Langenholthause. Daniel Kallauch in der St. Johanneskirche Langenholthausen: große Feier, aber auch tiefgründige Gedanken stimmen auf die Advents- und Weihnachtszeit ein.

Tanzen, hüpfen, ausgelassen feiern: das ist in den Gottesdiensten unserer Breitengrade eigentlich eher selten anzutreffen, auch nicht an Weihnachten. Dem hält Daniel Kallauch entgegen: „Weihnachten ist Party für Jesus“. Am Dienstag begeisterte er Klein und Groß in der ausverkauften St.-Johanneskirche von Langenholthausen. Es war eine bunte Einstimmung auf die nun folgende Zeit, die aber auch tiefgründige und besinnliche Gedanken nicht ausließ.

Vom Smartphone zum Lichtermeer in Langenholthausen

Aber zunächst gab es eine deutlich hörbare Antwort im Gotteshaus: „Jaaaaa“ ertönte es langgezogen und stimmgewaltig als Daniel Kallauch die Frage in den Raum stellte, wer sich denn schon alles auf Weihnachten freue. Und es kam noch besser, denn wann darf man schon mal ungestraft, oder besser gesagt sogar auf ausdrücklichen Wunsch, das Mobiltelefon in einer Kirche benutzen? Aber Daniel Kallauch wollte eben ein großes Lichtermeer entfachen mit den überall eingebauten Taschenlampen. Und bettete das auch in einen durchaus besinnlichen, religiösen Kontext ein: „Nur ein einziges Licht vertreibt die Dunkelheit.“ Ein durchaus gebräuchliches Symbol für die Geburt von Jesus Christus. „In einer Zeit, die sich oft so anfühlt, als ob das Licht aus ist.“

Daniel Kallauch gelang dieser Wechsel aus nachdenklichen Momenten und großer Party. Zu ersterem zählte etwa die Frage, wer denn alles das kleine Jesuskind in der Krippe besuchen dürfe. Auch der schmutzige Bettler oder der Mensch, der sonst andere mies behandelt? Mit Unterstützung kleiner Assistenten aus dem Publikum, die fleißig Textplakate in die Höhe hielten, animierte Kallauch zum Mitmachen. Und beantwortete die Frage „Dürfen nur die Frommen kommen?“ eindeutig mit „Das Geburtstagskind lädt alle ein.“ Und weil genau das groß gefeiert werden könne, durften danach alle aufstehen und klatschen. In die eingängigen Melodien von Kallauch konnte man schnell mit einstimmen. Zur guten Laune trug des Weiteren auch sein gleichermaßen frecher wie liebenswürdiger Vogel Willibald bei. „Schön, dass wir uns so lange nicht gesehen haben“, frotzelte der.

Nur ein einziges Licht vertreibt die Dunkelheit.
Daniel Kallauch, in seiner Messe

Und der Künstler selber wusste auch ziemlich genau, wo er am frühen Dienstagabend seinen Auftritt hatte: in Langenholthausen. „Die singen wie die Banausen.“ Das wiederum bestätigte sich während des Auftritts nicht, vielmehr wurde sogar noch getanzt. Die 200 zur Verfügung stehenden Karten waren im Vorfeld schon vergriffen. Im Nachhinein, so stellten die Verantwortlichen fest, hätten auch noch ein paar mehr Besucher in das Gotteshaus gepasst.