Waldbesuch liegt im Trend

Wildwald Voßwinkel steigert Besucherzahl um 21 Prozent

Wildwaldinhaber Franziskus von Ketteler zeigt die urige Waldhütte „Libellenhaus“, in der man mitten im Lüerwald übernachten kann. Diese und weitere sechs Übernachtungsmöglichkeiten im Wildwald Voßwinkel sind stark gefragt. Die Hütten sind für 2020 nahezu ausgebucht.

Wildwaldinhaber Franziskus von Ketteler zeigt die urige Waldhütte „Libellenhaus“, in der man mitten im Lüerwald übernachten kann. Diese und weitere sechs Übernachtungsmöglichkeiten im Wildwald Voßwinkel sind stark gefragt. Die Hütten sind für 2020 nahezu ausgebucht.

Foto: Martin Schwarz

Voßwinkel.  In den vergangenen acht Monaten verzeichnete der Wildwald Voßwinkel 10.640 Besucher mehr als im Vorjahreszeitraum.

In Zeiten der Corona-Pandemie ist das Interesse vieler Bürger am Natur-Erlebnis Wald deutlich gestiegen. Dies spürt auch Franziskus von Ketteler, Inhaber des Wildwalds Voßwinkel. „In den vergangenen acht Monaten - von Januar bis August 2020 - haben wir 10.640 Besucher mehr gezählt als im Vorjahreszeitraum. Dies ergibt ein Plus von 21,73 Prozent“, berichtet der Voßwinkeler Waldbesitzer. Nicht eingerechnet in diese Zahl hat Ketteler mehrere Tausend Wildwaldbesucher, die im Frühjahr während des mehrwöchigen Lockdowns ohne Eintritt den Wildwald betreten durften, weil es im Wildwald keine Angebote gab.

Hütten in 2020 nahezu ausgebucht

Die Steigerung der Besucherzahl ist umso beachtlicher, weil in diesem Jahr Corona-bedingt auf Besuchermagnete wie das Wildwald-Frühlingsfest verzichtet werden musste. Sehr positiv hat sich dagegen die Vermietung von Schlafstätten mitten im Wald entwickelt. „Unsere sieben Übernachtungsmöglichkeiten sind für 2020 nahezu ausgebucht“, berichtet Ketteler.

Auch wenn bereits seit Jahrzehnten der wirtschaftliche Betrieb des Wildwalds auf die Unterstützung durch die Eigentümerfamilie angewiesen ist, muss Franziskus von Ketteler natürlich die wirtschaftlichen Zahlen fest im Blick haben. So gehört die Ausrichtung des schon traditionellen Weihnachtswaldmarkts zentral zur Wirtschaftlichkeit des Wildwalds dazu. „Wenn wir den Weihnachtswaldmarkt realisieren dürfen, können wir 2020 ein ähnliches wirtschaftliches Ergebnis wie 2019 erzielen“, so Ketteler.

Konzept für Weihnachts-Waldmarkt

In den Jahren vor Corona zählte der Wildwald jährlich am 2. und 3. Adventswochenende insgesamt 16.000 bis 20.000 Weihnachtswaldmarktbesucher. „Diese Besuchermassen können wir angesichts der Hygienevorschriften in der Corona-Zeit aber nicht mehr realisieren.“, erklärt Ketteler. Der Wildwald-Betrieb habe daher ein Konzept für insgesamt 10.000 bis 15.000 Besucher am 2. und 3. Adventswochenende erarbeitet, das allerdings ordnungsbehördlich noch genehmigt werden muss. „Ich bin aber zuversichtlich, dass der Weihnachtswaldmarkt stattfinden wird“, so Ketteler. Beim Weihnachtsmarkt soll die Anzahl der Stände von 48 auf etwa 40 verkleinert werden. Auch sollen die Holzbuden sowie die weiteren Verkaufsstände auf einer deutlich größeren Fläche verteilt werden, um so für mehr Abstand zwischen Gästen zu sorgen. Am Weihnachtswald-Grundkonzept, viel Kunsthandwerk mit Vorführungen vor Ort zu bieten, wird sich nichts ändern. Bei Ständen mit Essen und Trinken werden die gleichen Vorschriften wie ansonsten in der Gastronomie gelten .

Die größte Herausforderung besteht darin, die Besucherströme zu lenken. Es ist daran gedacht, die Karten im Online-Verfahren zu verkaufen, wobei sich der Käufer auf ein Zeitfenster festlegen muss, das heißt: Der Besucher muss erstens den Besuchstag und zweitens die Uhrzeit benennen. Ketteler: „Wir haben an drei Wellen gedacht: ca. 10- 13 Uhr, ca. 13-16 Uhr sowie ca. 16 bis 20 Uhr. Das Risiko, eventuell bei Regen anreisen zu müssen, können wir den Gästen leider nicht nehmen. Wenn alle terminlich ausweichen dürften, wären die Besucherströme nicht mehr lenkbar.“

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