Gesichter des Krieges

Video-Kalender „Menschen auf der Flucht“

| Lesedauer: 3 Minuten
Singen, um zu vergessen

Singen, um zu vergessen

Der Frauenchor Chervona Kalyna besteht aus geflüchteten Frauen aus der Ukraine So farbenfroh ihr Haarschmuck auch aussehen mag, dahinter stecken herzergreifende Schicksale. Etwa 20 Frauen aus verschiedensten Regionen der Ukraine haben sich in Sundern zusammengetan, um zu vergessen und gegen ihre Angst anzusingen. Sie sind Teil des Video-Kalenders der Lions Neheim-Hüsten und sangen auf der Feierlichkeit zur Veröffentlichung desselben.

Beschreibung anzeigen

Neheim.  Am Mittwochabend wurde der Videokalender veröffentlicht, der Menschen auf der Flucht eine Stimme gibt. Ein sehr emotionaler und berührender Akt.

Bereits beim Betreten des großen Saals im Kunstwerk Neheim sind sie hörbar - die Stimmen der Ukraine.

„Chervona Kalyna“ nennt sich der Chor aus Sundern, der gegen seine Angst und das Heimweh der 15 Frauen zwischen 13 und 60 Jahren ansingt. Denn sie alle kommen aus der Ukraine - geflohen vor dem brutalen Krieg. Diesmal singen sie für all diejenigen, die sich am Videokalender beteiligt haben - für die Lions Neheim-Hüsten, für das Organisationsteam und alle fleißigen Beteiligen, für die vielen ehrenamtlichen Akteure, die sich in das Projekt eingebracht haben und natürlich all die Menschen, die bereit sind, ihre Geschichte zu erzählen. Ihre Schicksale, um den Menschen einen Einblick in das Leben in Krisengebieten zu geben.

Natalya Franz lebt bereits seit 19 Jahren in Deutschland, seit 11 Jahren in Sundern. Sie ist Ukrainerin und dolmetscht für die geflüchteten Frauen und Kinder, die sich nun in Arnsberg und Sundern neu orientieren müssen. Ohne zu wissen, was ihnen die Zukunft bringen wird. Ohne zu wissen, ob sie jemals in ihre Heimat zurückkehren können. Der Anlass diesmal ist war die Veröffentlichung des Video-Kalenders „Menschen auf der Flucht“ (wir berichteten).

Aufmerksamkeit für Schicksale der Menschen in Krisengebieten

Ziel des zeitlosen Kalenders ist es, Aufmerksamkeit für die Schicksale von Menschen in Krisengebieten und auf der Flucht zu schaffen und Unterstützungsmaßnahmen zu finanzieren. Das Besondere an diesem zeitlosen Wandkalender ist, dass auf jeder Monatsseite Menschen zu sehen sind, die selbst fliehen mussten.

Integriert ein kurzer Text zum Kennenlernen. Via QR-Code können dann die Geschichten dazu in einem Video angesehen werden. Die Projektidee stammt von den Lions Neheim-Hüsten, die ihrer Idee mit der Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer Leben einhauchten.

10 Euro für den guten Zweck

An verschiedenen Verkaufsstellen liegen die Video-Kalender nun für 10 Euro zum Erwerb aus. Durch den Kauf dieses Kalenders leistet jede Käuferin und jeder Käufer einen wertvollen Beitrag, denn die Erlöse des Kalenderverkaufs kommen unterschiedlichen Hilfsinitiativen für Flüchtlinge zugute. Das Ziel der Lions ist es, den Video-Kalender deutschlandweit bekanntzumachen, um mehr Verkäufe für die Finanzierung weiterer Hilfsangebote zu generieren.

Am Mittwochabend jedoch ist es nicht um der Verkauf an an erster Stelle, um den es sich dreht. Vielmehr sind es die zahlreichen Menschen, die sich für diesen Kalender interviewen sowie filmen ließen. Denn nur durch sie ist es möglich, den unzähligen Schicksalen Gesichter und vor allem eine Stimme zu geben.

Weitere Infos und Möglichkeiten der Unterstützung finden Sie unter: www.menschen-auf-der-flucht.com.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Arnsberg

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER