Scheunenparty

Autorin Lisa Keil schwärmt von Scheuenparty in Eisborn

Bestseller-Autorin Lisa Keil bei einer Lesung im Mai in der Antoniushütte von Britta Spiekermann.

Bestseller-Autorin Lisa Keil bei einer Lesung im Mai in der Antoniushütte von Britta Spiekermann.

Foto: Archiv, Sven Paul

Eisborn.   Auf Hof Schulte-Horst startet Mittwoch vor Fronleichnam traditionell die Scheunenparty. Autorin Lisa Keil hat kaum eine Party ausgelassen.

Ist es nun die Party zum Buch? Oder das Buch zur Party? Jedenfalls startet auf dem Hof Schulte-Horst am Mittwoch vor Fronleichnam traditionell die Scheunenparty. Mit dabei auf jeden Fall: Bestseller-Autorin Lisa Keil, die der Scheunenparty in ihrem Roman „Bleib doch, wo ich bin“ einen prominenten Platz einräumt.

Und das haben wir zum Anlass genommen, mit Keil über ihre persönliche Bedeutung dieser Fete im Bergdorf zu sprechen. Die Frage nach Huhn und Ei ist dabei natürlich schnell geklärt: Bevor Kaya und Lasse, die beiden Hauptfiguren auf einer Scheunenparty in „Bleib doch, wo ich bin“ zum ersten Mal aufeinander trafen, war deren Schöpferin bereits mehrfach bei Schulte-Horst zu Gast.

Der Roman ist in diesem Jahr bei Fischer erschienen, Keil hat ihn in der Antoniushütte vorgestellt.

Die Tierärztin aus Ense

Lisa Keil ist eigentlich Tierärztin von Beruf, lebt mit ihrer Familie in Ense. Das ein paar Kilometer entfernte Eisborn war ihr aber gut bekannt, ein Pferd von ihr war hier untergebracht. Und dann sagte einmal ein Besitzer eines Tieres, der in ihre Praxis kam: „Komm doch mal zur Scheunenparty nach Eisborn! Das lohnt sich.“

Gesagt, getan. Mit dem Ergebnis, dass Lisa Keil seit 2006 nur eine einzige der jährlichen Feten verpasst hat, als ihr Nachwuchs gerade kurz zuvor auf die Welt gekommen war.

Auf den ersten Besuch in Eisborn fuhren noch ein paar Vorurteile mit: „Ich dachte, es gibt dort nur Dicke- Backen-Musik und so eine Art Oktoberfest-Stimmung“, sagt Lisa Keil. Und wurde ziemlich schnell eines Besseren belehrt: „Es ist einfach toll, wie man hier feiern kann.“

Was für sie, ursprünglich ein Stadtkind, besonders beeindruckend ist: Alle Generationen, von 18-Jährigen (volljährig muss man sein, um Zutritt zu erhalten) bis zu älteren Semestern feiern hier gemeinsam. Berührungsängste und das gegenseitige Abschotten von Generationen oder verschiedenen Musikgeschmäckern gibt es hier nicht. „Aus der Stadt kannte ich so etwas nicht“, sagt Keil.

Musikalisch, das erzählt sie weiter, zieht es sie eher vor die Bühne mit den rockigen Livebands als in Richtung der DJ-Pulte. „Maniac“ war immer ihre absolute Scheunenparty-Lieblingsband, die leider nicht mehr dabei seien.

Musikauswahl bei Scheunenparty breit ausgelegt

Aber auch so ist die Auswahl bei der Scheunenparty ja bewusst breit ausgelegt, mit mehreren Bereichen, drinnen und draußen. In diesem Jahr spielen „Under the basement“ ab 20.30 Uhr (die vor kurzem bekannt gaben, dass es das letzte Konzert ihrer Bandgeschichte sein wird) – und ab 23 Uhr „Sharks“.

In der Scheune bringen DJs die Stimmung zum Kochen. Auch nicht zu unterschätzen für die Autorin und Tierärztin Lisa Keil: das leckere Essen. „In den klassischen Clubs in den Städten stört es mich immer, dass es dort nichts auf die Gabel gibt.“ An der Cocktailauswahl in Eisborn gefällt ihr, dass diese allesamt „so wenig dekadent sind“. Im Roman hat sie sich einen Cocktail selber ausgedacht, der hier ausgeschenkt wird. Grinsend fügt sie an, sie warte noch darauf, dass der Veranstalter diesen auch irgendwann auf die Karte setze.

VIP-Karte für Bestseller-Autorin

Aber man ist ihr schon ganz anders entgegen gekommen. Dass die Scheunenparty (auch wenn das Bergdorf in „Bleib doch, wo ich bin“ nicht explizit genannt wird) so prominent als Vorbild diente (auch wenn der Veranstaltungszeitpunkt im Buch aus dramaturgischen Gründen im Jahreskreis etwas nach vorne geschoben wurde) für das erste Treffen der beiden Portagonisten Lasse und Kaya, freute die Ausrichter so sehr, dass sie sich umgehend bei Lisa Keil meldeten – und ihr einen Gästelistenplatz anboten.

Gekommen wäre sie aber auch so. „Der Termin steht jedes Jahr dick im Kalender. Dann wird überlegt: Wer kommt dieses Mal alles mit. Und dann steigt die Vorfreude. Manche Leute treffe ich nur einmal im Jahr, auf der Scheunenparty.“ Und dafür wird schon seit einigen Tagen auf dem Hof Schulte-Horst wieder fleißig gewerkelt. Helfer des SuS Eisborn bereiteten in den letzten Tagen Scheunen und Außenfläche vor, bauten die Bühnen auf. Gut 15 Helfer sind es in der Vorbereitung, den Abend selber gut 60 Leute.

1500 Leute sollten mindestens zur Party kommen

„Die Party wird immer größer. Es ist ein enormer Aufwand, macht aber sehr viel Spaß“, sagt Gastgeber Georg Schulte. Die aktuelle Wetterprognose für Mittwochabend erfüllt ihn mit Zuversicht. „1500 Leute sollten mindestens kommen“, sagt Schulte. Möglicherweise sogar mehr. Die meisten wissen, worauf sie sich einlassen, auch Lisa Keil. Schickimicki-Outfit ist out, zweckmäßig angesagt. Es kann, je nach Wetter, staubig oder schlammig werden. Manchmal, wie im Buch, muss ein Auto aus dem Morast gezogen werden. Gehört auch dazu.

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