Kirche

Andreas Schulte: Kein Grund für Untergangsstimmung

Foto: Hans Blossey

Balve/Langenholthausen.   Im Erzbistum finden an diesem Wochenende Pfarrgemeinderatswahlen statt. Nicht aber in Balve.

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Der hiesige Pastoralverbund wird auf unbestimmte Zeit gar keinen Pfarrgemeinderat mehr wählen lassen, sondern setzt mit Rückendeckung aus Paderborn auf ein Modellprojekt.

Das Gremium heißt „Netzwerk katholische Kirche im Hönnetal“. In ihm können bis zu elf Männer und Frauen Hauptamtliche beraten, Arbeitskreise koordinieren oder Veranstaltungen planen. Gewählt werden sie am 24. und 25. Februar sowie am 3. und 4. März 2018. In der SoKoLa.de in Langenholthausen stellten Pfarrer Andreas Schulte sowie Detlef Schulte und Clemens Lösse aus dem bisherigen Gesamtpfarrgemeinderat den Gläubigen das „Netzwerk katholische Kirche im Hönnetal“ vor.

Freiraum zum Experimentieren

Die Sorgen im Pastoralverbund Balve-Hönnetal sind groß. Wie können elf Personen für das neue Gremium gefunden werden, wenn aus den größten Orten im Stadtgebiet – Balve und Garbeck – bislang gar keine Vertreter im Gesamtpfarrgemeinderat saßen? Eine Frage, die in der SoKoLa.de gestellt wurde. Die Antwort: Geworben werden soll mit Flyern, über „Mundpropaganda“ und in der Presse. Gemeindereferentin Elke Luig rührte die Werbetrommel: „Das alte Modell hat sich leider nahezu totgelaufen. Das Netzwerk ermöglicht viel Freiraum zum Experimentieren.“ Detlef Schulte aus Affeln: „Wir haben die Zusage aus Paderborn, neue Ideen und Strukturen zu schaffen und auch umzusetzen.“ Und Pfarrer Andreas Schulte erklärte: „Es wäre fatal, wenn die Mitarbeit der Gemeinden verloren ginge. Sie ist ein hohes Gut. Die Kirche besitzt eine mehr als 2000 Jahre alte Tradition. Wir vertrauen darauf, dass es Menschen gibt, denen der Glaube und die Kirchengemeinden eine Herzensangelegenheit sind.“

Neue Wege gehen

Grund für Untergangsstimmung bestehe nicht, betonte An­dreas Schulte, Leiter des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal. Im „Zukunftsbild Kirche“ sei Mut ausdrücklich erwünscht, „neue Wege zu gehen und Altes zu bewahren“. Die SoKoLa.de in L.A. stehe symbolisch für den Slogan. Die ehemalige Grundschule im Ort werde umgebaut und aufgehübscht, um Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft zu sein.

Der Kirche ein Gesicht geben

Schulte gab offen zu, dass die Zahl der hauptamtlichen und auch ehrenamtlichen Kräfte zurück gehe. „Umso wichtiger ist es, dass Menschen gefunden werden, die der Kirche ein Gesicht geben.“ Für die Zukunft wünsche er sich eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen. „Wir sind auf Unterstützung und Informationen aus den Gemeinden angewiesen. Sonst hängen wir in der Luft.“ Die Veränderungen im Pastoralverbund seien nicht nur schmerzlich. Es gehe um Aufbruchstimmung, aber auch um die Sicherung der Grundvollzüge (Hauptaufträge) der Kirche.

Ziel

Ziel ist es, darin sind sich Andreas Schulte, Detlef Schulte und Franz-Clemens Lösse einig, Menschen aus allen Ortsteilen für das neue Projekt zu begeistern. Das neue Netzwerk soll nicht allein dastehen. Der Pastoralverbund Balve-Hönnetal will zukünftig „dreigleisig“ fahren. Interessierte können sich auch in den Gemeinden (Gemeinde- oder Ortsausschüsse) oder in Arbeitskreisen engagieren. Die Anforderungsprofile sind nicht überladen, damit Gläubige nicht abgeschreckt werden.

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