „Aber in diesem Sommer gibt es wieder häufiger solche Fälle.“ Verhindern lässt sich das nächtliche Eindringen leider nicht. Um ungebetenen Gästen keinen Einlass zu gewähren, wurde der Maschendrahtzaun um das Neheimer Freibad erst kürzlich ersetzt. „Anscheinend hilft nur noch eine zehn Meter hohe Mauer“, so Blanke.

Wenn das Eindringen an sich nicht verhindert werden könne, so können aber Strafen zur Abschreckung von Nachahmern folgen. Auch wenn der Verein in diesem Fall die Polizei nicht nachträglich verständigte – so zieht der Vorstand grundsätzlich immer eine Anzeige in Betracht.

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