Schützenfest Balve

Aus der Balver Höhle zu Olympia 2024

Foto: Richard Elmerhaus

Balve.   Stimmt der Musikverein Blau-Weiß Lichtringhausen den Margarethenmarsch (Höhlen-Einzugsmarsch) an, herrscht Gänsehaut-Atmosphäre im Felsendom.

Auch dem amtierenden König Torsten Niemann und seiner Frau Sabine laufen am Samstag (und Sonntag) einige Schauer über den Rücken. „Endlich ist es wieder soweit“, sagt der Regent der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Balve. „Ihr könnt Euch kein Bild davon machen, wie stolz ich bin, Euer König zu sein. Lasst uns richtig feiern.“

„Partymaus“

Auch für Königin Sabine geht ein Traum in Erfüllung. Vom Brudermeister Christoph „Keksi“ Rapp als „Partymaus“ betitelt, genießt sie die Ovationen in der Balver Höhle. „Das war ein unvergessliches Jahr“, sagt sie. Die erste Erschrockenheit, als der Vogel gefallen war, sei schnell verflogen. Ebenso wie die Zeit.

Die Siegerehrung des Kompanie-Pokalschießens schließt sich an – verfolgt von Willi und Hildegard Flöper, die vor 60 Jahren die Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve regierten, sowie von Paul und Adelheid Stüeken, die 1992 das Balver Königspaar waren. Erstmals greift in diesem Jahr die Zehntelwertung, ein neuer Modus des Deutschen Schützenbundes. Der beste Schuss bleibt ein 10er. Eine Verfeinerung teilt die Schusswertung in Zehntelwerte ein – somit ist 10,9 der höchste Schusswert, 10,0 die niedrigste Wertung. „Unterm Strich ist diese Regelung gerechter“, sagt Frank Berkenhoff.

Fairer Sportsmann

Er gewinnt bei den Sportschützen auf Grund der Zehntelwertung mit 149 Ringen vor dem Vorjahressieger Dieter Neuhaus (149), der sich als fairer Sportsmann präsentiert. „Bei uns gibt es keinen Futterneid untereinander. Frank hat sich den Pokal verdient.“

Wohl wahr: Denn Frank Berkenhoff hat sich in den vergangenen zwei Jahren jeweils mit Rang zwei zufrieden geben müssen – „die goldene Zitrone unter den Platzierungen“, wie der Champion augenzwinkernd sagt. „Umso schöner ist es, den Pokal nach drei Anläufen endlich einmal in der Hand halten zu dürfen.“ Dritter bei den Sportschützen der Herren wird Matthias Buff (144 Ringe).

Norbert Jonen verteidigt Titel

Seinen Titel in der Einzelwertung Altersklasse verteidigt Norbert Jonen – 142 Ringe und eine starke letzte 47-er Serie reichen ihm zum Sieg. Er verweist Berthold Köster (142 Ringe) und Dietmar Sewing (141) auf die Plätze zwei und drei.

In der Einzelwertung der Schützenklasse hat Dorian Krumrei aus der 4. Kompanie der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Balve mit 144 Ringen die Nase vorn. Der Vorjahreszweite nimmt glücklich den Siegerpokal entgegen, mit seinem Ergebnis ist er allerdings nicht zufrieden. „149 Ringe waren mein Anspruch“, sagt Krumrei schmunzelnd und fügt an: „Eine Konzentrationsschwäche und vielleicht auch das Bier in der letzten Serie waren die Ursachen.“ Immerhin könne er sich noch steigern: „Ziel ist Olympia 2024.“ Zweiter der Schützenklasse wird Ralf Borchert (143 Ringe) vor Marcel Dirk (142).

Erste Kompanie vorne

Der neue Kompanieführer Stefan Grote nimmt den Pokal für die „Erste“ entgegen, die mit 1411 Ringen an der Spitze liegt. „Ich hatte an dem Erfolg allerdings weniger Anteil“, berichtet Grote ehrlich. Die 3. Kompanie belegt mit 1403 Ringen Platz zwei vor der „Vierten“ (1390 Ringe) und der „Zweiten“ (1362).

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