Balve. Die Saga der Bongards und Strackes: Der Garbecker Burkhard Wendel wollte wissen, wo seine Vorfahren herkamen. Er fand spannende Spuren.

Im Jahr 1987 hat der Garbecker Burkhard Wendel bereits sein erstes Buch geschrieben, damals zur 75-jährigen Geschichte der Hönnetalbahn Fröndenberg-Menden-Balve-Neuenrade. Nun, 35 Jahre später, hat er weiteres Mal zur Feder gegriffen und ein Geschichtsbuch geschrieben. Dieses Mal ist sein Thema die Familienlinie mütterlicherseits: „Die Familiengeschichte Bongard/Stracke“. Jetzt wurde das Familienbuch beim Treffen des Arbeitskreises für Familienforschung Balve und Umgebung im Lohgerbergaus in Balve vorgestellt.

Eisenbahnfreund Burkhard Wendel aus Garbeck schreibt Geschichte seiner Familie auf - etwa seiner Vorfahren Eberhard und Maria Stracke (hier bei der Silberhochzeit 1914).
Eisenbahnfreund Burkhard Wendel aus Garbeck schreibt Geschichte seiner Familie auf - etwa seiner Vorfahren Eberhard und Maria Stracke (hier bei der Silberhochzeit 1914). © Burkhard Wendel

„Ich gehe in dem Buch ausführlich auf die Geschichte meines Großvaters Joseph Bongard und meiner Großmutter Theresia Stracke ein. Zahlreiche alte Fotos und Dokumenteergänzen die vielen Geschichten zu meinen Ahnen Bongard und Stracke“, erzählt Burkhard Wendel im Gespräch mit der Westfalenpost.

Der Garbecker Familienforscher verfolgt den Weg der Vorfahren seiner Familie Bongard von Garbeck über Blintrop, Mellen und Wocklum bis ins Bergische Land zurück. So liegen über den ersten Bongard im Hönnetal, Peter Bongard, der als Jäger und Förster für den Grafen in Wocklum tätig war, eine Reihe von Dokumenten vor. Die Familie Stracke kam über Hagen bei Allendorf nach Garbeck, die einzelnen Stationen sind in dem Vermächtnis anschaulich beschrieben.

„Ich habe mit der Familienforschung im Alter von etwa 15 Jahren angefangen, das war Anfang der 70er Jahre. Damals lebten neben den Großeltern Joseph und Theresia Bongard auch noch eine Reihe von weiteren älteren Familienmitgliedern, die ich zur Geschichte meiner Familie ausquetschen konnte.“

Zusätzlich waren für Wendel die alten Kirchenbücher, Standesamtsregister und Archive enorm wichtig. „Auch die DNA-Genealogie lieferte interessante Informationen“. Genealogie, so der Fachausdruck für die Ahnen- oder Familienforschung, ist überaus interessant und spannend. „Ein Familienforscher hat auch etwas von einem Kriminalisten. Der Familienforscher klärt sicherlich anders gelagerte Fälle, aber genau wie der Kriminalist arbeitet er an der Aufklärung seiner Fälle. Dazu gehört neben viel Recherchearbeit auch ein gutes Stück Hartnäckigkeit, damit ungeklärte Fragen in der eigenen Familiengeschichte letztlich doch aufgeklärt werden können. Der Familienforscher benötigt neben vielerlei Fachwissen nicht zuletzt auch Raffinesse, um durch kluges, geschicktes Vorgehen seine Fälle zu lösen. Ist eine Frage zu einem Vorfahren dann tatsächlich beantwortet, tun sich meist sogleich die nächsten Fragen auf“, so Wendel.

Sammler von Chroniken

Familienforscher: Adalbert Allhoff-Cramer (links), Burkhard Wendel
Familienforscher: Adalbert Allhoff-Cramer (links), Burkhard Wendel © WP | Jürgen Overkott

Anfangs hatte er nur geplant, dieses Buch für seine Verwandten zu erstellen: „Ich stellte aber sehr schnell fest, dass ich ja selber ein Sammler von Heimatliteratur und Chroniken bin, und da dachte ich mir, warum sollte ich dieses Buch nicht für alle, die Interesse haben zugänglich machen. Vielleicht bringt es ja den einen oder anderen auch dazu, einmal Nachforschungen über seine Familie und deren Herkunft zu machen. So ein Buch überdauert auch viele Generationen. Bei mir zu Hause hab ich ein großes Archiv mit Dokumenten. Wer weiß, ob sich in ferner Zukunft noch einer damit beschäftigt, wenn ich nicht mehr da bin.“

DIE ZWEITE AUFLAGE

Burkhard Wendels Familien-Saga umfasst 136 Seiten und kostet pro Stück 30 Euro. Der Einband ist Hardcover, und eine Fadenheftung sorgt für Langlebigkeit.

Das Familienbuch wurde aufgrund von Vorbestellungen in kleiner Auflage gedruckt, ist aber bereits vergriffen. Das Interesse an dem Familienbuch ging dabei, zur Freude Wendels, recht weit über den engeren Familienkreis hinaus. „Die erste Auflage war direkt vergriffen. Wenn noch jemand Interesse an dem Geschichtsbuch besitzt, der sollte sich direkt mit mir unter 0171-7725526 in Verbindung setzten. Bei genügender Anzahl von weiteren Bestellungen plane ich, eine Zweitauflage bei der Druckerei Vorsmann zu Drucken“, verspricht Burkhard Wendel.