STURM

Balve: Orkan „Sabine“ schüttelt das Hönnetal durch

Nachteinsatz zu Sturm „Sabine“: Auf der Grübecker Straße liegt ein Baum quer.

Nachteinsatz zu Sturm „Sabine“: Auf der Grübecker Straße liegt ein Baum quer.

Foto: Feuerwehr Balve

Balve.  „Sabine“ hat im Hönnetal hingelangt. Feuerwehr, Straßen NRW, Bahn und Förster haben alle Hände voll zu tun. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Am Tag danach herrschte mittags wieder eitel Sonnenschein. Sturmtief „Sabine“ – war da was? Tatsächlich hatte der Orkan das obere Hönnetal am Sonntagabend mächtig durchgeschüttelt.

Montagfrüh, kurz nach Mitternacht, vermeldete Feuerwehr-Sprecher Kai Gaberle per WhatsApp Stromausfälle in Volkringhausen und Beckum. Netzbetreiber Westnetz war umgehend alarmiert worden, arbeitete an der Lösung des Problems.

Unternehmenssprecherin Julia Snelinski zog am Dienstagmorgen auf Anfrage der WESTFALENPOST Bilanz: „Eine Zehn-Kilovolt-Freileitung wurde beschädigt.“ Noch am Dienstagmorgen waren drei Strom-Experten im Einsatz. Immerhin: Bereits um kurz nach acht Uhr morgens waren sämtlich Haushalte im Balver Stadtgebiet wieder versorgt. Zur Schadenshöhe konnte Westnetz zunächst keine Angaben machen.

Zurück zur Feuerwehr. Gaberle hatte sich Montag früh um exakt 1.04 Uhr per WhatsApp abgemeldet. Der Meldekopf der Feuerwehr Balve sei gerade aufgelöst worden, teilte er mit. „Aktuell wird noch eine Einsatzstelle auf der Mellener Straße abgearbeitet. Hier liegen mehrere Bäume auf der Straße“, fügte er hinzu.

Die Pause sollte nur kurz während. Bereits um 4.59 Uhr in der Frühe waren erneut Feuerwehr-Leute auf den Beinen. Diesmal hatte „Sabine“ in der Grübeck hingelangt. Ein Baum blockierte die Straße. Er wurde zersägt, beseitigt. Um 11.30 Uhr musste die Wehr erneut ran – ein weiteres Mal in Eisborn.

Die stürmische „Sabine“ hielt auch den Landesbetrieb Straßen NRW auf Trab. Bei dessen Sprecher Andreas Berg klang Erleichterung durch, als er erklärte: „Nach Auskunft der Straßenmeisterei Iserlohn bestand keine Vollsperrung auf der B 515 und B 229.“ Es seien aber im gesamten Straßenmeisterei-Bezirk etliche Bäume von „Sabine“ umgekippt worden. 95 Prozent des Sturmholzes habe nicht zum direkten Zuständigkeitsbereich von Straßen NRW gehört. Es werde aber dennoch entsorgt. „Das Personal der Straßenmeisterei Iserlohn wird wohl den Rest der Woche mit Aufräum-Arbeiten zu tun haben“, fügte Berg hinzu.

Und der Landesbetrieb Wald und Holz? Offenbar hatte „Sabine“ nicht „Kyrills“ zerstörerische Wucht. Förster Richard Nikodem wartete zunächst ab: „In den Wald geht derzeit kein Waldarbeiter oder Förster. Zu gefährlich!“

Autoverkehr rollte schnell wieder

Auf den Straßen im Stadtgebiet hatte sich die Lage indes entspannt. Der Autoverkehr rollte.

Nicht jedoch auf den Schienen: Dort standen am Montagmorgen bundesweit alle Räder still, somit auch im Hönnetal. Seit Sonntagnachmittag sei der Bahnverkehr „schrittweise eingestellt“ worden, teilte Ulli Beele vom Verkehrsverbund Ruhr-Lippe in Unna mit. Der Sturm habe vermehrt Bäume auf die Gleise geweiht. Bahnpendler mussten entweder frei nehmen oder aber per Auto zur Arbeit fahren.

Am Montagmorgen zwischen sieben und acht Uhr rollten zwar bereits wieder Züge. Aber es waren, wie Ulli Beele betonte, lediglich sogenannte Erkundungsfahrten ohne Fahrgäste. Sie dienten dazu, eventuelle Schäden aufzunehmen oder aber die Strecken wieder für den Verkehr freizugeben. Erst gegen zwölf gab die Bahn die Strecke durchs Hönnetal wieder frei. Die Züge fuhren mit verringertem Tempo. Bahnpendler mussten Verspätungen in Kauf nehmen – wenn sie nicht ohnehin Auto fuhren..

Erleichtert zeigte sich die Pressestelle der Kreispolizei am Montagmorgen. Sie hatte bereits zu nachtschlafender Zeit, um 5.16 Uhr, Bilanz gezogen: „Die Polizei bedankt sich bei allen umsichtigen Bürgerinnen und Bürgern des Märkischen Kreises, dass sie sich nicht in Gefahr begeben haben und wir keine Personenschäden zu beklagen haben.“

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