Fest in Neheim

Vielfalt der Kulturen bei „Dies Internationalis“ erleben

Neben  einigen Fahnen von Ländern, die beim Dies Internationalis durch Tänze oder Essensstände vertreten sind, sitzt die langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende des Internationalen Arbeitskreises Arnsberg, Gabriele Schüttelhöfer. Die Zahl der beim Fest vertretenen Länder ist allerdings weitaus größer als die kleine Fahnen-Auswahl.

Neben einigen Fahnen von Ländern, die beim Dies Internationalis durch Tänze oder Essensstände vertreten sind, sitzt die langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende des Internationalen Arbeitskreises Arnsberg, Gabriele Schüttelhöfer. Die Zahl der beim Fest vertretenen Länder ist allerdings weitaus größer als die kleine Fahnen-Auswahl.

Foto: Martin Schwarz

Neheim.   Der „Dies Internationalis“ findet am 15. Juni auf dem Neheimer Marktplatz statt. Die WP sprach mit Mitorganisatorin Gabriele Schüttelhöfer.

Seit 50 Jahren gibt es nun den „Dies Internationalis“. Das Goldjubiläum wird beim „Dies Internationalis“ am Samstag, 15. Juni, von 11 bis 23 Uhr auf dem Neheimer Marktplatz gefeiert. Das Fest der Völkerverständigung wird vom Internationalen Arbeitskreis (IAK) Arnsberg in Kooperation mit dem Integrationsrat und der Stadt Arnsberg veranstaltet. Gabriele Schüttelhöfer, langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende des IAK, hat in einem Team von Mitarbeitern das internationale Fest maßgeblich mitorganisiert. Unsere Zeitung sprach mit der 75-jährigen Hüstenerin über die Historie und die Ziele des „Dies“.


Wie ist der „Dies Internationalis“ entstanden?Gabriele Schüttelhöfer: Der „Dies Internationalis“ ist insbesondere ein Verdienst der mittlerweile verstorbenen Lehrerin Dr. Agnes Wenke, die früher am St.-Ursula-Gymnasium unterrichtete. Sie hatte in Italien studiert und sprach perfekt italienisch. So konnte sie in den 1960er Jahren gut Kontakte zu den so genannten Gastarbeiterfamilien aus Italien knüpfen. Neben der Vermittlung von Deutschkenntnissen engagierte sie sich – zusammen mit Schülern und Lehrerkollegen - auch stark sozial, zum Beispiel für besseren Wohnraum für Italiener, die anfangs recht kärglich untergebracht waren.


Wie ging es weiter?
Im Laufe der Jahre kamen viele weitere Gastarbeiter und ihre Familien auch aus anderen Ländern wie Portugal, Spanien, Griechenland und Türkei nach Arnsberg und da lag die Idee nahe, bei einem Fest der Kulturen die Nationen zusammenzuführen, damit sich die einzelnen Nationen untereinander – zusammen mit den Deutschen - bei einem Fest auf leichte Weise näher kennen lernen können. Der erste „Dies Internationalis“ fand 1969 auf dem Schützenhof der Hüstener Schützenhalle statt.


Wie wurde der „Dies“ in der Stadt verankert?
Der Gründungsvorsitzenden des Internationalen Arbeitskreises, Dr. Agnes Wenke, gelang es, die vielfältige Arbeit des IAK wie zum Beispiel Sprachförderung, Hausaufgabenhilfe und Dies Internationalis auf eine breitere, gesellschaftlich anerkannte Ebene zu stellen und dabei insbesondere die Stadt einzubinden. Der anfangs nur alle zwei Jahre stattfindende „Dies“ wechselte in den 1970er Jahren den Standort und wurde bis Ende der 1980er Jahre in Bremers Park in Neheim gefeiert. Hier konnte er IAK auch Räumlichkeiten innerhalb der Villa Bremer , zum Beispiel für eine Cafeteria oder zum Umziehen beteiligter Künstler, nutzen. 1990 wurde dann zum ersten Mal der „Dies“ auf dem Neheimer Marktplatz gefeiert – und dann auch im jährlichen Rhythmus. Mit dem Veranstaltungsort „Marktplatz“ wollten wir die Anliegen des „Dies“ noch näher in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.


Was sind die Anliegen des „Dies“?
Zunächst einmal geht es uns um ein harmonisches Fest der Nationen und Kulturen. Wir wollen zeigen, dass die Nationen friedlich und freundlich miteinander umgehen können. Auch deshalb ist das traditionelle internationale Friedengebet am Anfang eines Dies Internationalis wichtig. Übrigens hat es noch nie eine Schlägerei auf einem „Dies“ gegeben. Sollte jemand mal einen über den Durst getrunken haben und aggressiv geworden sein, wurde er rechtzeitig von anderen „Dies“-Akteuren vom Platz gebracht. Friedlich und freundlich soll der „Dies“ sein – das ist uns wichtig.


Wie sieht Ihre Bilanz nach 50 Jahren aus?
Es geht uns darum, dass sich die Nationen näher kennen lernen – bei Speis und Trank, im lockeren Gespräch miteinander oder beim gemeinsamen Erleben internationaler Kultur wie Musik und Tanz. Mit dem „Dies“ schaffen wir auch im 50. Jahr des Bestehens die Gelegenheit, unter den Nationen mehr Verständnis, mehr Achtung und mehr Respekt füreinander zu entwickeln. Ich denke, dass die Arbeit des Internationalen Arbeitskreises Arnsberg in den vergangen Jahrzehnten einen Beitrag dazu leistete, dass nach der Zuwanderung von Arbeitskräften und ihrer Familien keine Fremdenfeindlichkeit unser Stadtbild prägte.


Wie ist Ihr persönliches Engagement für den Internationalen Arbeitskreis entstanden?
In den 1970er Jahren war der IAK im „Haus International“ neben dem damaligen Hotel Esser am Herdringer Weg / Ecke Kleinbahnstraße untergebracht. Beide Gebäude gibt es heute nicht mehr, das ist heute Trilux-Gelände. Im „Haus International“ habe ich Hausaufgabenhilfe gemacht. Hier kamen zum Beispiel italienische, türkische und portugiesische Schüler zusammen. Ich habe dann auch beim Dies mitgeholfen, anfangs in kleinerem Umfang als später in den Jahren 1989 bis 2016, als ich Vorsitzende war. Mir ist es aber wichtig zu sagen, dass der „Dies“ von einem Team organisiert wird. Diesem Team gehören heute an: Heino Künkenrenken, Siggi Becker, Beate Albersmeier, Tarik Ersöz, Sonja Essers, Stefan Wulf, Sandro da Silva, Ilhan Özcan und ich.

>> Hintergrund

Der „Dies Internationalis“ findet am Samstag, 15. Juni, von 11 bis 23 Uhr auf dem Neheimer Marktplatz statt. Nach den Eröffnungsansprachen um 11 Uhr steht um 12 Uhr eine Friedensgebet mit Tempeltanz und Derwischen auf dem Programm. Es gibt viele internationale kulinarische Stände sowie Musik- und Tanz-Vorführungen aus zahlreichen Kulturen. Ab 19 Uhr spielt die Band „Unlimited“. Weitere Programm-Infos im Internet unter der Adresse : www.dies-internationalis.de

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