Übungstag

Balver Feuerwehr probt Ernstfall mit spektakulären Szenarien

Ein Auto liegt auf der Seite. Dichter Rauch steigt auf.

Ein Auto liegt auf der Seite. Dichter Rauch steigt auf.

Foto: Lisa Nückel

Balve.  Die Balver Feuerwehr probt den Ernstfall. Es gibt spektakuläre Bilder zu sehen. Die Szenarien könnten alle schnell Realität werden.

Es sieht dramatisch aus: zwei Autos, die frontal zusammengestoßen sind und ein drittes, das auf der Seite liegt. Überall raucht und qualmt es, das Blaulicht der Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge durchbricht den Nebel. Zum Glück ist dies keine echte Unfallbeschreibung, sondern die letzte von insgesamt vier Übungen der Feuerwehr Balve am Samstag.

Als die Feuerwehrleute sich an den Autounfall machen, haben sie schon andere „Einsätze“ hinter sich. Zuvor retteten die Feuerwehrmänner und -frauen eine Person, die in einer Maschine der Firma Chemie Wocklum eingeklemmt war, eine bei Wartungsarbeiten abgestürzte Person an der Hackschnitzelanlage an der Realschule Balve sowie eine Person in Binolen, die unter einen Zug geraten war.

Allen Übungen gemein ist ihr Fokus auf den Bereich der Technischen Hilfe. „Es findet keine sogenannte Crash-Rettung statt, sondern eine personenorientierte und -schonende Rettung. Es wird also sehr darauf geachtet, dass den Personen bei der Rettung nicht noch mehr Schaden zugefügt wird als sie schon haben“, erklären Oberbrandmeister Patrick Schäfer und Rüdiger Reck, die die Übungen gemeinsam organisiert haben. Begonnen haben die Planungsarbeiten bereits vor rund einem halben Jahr nach einer Übung am Jugendheim. „Seitdem haben wir unter anderem mit der Stadt Balve, dem Ordnungsamt und den umliegenden Firmen gesprochen, um alle Genehmigungen und Abläufe zu klären“, sagen die Organisatoren,

Mimen-Gruppe unterstützt die Übung

„Unser besonderer Dank gilt neben der Feuerwehr Balve, dem Rettungsdienst und der Hilfsorganisation unter anderem auch der Firma Chemie Wocklum, der Firma Knoop sowie den Eisenbahnfreunden aus dem Hönnetal für die zur Verfügung gestellten Objekte, der Firma Frohne Fahrzeugtechnik für die PKWs und der Mimen-Gruppe der DLRG Langscheid.“ Vier Personen dieser Mimen-Gruppen kamen bei der letzten Übung des Tages mit Kopfverletzungen und anderen Wunden zum Einsatz.

„Den Einsatzleitern wird gemeldet, dass es sich um auslaufende Betriebsstoffe nach einem Unfall handelt. Sie wissen ansonsten nicht, was auf sie zukommt“, erklärt Rüdiger Reck, „Wenn sie hier einfahren, werden sie aber feststellen, dass es sich noch um viel mehr handelt.“ Die in den Fahrzeugen eingeklemmten Personen werden unter anderem durch das Heck der Autos oder durch das Abtrennen des Daches geborgen, um beispielsweise Rückenfrakturen zu vermeiden.

Ein Kamerad muss immer bei dem Opfer bleiben

„Wichtig ist, dass ein Feuerwehrkamerad, wenn er einmal bei einer Person ist, diese betreut und dort nicht mehr weggeht, bis sie gerettet wurde“, erklärt Christopher Biehs von der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Löschzug Garbeck. „Die Personen bauen Vertrauen auf und das schafft Ruhe.“

Grundsätzlich haben die Gruppen freie Hand in der Lösung der Übung. „Sie organisieren sich selbst, es gibt hier hundert Wege zum Ziel. Wir sind nur unterstützend dabei und können Tipps geben“, sagt Patrick Schäfer. Insgesamt waren ungefähr 40 Personen an der Übung beteiligt, darunter neben den Feuerwehrmännern und -frauen der Feuerwehr Balve auch der Rettungsdienst Märkischer Kreis, das Deutsche Rote Kreuz und die DLRG Langscheid. Bisher gab es solche Übungen nicht so häufig, das habe sich aber seit einiger Zeit geändert und soll sich noch weiter ändern, erklärt Christopher Biehs und kündigt an: „Im nächsten Jahr gibt es mit Sicherheit wieder eine.“

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