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Vosen aus Arnsberg mahnt zum Nachdenken beim Handykauf

Manuela Vosen (pädagogische Mitarbeiterin) steht im Missio Truck im Laden, wo der Rundgang für die Besucher startet. Missio Truck in Arnsberg auf dem Neumarkt am 06. Juni 2019.

Manuela Vosen (pädagogische Mitarbeiterin) steht im Missio Truck im Laden, wo der Rundgang für die Besucher startet. Missio Truck in Arnsberg auf dem Neumarkt am 06. Juni 2019.

Foto: Thomas Nitsche

Arnsberg.   Missio Truck macht auf Initiative des Kirchenkreises Arnsberg Station auf Neumarkt und informiert über Flucht. Schüler nehmen an Diskurs teil.

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„Es macht mich traurig und es ist erschreckend, dass wir hier von den Zuständen in Kongo so gut wie nichts mitbekommen“, so ein 15-jähriger Arnsberger Schüler zum Erlebten im missio-Truck, der auf dem Neumarkt stand.

Bei einem Rundgang in dem missio-Truck wurden die 75 Schüler und Schülerinnen der Klassenstufe 9 über das Thema Flucht und Fluchtursachen im Kongo zu informiert. Die pädagogische Mitarbeiterin Manuela Vosen ging nach dem Eindrücken im Truck, dass erlebte mit den Teilnehmern gemeinsam durch.

Im missio-Truck ist ein selbstgeführter Rundgang zum Thema Flucht mit dem Beispiel der Demokratischen Republik Kongo. Dort herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände im Osten des Landes. Das Land hat 80 Millionen Einwohner, und ist fast sieben Mal größer als Deutschland. Die Schüler und Schülerinnen erfuhren an den verschiedenen Stationen im Truck, dass der Konflikt über Bodenschätze, die im Land abgebaut werden, finanziert wird. Die Menschen werden unter Androhung von Gewalt gezwungen, in den illegalen Minen zu arbeiten wo Gold, Zinn, Wolfram und Coltan gewonnen wird. Für ihre Arbeit bekommen sie kein Geld und nur das Nötigste zu essen.

Multimedia-Präsentation unterstreicht Missstände

In der multimedialen Ausstellung bekamen alle Beteiligten einen von acht verschiedenen Avataren. Jeder hörte die Geschichte dieser Person: Alles begann an einem Stand auf dem Markt. Plötzlich wird die Stadt angegriffen und alle, die die Möglichkeit hatten, flüchteten. Dazu gehörte auch der 28-jährige Taxifahrer Christian. Bei der Flucht verlor er seine Frau und seine beiden Kinder. Seine Existenz, dass Taxi, wurde von den Rebellen zerstört. Er findet seine Familie nicht wieder und arbeitet später in einer Perlenfabrik in einer großen Stadt. Ein 15-jähriges Mädchen kennt kein eigenes zuhause, weil sie mit ihrer Mutter ständig auf der Flucht ist. Immer nach der Geschichte des Avatars. „Das war sehr aufregend. Ich konnte mich gut in die Lage der Flüchtlinge hinein versetzen“, gibt eine Schülerin ihre Eindrücke wieder.

Bei der Besprechung erfuhren die Teilnehmer, wo sie hier handeln können. „Da wäre ein Beispiel: unser täglicher Begleiter das Handy“, gab Manuela Vosen einen Denkanstoß. Rohstoffe, die von den Zwangsarbeitern abgebaut werden, befinden sich in unseren Handys. „Wir sollten beim Kaufverhalten unserer Handys einiges in Frage stellen“, gab Vossen zu bedenken. Ob es immer sein muss, dass man ein neues Handy haben muss? Oder warum sich keiner Gedanken macht, ein „Fair Gehandeltes Handy“ zu erwerben.

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