KOMMUNALWAHL

Balve: Warum Bürgermeister Mühling an Zuspruch verliert

Balves Bürgermeister Hubertus Mühlingim Corona-Interview

Balves Bürgermeister Hubertus Mühlingim Corona-Interview

Foto: jürgen overkott / WP

Balve.  Der neue Bürgermeister ist der alte. Die CDU bleibt Mehrheitsfraktion. Dennoch gibt es bei der Kommunalwahl Bewegung.

Die Machtverhältnisse in Balve bleiben unverändert. Hubertus Mühling (CDU) legt an seine 16-jährige Amtszeit sechs weitere Jahre dran. Er wurde mit einer Zweidrittel-Mehrheit im Amt bestätigt. Damit schnitt der Volkringhauser erneut besser ab als seine Partei. Zugleich büßte er gegenüber Herausforderer Lorenz Schnadt deutlich an Zustimmung ein. Der UWG-Fraktionschef legte fast zehn Zähler zu.

Im Rat verteidigte die CDU ihre absolute Mehrheit. Sie vereinigte rund 60 Prozent der Wählerstimmen hinter sich. Die UWG brachte es auf knapp 26 Prozent. Die Sozialdemokraten verbuchten 14 Prozent. Damit haben sich die Mehrheitsverhältnisse kaum verändert. Zugleich bedeutet das Wahlergebnis, dass UWG und SPD ihr erklärtes Ziel, die absolute Mehrheit der Union zu brechen, klar verfehlt haben.

Mühling freute sich über sein Ergebnis. Den geschwundenen Zuspruch nahm er gelassen: „Nach 16 Jahren im Amt muss man schon mal Federn lassen. Ich kann nicht Jedermanns Darling sein. Aber es gab ein klares Votum der Wählerinnen und Wähler für meine Arbeit. Und ich will sie gern weiterführen.“

Den Stimmenschwund führte Mühling auf die hitzige Debatte über die geplante Erweiterung des Steinbruchs in Eisborn zurück. Ihm war bewusst, dass sich Politik und Verwaltung weiterhin damit beschäftigen müssen.

Während Ratsneuling Jens Timmermann den Wahlkreis Eisborn aus dem Stand heraus mit 63,74 Prozent klar gegen Lorenz Schnadt gewann, holte der UWG-Fraktionschef gegen Mühling 41,18 Prozent. „Die Sache mit dem Steinbruch lastet man mir wohl mehr an“, stellte der im Amt bestätigte Bürgermeister selbstkritisch fest.

Die erneute absolute Unionsmehrheit durch das Wahlvolk sah Mühling als „Bestätigung unserer Arbeit in den letzten sechs Jahren“.

Schnadt konstatierte: „Das ist ein ganz klares Votum.“ Zugleich freute sich darüber, dass er in der dritten Runde des Bürgermeister-Duells gegen Mühling in der Wählergunst weiter zugelegt habe: „Das ist eine Ansage. Das nehme ich als persönliche Genugtuung mit. Darüber bin ich sehr glücklich. Dass ich deutlich besser als meine Partei abschneide, nehme ich als Bestätigung meiner Arbeit.“

Das Ergebnis in Eisborn bewertete Schnadt so, dass die Arbeit mit der Wahl keineswegs zu Ende sei, vielmehr beginne sie erst: „Da traut man mir offensichtlich Problemlösungskompetenz zu.“

Achtungserfolg für Sven Paul

CDU-Fraktionschef Alexander Schulte sagte, die Wahl sei „wunderbar“ gelaufen. „Das spannendste Ergebnis war das in Eisborn, und da hat Jens Timmermann ein grandioses Ergebnis erzielt. Das ist ein klarer Auftrag.“ Eisborn wolle, dass Timmermann gemeinsam mit Ortsvorsteherin Pia Spiekermann die Interessen des Dorfes vertrete.

S

PD-Ortsvereinschef Thomas Vogtmann stellte zufrieden fest, dass seine Partei ihr Ergebnis halten konnte. Er selbst habe in seinem Wahlkreis in Beckum sogar zugelegt. Vogtmann kam auf 37,99 Prozent. Das zweitbeste SPD-Ergebnis erzielte Polit-Novize Sven Paul mit 29,75 Prozent. Er drückte Mitbewerber Theodor Willmes deutlich unter die 50-Prozent-Marke. Willmes ist CDU-Fraktionsvize.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben