Aufforstung

Balver Förster zu CDU, UWG: Neue Bäume braucht der Wald

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Balves Förster Richard Nikodem erklärt CDU Wiederaufforstung in Garbecks Kommunalwald.

Balves Förster Richard Nikodem erklärt CDU Wiederaufforstung in Garbecks Kommunalwald.

Foto: Robin Vorsmann / CDU

Garbeck.  Klimawandel: Da lässt sich niemand mehr hinter die Fichte führen. Bei Aufforstung setzt Balves Förster nicht nur aufs Rauschen im Blätterwald.

Was passiert im Wald? Balves Politik macht sich ein Bild vor Ort, besichtigt Schadensflächen von „Kyrill“ bis Borkenkäfer und wie hier wiederaufgeforstet wird – und hört die Wünsche von Revierförster Richard Nikodem.

Er nahm Vertreter beider Fraktionen – unabhängig von einander – mit in die Winterlit, hoch über dem Dorf. Das Gebiet hatte Nikodem für den Waldspaziergang auch deshalb ausgesucht weil man eben nicht nur eine kahle Fläche besichtigen wollte, wie sie etwa an vielen Stellen des Balver Waldes zu finden ist. „Hier kann man den Wald in unterschiedlichen Entwicklungsstadien sehen“, sagt der Revierförster.

Zunächst mal nahm er ein UWG-Trio mit. Dabei ging es natürlich auch im die Schadensereignisse und Krisen die der Wald durchleiden muss: von „Kyrill“ bis zum Klimawandel und Borkenkäferbefall in Dürre-Sommern. Dass ein großflächiger, alter Buchenbestand als Monokultur keine Zukunft hat, wird nicht mehr in Frage gestellt. Auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche konnte Richard Nikodem den Kommunalpolitikern verschiedene Entwicklungen aufzeigen. Da ist zum Beispiel ein Teilstück, dessen Bestand der Revierförster vorbildlich nennt: „Eine Mischung aus Eichen und Hainbuchen.“ Für jede Fläche könne man, mit einer fachkundigen Beratung vorweg, die richtige Mischung finden aus verschiedenen Waldentwicklungstypen: „Waldfamilien.“

Nikodem empfiehlt immer wieder das Internetportal waldinfo.nrw, wo man sehr detailliert die Wälder der Heimat aufrufen kann eine Aufforstung auch anhand verschiedener klimatischer Szenarien empfohlen bekommt. Nobilis, Riesenlebensbaum, Küstentanne, Atlaszeder, der Bestand wird deutlich vielfältiger, auch an Gewächse die eigentlich hier nicht heimisch sind. Sie können aber Wärme oder Trockenheit besser vertragen.

Natur verjüngt auf „Kyrill“-Fläche

Man besichtigt dann auch eine „Kyrill“-Fläche, wo vieles durch Naturverjüngung geschehen ist. „Hier ist man schon zehn Jahre weiter“, sagt Nikodem im Vergleich zu anderen Schadensflächen.

Beim CDU-Waldspaziergang mit etwa einem Dutzend Teilnehmern geht es auch um nachhaltigen Waldbau. Naturnah soll dieser ausgerichtet sein, mit angepassten Arten, dennoch oder gerade deshalb auch lohnenswert für den Waldbesitzer. Rat, um für biologische Vielfalt zu sorgen: gefallenes Holz im Wald liegen lassen und damit auch natürlichen Feinden des Borkenkäfers wie dem Specht einen besseren Lebensraum bieten. Alexander Schulte, Balves CDU-Fraktionschef fasst den Rundgang anschließend zusammen: „Der Spaziergang hat mehr als deutlich die Auswüchse des Klimawandels gezeigt. Wir konnten einen interessanten Einblick in die Arbeit des Stadtförsters gewinnen.“

Vorher bei der UWG war es auch um das Thema Windkraft gegangen – etwa um Windräder auf Schadensflächen im Wald. Kategorisch dagegen möchte niemand sein, UWG-Chef Lorenz Schnadt sagt aber auch: „Unser Balver Wald zum Beispiel ist landschaftsprägend. Man muss die Windräder dann ja nicht auf die präsenteste aller Flächen stellen, sondern könnte sie ein bisschen verstecken.“

Wegebau und -erhaltung im Wald ist auch immer ein Thema, das betonen und besprechen die Beteiligten bei den Spaziergängen, vor allem da durch den Starkregen im Sommer 2021 vieles zerstört wurde. Richard Nikodem berichtet, dass er aus dem Hilfsprogramm für Balve kürzlich mit einer ersten halbe Million Euro die Wiederherstellung von Waldwegen beauftragen konnte.

Nikodem hat eine Bitte an die Politik: Für Aufforstung im städtischen Wald ist aktuell nur Laubholz genehmigt. Nikodem: „Für die richtige Mischung kann man auch auf Nadelholz nicht ganz verzichten.“

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