Geburtstagsständchen

Balve: Musikzug ist Folge eines Gags vor 40 Jahren

Der Musikzug Langenholthausen mit dirigent Dirigent Thomas Voß spielt am Sonntag vor der Halle.

Der Musikzug Langenholthausen mit dirigent Dirigent Thomas Voß spielt am Sonntag vor der Halle.

Foto: Alexander Lück

Langenholthausen.  Der Musikzug Langenholthausen bringt sich zum 40. Geburtstag selbst ein Ständchen. Wie aus einem Gag eine Bereicherung für das Kulturleben wird.

Am Sonntag brachte sich das Geburtstagskind das Ständchen selber. Angefangen hat es beim Musikzug Langenholthausen vor 40 Jahren mit Ständchen für andere. Eigentlich ein Gag seinerzeit, mittlerweile eine Bereicherung für Feste und das Kulturleben in Balve und Umgebung.

Klaus Simon setzt das Lausbuben-Lachen auf, welches er vielleicht vor vier Jahrzehnten auch schon getragen hat, an dem Tag, der - freilich erst im Nachhinein - als der Gründungstag des Musikzuges Langenholthausen der Freiwilligen Feuerwehr Balve gelten kann. Denn beabsichtigt war das alles eigentlich nicht. „Unser Ziel war es eigentlich nur, Blödsinn zu machen", grinst Klaus Simon am Sonntagmittag. An diesem speziellen Tag des Jahres 1980 hatten die Feuerwehrkameraden aus Langenholthausen die Agathafeier begangen.

Proben beginnen in Langenholthausen in der Kneipe

Es entwickelte sich folgende Idee: Man wolle jedem, der dafür 100 Mark in die Kasse der Löschgruppe zahle, zu seinem nächsten Geburtstag ein Ständchen spielen. Entsprechende Listen mit „Freiwilligen“ wurden gleich angefertigt. Von da an begann das fleißige Proben in Langenholthausen, in der Kneipe teilweise, der Schreinerei Allhoff oder im Turmzimmer der Kirche. Und das nicht für möglich Gehaltene geschah tatsächlich: Die bunte Truppe der Neu-Musikanten aus der Freiwilligen Feuerwehr – keine zehn Mann groß – spielte tatsächlich Ständchen.

Musikverein Garbeck hilft

Die Dirigenten sorgten dafür, dass die Mitglieder dann auch Noten lernten. Und indem sie eigene Musikschüler für eine Mitgliedschaft in dem Verein begeisterten, wuchs der Musikzug weiter an. Auch der Musikverein aus Garbeck ist nicht unbeteiligt an der Erfolgsgeschichte: „Die Amicitia hat uns in der Anfangszeit oft sehr geholfen", möchte Klaus Simon unterstreichen: mal mit dem Verleih von ein paar Notenständern, mal musikalisch beim Schreiben weiterer Stimmen für harmonisch-wohlklingende Bläsersätze. Eine Freundschaft, die bis heute intensiv gepflegt wird.

Als die Schützenbruderschaft Langenholthausen als allererste im Stadtgebiet nach dem Corona-Lockdown wieder ein Konzert vor ihrer Halle organisiert, war die Egerländer-Besetzung des Musikvereins Garbeck der Gast hierbei. Das zweiten Open Air-Konzert gestaltete diese dann mit dem Musikzug Langenholthausen gemeinsam. Und nun war dieser alleine tätig. Denn mit dem gestrigen Sonntag feierten die Spielleute ihr 40-jähriges Bestehen, unter Beteiligung benachbarter Bruderschaften und Musikvereine oder der Feuerwehr. So, wie es in diesen Jahr eben möglich ist. Denn das eigentliche Fest am ersten Adventswochenende musste man absagen.

Das zweimalige Spielen vor der eigenen Halle war auch für den Musikzug eine große Freude. Vor knapp 180 Zuhörern boten sie am Sonntag über vier Stunden (mit Pausen) einen bunten Ritt durch ihr großes Repertoire. Den Vorsitzenden Achim Wachauf freut es „dass trotz anderer abgesagter Konzerte die Probenbeteiligung nicht nachgelassen hat.“ Auch am Sonntag ist man fast vollzählig. Und bereitet den vielen Zuhörern und sich selbst einen stimmungsvollen und sonnigen Tag.

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