FLÜCHTLINGE

Balver Unternehmen machen gute Erfahrungen mit Flüchtlingen

Filialleiter Sebastian Richter mit Mitarbeiterin Dima Alhalabi aus Damalskus, Syrien. Die junge Frau legte einen Blitzstart in den Arbeitsmarkt hin.

Filialleiter Sebastian Richter mit Mitarbeiterin Dima Alhalabi aus Damalskus, Syrien. Die junge Frau legte einen Blitzstart in den Arbeitsmarkt hin.

Foto: Jürgen Overkott

Balve.   Die Zahl der Flüchtlinge hat sich in Balve bei 250 eingependelt. Voraussetzung für Jobs sind Deutsch-Kenntnisse. Es gibt gute Beispiele.

Die Flüchtlingslage in Balve hat sich entspannt. Das sagte Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) beim Unternehmerstammtisch in Wocklum.

Demnach hat sich die Zahl der Schutzsuchenden seit 2016 bei rund 250 Personen eingependelt. „Wir bekommen nur noch Flüchtlinge, die eine Bleibeperspektive haben“, sagte Mühling. Etwa die Hälfte dieser Gruppe gehöre inzwischen zu den anerkannten Asylbewerbern. Das heiße jedoch häufig, dass diese Menschen zunächst von Hartz IV leben.

Mühling fügte hinzu: „Wir brauchen weiterhin drei verschiedene Unterkünfte.“ Damit will die Stadt Konflikten zwischen Personen aus verschiedenen Volksgruppen, Religionsbekenntnissen und Kulturkreisen vorbauen.

Um Flüchtlinge erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, seien Deutsch-Kenntnisse oberste Voraussetzung. Mühling sagte, Deutsch-Kurse beispielsweise an der heimischen Volkshochschule (VHS) seien mit hohen Anforderungen an die Zugewanderten verbunden. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass viele Zugewanderte die Prüfungen nicht im ersten Anlauf schaffen.

Goldbäcker-Juniorchef Carl Grote betonte, er habe in seinem Unternehmen mit Flüchtlingen gute Erfahrungen gemacht.

Zuweilen nur ein Zwischenstopp

Lüftungsexperte Matthias Camminady sah den Lerneifer von Flüchtlingen mit gemischten Gefühlen. Einerseits freute er sich über großen Ehrgeiz. Andererseits sah er, dass neue Mitarbeiter ihre Arbeit bei Camminady oft nur als Zwischenstation sahen: „Sie wollen lernen, lernen, lernen.“

Die VHS bietet nach wie vor Deutsche-Kurse für Zuwanderer. Beratungen finden montags von 13 bis 15 Uhr oder dienstags von 9 bis 12 Uhr in Menden (Untere Promenade 28, Raum 16) oder dienstags von 15 bis 17 Uhr in Balve (St.-Johannes-Platz 2, Büro der VHS) statt.

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