Rathaussanierung

Viel Glas soll Bürgern Offenheit signalisieren

Eine Innenansicht des neuen Rathaus-Foyers, es gibt aber schon eine Änderung: An der Decke gibt es statt einer Glasfläche zwölf Tageslicht-Öffnungen.

Eine Innenansicht des neuen Rathaus-Foyers, es gibt aber schon eine Änderung: An der Decke gibt es statt einer Glasfläche zwölf Tageslicht-Öffnungen.

Arnsberg.   Für Sanierung des Arnsberger Rathauses erhalten Kölner Architekten Zuschlag. Aus Kostengründen wurde Entwurf überarbeitet

Das Kölner Büro „v-architekten“ hat den Zuschlag erhalten, das Rathaus der Stadt Arnsberg umzubauen. „v-architekten“ hatten bereits den Architektenwettbewerb gewonnen, doch dies bedeutete nicht zwangsläufig, dass das Kölner Architekten-Team auch mit der Realisierung beauftragt wird. Es waren nämlich noch Nachbearbeitungen am Entwurf erforderlich, die die Stadt Arnsberg aus Kostengründen wünschte. Da die Kölner Architekten auch nach dieser Überarbeitung immer noch auf Platz 1 im Vergabeverfahren lagen, erhielten sie den Auftrag für die Umsetzung.

Grundkonzept wird beibehalten

Beibehalten wird das Grundkonzept, durch viel Glas für Transparenz im Rathaus zu sorgen. Die Gebäudesanierung erfolgt nach modernsten energetischen Kriterien. Auch bleibt es bei der Schaffung von Barrierefreiheit, insbesondere am Rathaus-Zugang an der Ruhrseite.

Da der erste Entwurf rund zwei Millionen Euro teurer ausfiel als es das Budget von 21 Millionen Euro vorgab, speckten die Kölner Architekten ihren Entwurf ab, so dass er das Kostenvolumen von 21 Millionen Euro nun einhält. So wird auf den Bau einer zusätzlichen Tiefgarage am Rathaus verzichtet. Die jetzige Tiefgarage für Dienstwagen unterm Rathaus bleibt bestehen. Mitarbeiter und Besucher sollen weiterhin die jetzige große Freifläche hinter dem Rathaus zum Parken ihrer Fahrzeuge nutzen. Der Autoverkehr wird aber - wie von v-Architekten vorgeschlagen - künftig auf die heutige Straße zwischen Autobahn und Rathaus begrenzt.

Autoverkehr wird eingeschränkt

Vor dem Rathaus dürfen künftig keine Wagen mehr herfahren, weil dieser Platz mit anschließenden Terrassen an der Ruhr zum Verweilen einladen soll. Im Erdgeschoss des Rathauses wäre Gastronomie möglich, wobei eine solche Kantine nicht nur von Mitarbeitern der Verwaltung, sondern auch von Rathaus-Besuchern genutzt werden könnte. „Wir wollen aber keine Kneipe schaffen“, betont der städtische Planungsdezernent Thomas Vielhaber. Um den baulichen Anspruch „Öffnung zum Stadt-Quartier“ zu erfüllen, hält Vielhaber den Bau einer Fußgängerbrücke über die Ruhr für geboten. Diese Brücke würde den Fluss und Überschwemmungsbereich an beiden Ruhruferseiten überspannen und dann im rückwärtigen Bereich der kleinen Spielhalle enden.

Zwölf große Tageslichtöffnungen im Foyer

Entgegen dem ersten Entwurf wird unter der Decke des Rathaus-Foyers keine riesige durchgehende Tageslicht-Glasfläche geschaffen, sondern zwölf, jeweils etwa 20 Quadratmeter große Lichtöffnungen entstehen. Hätte man eine kompakte Glasfläche schaffen wollen, wären teure statische Änderungsarbeiten am Foyer nötig gewesen.

Die ursprünglich in der Fensterverglasung vorgesehenen Photovoltaik-Elemente längs der Büros im achtgeschossigen Rathaus-Turm werden ebenfalls aus Kostengründen nicht realisiert. Stattdessen entsteht eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Rathaus-Turms. Die anfangs hier geplante Dachterrasse entfällt. Beibehalten wird der Plan einen neuen Ratssaal zu errichten. Der alte Ratssaal wird abgerissen. Auf dieser Fläche entsteht ein neues Stück Rathaus-Foyer mit Büros und an der Stirnseite des zweigeschossigen Gebäudeteils wird ein neuer Ratssaal gebaut.

KOMMENTAR von Martin Schwarz

Daumen hoch für Rathaus-Umbau!

Der Entwurf für den Umbau des Rathauses ist überzeugend. Daumen hoch! Es entsteht ein Gebäude, das die Stadt Arnsberg angemessen repräsentiert. Es ist kein Prunkbau, aber erfüllt die Ansprüche an moderne Architektur im 21. Jahrhundert. Durch viel Glas in der Fassade sowie im Foyer-Innenbereich, aber auch durch den gläsernen Ratssaal wird das künftige Rathausgebäude auf Bürger deutlich einladender wirken als heute. Die stärkere Öffnung gegenüber dem Bürger wird auch durch Multifunktionsräume erreicht, die sowohl von Verwaltungsmitarbeitern als auch von Vereinen und Gruppen genutzt werden können. Der neue große, rein fußläufige Rathausplatz mit angrenzendem Verweilbereich am Ruhrufer wirkt auch attraktiv.

Das neue Rathaus wird deutlich mehr bieten als attraktive Arbeitsplätze für 300 Verwaltungsmitarbeiter, die im Rathaus tätig sind. Es soll viel stärker als bisher ein Ort der Begegnung von Bürger, Verwaltung und Politik werden. Gut so! Aber der skeptische Bürger, der schon gefrustet das Rathaus verließ, weil auf sein Anliegen nur sehr zögerlich bis negativ reagiert wurde, baut auch auf Veränderung in den Köpfen der Verwaltung. Der Bürgerservice-Gedanke sollte proportional zum deutlich gestiegenen Gebäudeanspruch wachsen.

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