WP-Waldretter

Waldlokal Bruchhausen: Trockenheit setzt Setzlingen stark zu

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Bilderrahmen an der Pflanzfläche in Bruchhausen.

Bilderrahmen an der Pflanzfläche in Bruchhausen.

Foto: Martin Haselhorst

Bruchhausen.  Ein Jahr „Waldretter“ in Bruchhausen: So hat sich das „Waldlokal“ am SGV-Heim entwickelt.

Die Arnsberger Stadtförsterin Petra Trompeter weiß, was sie tut, muss aber ihre Grenzen erkennen. „Das Wetter können wir nicht beeinflussen“, sagt sie. Und genau das wirkte sich auch auf die „Waldretter“-Pflanzfläche oberhalb des SGV-Wanderheims in Bruchhausen aus. Die Bilanz nach einem Jahr Wachstum ist nicht vom Problem des Klimawandels zu trennen.

So lief das Pflanzfest in Bruchhausen>>>

„Es war ein schwieriges Jahr“, erklärt Petra Trompeter, „es war wieder viel zu trocken.“ Das habe den Neuanpflanzungen mächtig zugesetzt. Auch jetzt noch sei allerorts der Boden im Wald viel zu trocken. Bei 20 bis 25 Zentimeter tiefen Bohrungen für neue Setzlinge falle das drastisch auf. „Da kommt nur Staub raus“, sagt die Stadtförsterin. Unterhalb von fünf Zentimeter sei das Waldboden bereits zu trocken.

So werden Sie Waldretter>>>

Was aber ist in einem Jahr auf der Pflanzfläche in Bruchhausen passiert? Im November 2021 hatten hier von unserer Zeitung über die Initiative „WP-Waldretter“ rund 60 Baumspender und Kinder aus dem Ort auf einer nun umzäunten Fläche abschließend 750 Esskastanien gepflanzt. Zuvor waren auf der zwei Hektar großen Fläche schon Rotbuche und etwas Lärche gesetzt worden - alles in allem über 7000 Bäume. „Wir pflanzen viele Baumarten“, so Trompeter damals, „denn wir wissen ja heute auch nicht, wie das Klima in 80 bis 100 Jahren ist.“

Insgesamt, so die Försterin, sei sie „zufrieden mit der Entwicklung der Fläche“. Sichtbar gewachsen sind die Esskastanien und die Lärchen, deren Triebe schneller hochwachsen. Sie sind inzwischen hüfthoch. Die Rotbuche brauche länger. Grundsätzlich besser entwickeln würden sich aber Rotbuche und Lärche. Auch innerhalb der Fläche gibt es ein Gefälle. Im unteren Bereich - hin zur Wohnbebauung - würden sich die Neuanpflanzungen schwerer tun. „Hier müssen wir noch genau schauen, woran das liegt“, sagt Petra Trompeter. Sie vermutet besondere Bodenbeschaffenheiten in diesem Bereich.

Trockenheit ist das Problem. Der „Wildwuchs“ von Himbeere und Gräsern sei zwar eine Konkurrenz ums knappe Wasser, jedoch hätte deren Beschattung auch dazu beigetragen, Feuchtigkeit im Boden zu halten. „Jetzt binden sie den Tau“, so Trompeter. In diesen Zeiten zählt jeder Tropfen Wasser im Wald.

Das ist die Bilanz der WP-Waldretter>>>

Das Pflanzfest damals fand wie alle Waldretter-Aktionen in Kooperation der Waldlokal-Initiative statt, die Spenden für die Wiederaufforstung in vielen Bereichen im Kreis Soest und Hochsauerlandkreis sammelt. Über das „Waldlokal“ werden auch die Spenden der „WP-Waldretter“ verteilt. Und davon gab es für den Bereich Arnsberg und Sundern reichlich. Waldlokal-Initiator Mario Ernst spricht von 13.382 Euro, die über die „Waldretter“ für Arnsberg, und weitere 5723 Euro für Sundern. Für 5 Euro wird ein Baum gepflanzt - inklusive aller Nebenarbeiten und potenziell nötiger Nachpflanzungen.

Als nächstes in Arnsberg geplant ist aus Waldretter- und Waldlokalmitteln die Anpflanzung von 6000 Bäumen (Stieleichen, Hainbuchen, Elsbeere und Weichtanne) im Naturschutzgebiet Lüerwald oberhalb des Dorint-Hotels in Neheim. Auch in Sundern hat es bereits zwei Waldlokal-Pflanzfeste mit „Waldretter“-Hilfe gegeben.

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