„ambulant vor stationär“

„Wie geht’s denn jetzt mit Oma weiter...?“

Silvia Kölber von „ambulant vor stationär“ an ihrem Arbeitsplatz im Gesundheitsamt des HSK im Arnsberger Eichholz. Von dort aus betreut die Diplom-Sozialarbeiterin den westlichen HSK (Arnsberg, Sundern, Schmallenberg, Eslohe).

Silvia Kölber von „ambulant vor stationär“ an ihrem Arbeitsplatz im Gesundheitsamt des HSK im Arnsberger Eichholz. Von dort aus betreut die Diplom-Sozialarbeiterin den westlichen HSK (Arnsberg, Sundern, Schmallenberg, Eslohe).

Foto: Torsten Koch

Arnsberg/Hochsauerlandkreis.  „Ambulant vor stationär“: Silvia Kölber und Anne Rickert beraten seit sieben Jahren zur Pflege im HSK. Neuer „Ratgeber zur Pflegebegutachtung“.

Alle Jahre wieder stehen viele Familien vor der bangen Frage: „Wie geht’s denn jetzt mit Oma (oder Opa) weiter?“ „Vor allem in den Sommerferien, aber auch um die Weihnachtszeit werden wir am häufigsten ins Boot geholt“, berichtet Silvia Kölber von regelrechten Stoßzeiten, wenn plötzlich „Pflegenotstand“ herrscht. Sie und ihre Kollegin ­Anne Rickert vom Beratungsteam „ambulant vor stationär“ des Hochsauerlandkreises können fast ­immer helfen – bitten aber dringend um frühzeitige Kontaktaufnahme.

So lange wie möglich im eigenen Zuhause

Selbsthilfe ist übrigens ebenfalls eine Option – der druckfrische „Ratgeber zur Pflegebegutachtung“ liefert allen Betroffenen und Inter­essierten wertvolle Informationen rund um den Pflegegrad (mehr dazu im Infokasten). Im Fokus der Beratungstätigkeit der Diplom-Sozialarbeiterinnen steht das Bemühen, eine Heimaufnahme möglichst lange zu vermeiden. „Jeder möchte doch so lange wie möglich in seinem eigenen Zuhause leben“, sagt Silvia Kölber. Von ihrem Büro im Arnsberger Kreishaus aus betreut sie den westlichen HSK (Arnsberg, Sundern, Eslohe, Schmallenberg). Kollegin Anne ­Rickert arbeitet im Mescheder Kreishaus, kümmert sich um den östlichen HSK (Meschede, Bestwig, Olsberg, Brilon, Marsberg, Medebach, Winterberg, Hallenberg).

Im Büro sind beide eher selten anzutreffen. „Viel Außendienst, viele Termine, viel Fahrerei“, berichtet die Olsbergerin Silvia Kölber von ihrem fordernden Job, der sich im Kern stets um dieselbe Problematik dreht: „Geht es überhaupt noch weiter mit dem Leben in den eigenen vier Wänden?“ Das lässt sich am besten vor Ort klären, im Gespräch mit den Betroffenen, ihren Angehörigen (falls vorhanden) und unter Beteiligung der Pflegedienste sowie weiterer ambulanter Dienst­leister. Der Beratungsbedarf ist groß – und längst nicht gedeckt: Seit Beratungsbeginn im April 2012 sind ca. 1800 Fälle zusammen gekommen. „Viele dieser Menschen begleiten wir schon seit Jahren, weil die Hilfen immer wieder angepasst oder optimiert werden müssen“, ­erklärt Silvia Kölber. Mit Blick auf die Zukunft spricht die Olsbergerin von einer „demografischen Welle“, die es zu meistern gilt. Nicht gerade einfach für ein „Zwei-Frau-Team“ in den Weiten des Flächenkreises HSK, oder?

Sieben Jahre erfolgreiche Arbeit

Sicher nicht, doch das Duo liefert bereits seit sieben Jahren erfolgreiche Arbeit ab. So erfolgreich, dass der Kreistag im Jahr 2015 beschlossen hat, das drei Jahre zuvor als befristetes Pilotprojekt gestartete Angebot zu entfristen und zum festen Bestandteil der Dienste des Hochsauerlandkreises zu machen. „Angedockt“ sind die Damen übrigens beim Gesundheitsamt.

Doch der pflegerische Sachverstand von Silvia Kölber und Anne Rickert ist im Laufe der Jahre, auch durch Erfahrungswerte, enorm gewachsen, sie sind gut aufgestellt und geben ihr Wissen gerne weiter.

30 Seiten starke Broschüre

Womit wir wieder auf den – rund 30 Seiten starken – Ratgeber zurückkommen: Die beiden Exper­tinnen aus dem Hochsauerland ­haben viel zum Gelingen beigetragen: in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Pflegeberatung aus dem Märkischen Kreis und dem Kreis Soest – in Kooperation mit den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe.

„Über ein Jahr lang haben wir uns Gedanken gemacht, die während regelmäßiger Treffen in den neuen Ratgeber eingeflossen sind“, blickt Silvia Kölber zurück. Komplett überarbeitet, ist das Heftchen nun eine gute Hilfe zur Vorbereitung der Begutachtung. „Menschen, die einen Pflegegrad neu beantragen oder einen bestehenden erhöhen möchten, finden darin alle relevanten Infos“, sagt die Sozialarbeiterin.

Gezielte Vorbereitung möglich

Eine gezielte Vorbereitung auf alle Fragen, die der Medizinische Dienst der Kassen (MDK) in Sachen Pflegegrad stellt, ist somit möglich. „So lassen sich Unsicherheiten abbauen“, führt Silvia Kölber weiter aus. Auch Alleinstehende können die Broschüre als Leitfaden zur Vorbereitung auf das Begutachtungs­gespräch optimal nutzen.

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