BAU:AUSSCHUSS

Balver interessiert an Wirtschaftswegen und neuer B 229

UWG Balve mit Lorenz Schnadt in Volkringhausen

UWG Balve mit Lorenz Schnadt in Volkringhausen

Foto: Marcus Bottin

Balve.   So viele Bürger sind selten in einem Ausschuss zu finden. Verkehrs- und Bau-Themen stießen am Dienstagabend auf großes Interesse.

Wäre der Besuch von Ausschuss-Sitzungen kostenpflichtig – die Stadt Balve hätte am Dienstagabend ein Geschäft gemacht. Das Bürger-Interesse an Bauplänen im Stadtgebiet war so groß wie lange nicht – vor allem am Konzept für Wirtschaftswege und die Präsentation der Pläne für die neue Trasse der B 229 übers Stockmeier-Gelände. Da erlebten die Fachleute Ricarda Albrecht und Klaus Gillmann vom Landesbetrieb Straßen NRW etwas Seltenes: Sie erhielten Applaus. Doch der Reihe nach.

Wirtschaftswege

Eugen Bitjukov von der Gesellschaft für kommunale Infrastruktur GmbH (Ge-Komm) begründete die Notwendigkeit eines Konzepts für die Wirtschaftswege im Stadtgebiet. Sie seien teils marode, teils zu eng für moderne Landmaschinen. Bis Herbst 2019 soll das Konzept fertig sein. So sehen es Land und EU vor, die 75 Prozent der Kosten übernehmen. Wichtig bei der Erneuerung der Pisten ist Bürgerbeteiligung. Die Auftaktveranstaltung findet bereits am Dienstag, 19. März, im Rathaus statt. In Balve wird das Projekt am 12. Juni öffentlich vorgestellt. Eisborn, Beckum, Volkringhausen folgen am 18. Juni. Garbeck ist am 25. Juni dran, Mellen und Langenholthausen sind’s am 27. Juni. Am 29. Oktober wird die Öffentlichkeit übers Konzept informiert.

Ortsumgehung

Die B 229 erhält in Sanssouci einen Bypass. Straßen NRW stellte die Trasse übers Stockmeier-Gelände vor. Anfang und Ende markieren Kreis-Verkehre. Die Verhandlungen mit dem Unternehmen sind weit vorangeschritten. Die Firma will ihre Gebäude in den Steinbruch bei Wocklum verlagern. Das einstige NS-Arbeitslager wird durch die Pläne nicht berührt. Der alte Bahnhof Sanssouci indes soll weg. Dazu Ausschussvorsitzender Lorenz Schnadt (UWG): „Das finde ich schade.“ In Sanssouci sollen Stellplätze für Autos und eine Fahrrad-Box entstehen. Die alte B 229 wird an der Hönnebrücke per Poller gesperrt; sie werden für Rettungsfahrzeuge entfernt. Die alte Trasse wird künftig von Radlern und Fußgängern genutzt. Mit Glück können die Bauarbeiten zum Jahresende starten.

Baugebiete, Baulücken

Heinrich Stüeken (UWG) warb für die Bebauung innerörtlicher Baulücken. Das sei die umweltfreundlichste Lösung. Der Ausschuss sprach sich mit knapper Mehrheit von UWG und SPD dafür aus, die Stadt solle versuchen, bei den 60 Grundstückseigentümern im Bereich des lange geplanten Baugebietes Liboriweg in Garbeck Verkaufsbereitschaft auszuloten. Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) sagte mit Blick auf Wirtschaftswege und B 229, das könne dauern.

Schweinemast

Der Ausschuss stimmte dem Verkehrskonzept für den Ausbau der Schweinemast in Volkringhausen zu. Schnadt sagte, pro Woche seien dort nur zwei landwirtschaftliche Transporter unterwegs. Eine Grundsatz-Entscheidung stand nicht zur Debatte. Die Genehmigung liegt nicht bei der Stadt.

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