Tourismus

Verkehrsverein: Arnsberger Radwegnetz noch weiter ausbauen

Annette Baumeister, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins Arnsberg

Annette Baumeister, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins Arnsberg

Foto: Katrin Clemens

Arnsberg.   Ein Interview mit Annette Baumeister, der neuen Geschäftsführerin des Verkehrsvereins, über Ziele und Wünsche.

An der Spitze des Verkehrsvereins Arnsberg steht neuerdings Annette Baumeister. Die 49-Jährige tritt die Nachfolge der langjährigen Geschäftsführerin Karin Hahn an. Sie spricht im Interview mit unserer Zeitung über Arnsbergs touristische Qualitäten und wie der Radtourismus in Zukunft noch gestärkt werden soll.

Was sind aus Ihrer Sicht die stärksten Pfunde, die Arnsberg touristisch zu bieten hat?

Die Stadt Arnsberg profitiert stark vom Radtourismus. Foto: Ted Jones Annette Baumeister: Dazu gehört sicherlich der Ruhrtalradweg. Seit es den Weg gibt und seit immer mehr Menschen Pedelec fahren, hat der Radtourismus enorm zugenommen. Die Hotels und die Gastronomie im gesamten Stadtgebiet profitieren davon. Für gewisse Brückentage, an denen auch größere Veranstaltungen stattfinden, sind wir im Voraus fast ausgebucht.

Auch Ferienwohnungen sprießen im gesamten Stadtgebiet aus dem Boden, deren Ausstattung immer besser wird. Das ist einfach eine schöne Entwicklung. Und dann ist die Lage der Stadt ausschlaggebend. Die Ruhr, die Wälder, die Nähe zu den Stauseen – wir haben sehr viel an Natur zu bieten und der Freizeitwert ist enorm hoch.

Wie soll diese Entwicklung weiter gestärkt werden?

Ein Ziel ist es, mit dem Ausbau der Radwege rund um Arnsberg die Radtouristen auch länger hier zu halten als nur eine Nacht bei einem Zwischenstopp auf dem Ruhrtalradweg. Und auch vom integrierten Handlungskonzept für die Altstadt erhoffe ich mir sehr viel, da bin ich auch guter Dinge, dass das bald umgesetzt wird.

Ganz dringend brauchen wir einen Wohnmobilstellplatz mit Ver- und Entsorgungsstation und der Bau eines Hotels mit Tagungsräumen hier im Stadtteil Arnsberg ist ein weiteres Ziel, das wir in naher Zukunft verwirklicht sehen möchten.

Welche Rolle spielen Veranstaltungen für den Tourismus?

Sie sind für viele Reisegruppen, der Anlass, in die Stadt zu kommen und sie dann darüber hinaus zu erkunden. Zum Weihnachtsmarkt zum Beispiel kommen jedes Jahr Gruppen aus ganz Deutschland, er ist wirklich ein Aushängeschild. Der Markt ist klein und fein, genau diese Beschaulichkeit suchen die Gäste auch, die hierherkommen.

Mit unseren Stadtführungen, dem Sauerland-Museum und den Entwicklungen im Kloster Wedinghausen sowie dem Gastronomieangebot erhöhen wir die Aufenthaltsdauer der Gruppen.

Seit Kurzem hat Arnsberg auch eine Stadtmarketing-Managerin – wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit ist sehr eng, wir sind in ständiger Absprache miteinander. Gesamtstädtisches Marketing und gesamtstädtischer Tourismus müssen ineinandergreifen, das finde ich wichtig. Man sollte das große Ganze im Blick haben und sich nicht im Kleinen verlieren, es wäre schön, wenn sich diese Ansicht in den Köpfen aller Arnsberger festsetzt.

Welche Bedeutung hat die Vernetzung der Städte innerhalb des Sauerlands für den Tourismus?

Eine sehr hohe. Auf Messen zum Beispiel präsentiert sich das Sauerland geschlossen als Tourismus-Region. Das könnten wir als einzelner Verkehrsverein gar nicht leisten, so sind wir gut vertreten.

Darüber hinaus gibt es eine Zusammenarbeit mit Soest, Bad Sassendorf und Möhnesee. Wir erstellen gemeinsame Angebote und bewerben touristische Höhepunkte der jeweils anderen Städte und Gemeinden.

Sie haben lange in München und Köln gelebt. Hand auf’s Herz – fehlt Ihnen vor Ort privat manchmal e twas an Freizeitmöglichkeiten?

Nein, mir fehlt hier privat nichts. Und das sage ich wirklich nicht nur als Geschäftsführerin des Verkehrsvereins. ich bin in Köln immer gerne ausgegangen, aber auch hier gibt es tolle Gastronomie.

Wenn mir nach mehr Stadtleben ist, fahre ich nach Köln oder ­Münster, aber ehrlich gesagt ist es mir dann auch schnell wieder zu voll und zu laut. Ich weiß die Natur rund um Arnsberg wirklich sehr zu schätzen und genieße die Ruhe bei ausgiebigen Wanderungen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben