Arnsberger Ideenschmiede

Wipfelpfad im Arnsberger Eichholz könnte Attraktion sein

So könnte er aussehen, der Baumkronenpfad im Eichholz. Doch es gibt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

So könnte er aussehen, der Baumkronenpfad im Eichholz. Doch es gibt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

Foto: Norbert Plaßwilm

Arnsberg.   Norbert Plaßwilm sieht in seinem Ideenschmiede-Vorschlag eine große Chance für die Stadt,

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„Wir müssen Menschen in die Stadt holen, vor allem junge.“ Sagt Norbert Plaßwilm. Und dazu beitragen soll ein Baumwipfelpfad im Arnsberger Eichholz.

Der 51-jährige Heilpädagoge hatte seine Vorstellungen, wie sich ein solches Projekt darstellen könnte, in der Auftaktveranstaltung der „Arnsberger Ideenschmiede“ präsentiert (wir berichteten) - und großen Beifall erhalten. Hier die Idee:

„Es wäre eine gute Chance für die Stadt“

Plaßwilm, vielen als Stadtführer bekannt, hat seine Vorstellung gründlich ausgearbeitet. Sich dabei nicht nur mit dem reinen Wipfelpfad - genauer „Baumkronenweg“ - befasst, sondern auch mit dem „Drumherum“:

Parkmöglichkeiten für Busse und Pkw sowie Rentabilität. Sein Fazit vorab: „Es wäre eine gute Chance, von der die gesamte Stadt profitieren kann.“

Das Eichholz ist zentral, die Stadt schnell erreichbar

Daher habe er auch das Eichholz als Standort für eine solche Attraktion ins Auge gefasst: „Weil es zentral liegt und so die Besucher später problemlos auf kurzem Weg in die Altstadt gelangen können, um sich weitere Sehenswürdigkeiten anzuschauen oder die Offerten von Gastronomie und Handel zu nutzen.“

Denn von grundsätzlicher Bedeutung sei es schließlich, die Verweildauer der Gäste in der Stadt zu erhöhen.

„Für einen Spaziergang allein kommt niemand“

„Doch um dieses Ziel zu erreichen, braucht es entsprechende Angebote. Für einen Spaziergang allein kommt niemand nach Arnsberg,“ ist der 51-Jährige überzeugt.

Und was könne es da Schöneres und Spannenderes geben, als einen solchen barrierefrei angelegten Wipfelpfad, „der eine völlig neue Welt erlebbar macht“.

Denn besondere Bedeutung misst Plaßwilm diesem Pfad als einer Möglichkeit zu, Natur zu vermitteln. „Weil man in Baumwipfelhöhe fantastische, ungeahnte Einblicke in Flora und Fauna erhält.“

Ein idealer außerschulischer Lernort vor der Haustür

Was gleichermaßen interessant sei für Schulen und Forschung. Für die Schulen und Kindergärten biete sich zudem die Zusammenarbeit mit Waldpädagogen oder SGV-Experten an. „Es ergeben sich so viele Optionen, an einem solchen idealen außerschulischen Lernort neues Wissen zu erwerben. Und das direkt vor der Haustür.“

Doch das Eichholz ist Naturschutzgebiet. Ein Problem? „Nach meinen Kenntnissen wäre ein solcher Pfad wohl machbar, da die Natur völlig erhalten bleibt.“ Schließlich seien diese Pfade auch anderenorts genehmigt worden.

„Wenn wir es nicht machen, dann machen es andere“

Doch diese Frage, wolle man denn einen Baumwipfelpfad, sei dann natürlich zuerst zu klären. „Wichtig ist aber nun,“ sagt Norbert Plaßwilm, „zu einer Entscheidung zu gelangen. Denn wenn wir es nicht machen, dann machen es andere.“

Start- und Endpunkt am Natur-Erlebnis-Raum

Start- und Endpunkt des Wipfelpfades soll der Natur-Erlebnis-Raum an der Rundturnhalle sein. Aus gleich zwei Gründen:

Zum einen werde der Natur-Erlebnis-Raum so noch weiter aufgewertet, zum anderen bleibe das Wohngebiet im westlichen Eichholz-Bereich von Besuchern und Parkverkehr unberührt.

Barrierefreier Zugang

Vom Natur-Erlebnis-Raum soll eine barrierefreie und rollstuhlgerechte Rampe in Serpentinen den Hang hinauf zum Wipfelpfad führen. Bei der Ausgestaltung des Pfades könne man flexibel vorgehen und vielleicht Lern- und Erlebnisstationen einrichten.

„Da gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, sagt Norbert Plaßwilm. Auch ein ganz besonderer Clou wäre so möglich: ein in den Pfad integrierter Aussichtsturm am Südende des Eichholzes.

Im Einzugsgebiet leben rund eine Millionen Menschen

Immer wichtig bei jedem Projekt: die Rentabilität. Auch damit hat sich der 51-Jährige auseinandergesetzt: Die nächsten beiden Baumkronenwege sind 110 (Schloss Beck) bzw. 130 Kilometer (Bergisches Land) entfernt, wären also keine Konkurrenz für einen Arnsberger Pfad.

Damit komme man auf ein Einzugsgebiet von etwa 70 Kilometer im Umkreis - bis hinein ins Ruhrgebiet. „Das wären mehr als eine Million Menschen. Sollten davon nur 5 000 unseren ganzjährig geöffneten Wipfelpfad besuchen, wäre das schon mehr als genug.“

Auch Schulen und Kindergärten potenzielle Nutzer

Norbert Plaßwilm hat aber noch weiter gerechnet: Im Stadtgebiet Arnsberg und näherer Umgebung gibt es 40 Kindertagesstätten, 19 Grundschulen, 8 weiterführende Schulen sowie 4 Förderschulen. „Das waren im Jahr 2015 allein 9 000 Schüler im Stadtgebiet, für die der Wipfelpfad ein spannender Lernort sein könnte.“

Ausreichend Parkmöglichkeiten am Sauerland-Theater

Für Busse und Pkw sieht Ideengeber Norbert Plaßwilm ausreichende Parkmöglichkeiten auf der großen Fläche vor dem Sauerland-Theater. „Nachmittags nach Schulschluss und an den Wochenenden ist dort genügend Platz vorhanden.“

Und bei entsprechender Ausschilderung unterbleibe lästiger Parksuchverkehr. Von dort sei es dann nur noch ein kurzer Fußweg zum Wipfelpfad-Eingang. Der Eingang müsse zudem so angelegt werden, damit nachts kein Unbefugter auf den Pfad gelangen könne.

Gläserne Rutsche und Erlebnisaufzug sind Optionen

Auch der Eichholzhang an der Rundturnhalle biete weitere Optionen - zum Beispiel eine gläserne Rutsche für Kinder oder einen ebenfalls barrierefreien Erlebnisaufzug.

Am Eingangsportal des Pfades könnte darüber hinaus ein Kiosk installiert werden. „Wichtig ist natürlich, damit möglichst viele Einrichtungen in der Stadt profitieren, entsprechende Wegweiser am Pfad zu errichten, die zu den Cafés, Restaurants, in die Altstadt, zum Museum oder anderen Sehenswürdigkeiten hinführen.“

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