GESUNDHEITSSERIE

Balverin Dorothee Herde im Campus Frau der ersten Stunde

Dorothee Herde (vorn) setzt auf ein starkes Team.  

Dorothee Herde (vorn) setzt auf ein starkes Team.  

Foto: KG Balve

Balve.  Von der Massage ist es nicht weit bis zur Seelen-Massage. Das weiß Dorothee Herde. Seit 25 Jahren fährt sie gut damit.

Mit ihrer Praxis für Krankengymnastik und Massagen feiert Dorothee Herde in Kürze silbernes Jubiläum. Anfangs noch in Räumen des früheren St. Marienhospitals die Chefin und ihr Team seit 1994 auf dem Campus dabei.

„Es war schon eine schwierige Zeit“, erinnert sich Dorothee Herde an die Zeit nach der Schließung des St. Marienhospitals im Jahr 2012. „Das Gebäude stand leer, und im Rahmen der großen Umwälzung zum Gesundheitscampus stellte sich die Frage, was mit meiner Praxis für Krankengymnastik und Massage passiert. Das Angebot, mit meinen Kolleginnen in den bisherigen Räumen weiterzuarbeiten, nahm ich gerne an.“ Es hat aber gut ein Jahr gedauert, bis auch im Rest des Gebäudes wieder Leben einzog.

Heute kann Dorothee Herde sagen: „Es ist wirklich toll, was hier mit dem Gesundheitscampus auf die Beine gestellt wurde. Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Gesundheitsangebote – verschiedenste Dienstleistungen aus dem Gesundheitswesen werden hier angeboten.“ Von den Synergieeffekten profitieren natürlich alle, sagt Herde. „So betreuen wir neben unseren Patienten(innen) in der Praxis auch Menschen in den Wohngruppen wie Intensiv Care und in der Demenz-Wohngruppe.“ Das gilt auch für die Bewohner im St.-Johannes- Altenpflegeheim auf der anderen Straßenseite.

Chefin liebt Arbeit mit Kindern

Dorothee Herde hat eine besondere Beziehung zu dem Gebäude, schließlich kam sie hier zur Welt. Und nach einigen Stationen außerhalb der Heimat kehrte sie 1994 nach Balve zurück. 25 Jahre liegt das zurück. Das muss gefeiert werden – und zwar am 1. April mit einem Tag der offenen Tür. Am Mittwoch darauf, am 3. April, wird findet obendrein ein Aktionstag für einen guten Zweck statt.

Physiotherapeutin Dorothee Herde arbeitet selbst (während sich ihre zehn Mitarbeiter vorwiegend erwachsenen Patienten widmen) vor allem mit Kindern. „Das ist einfach schön, erfrischend, niemals langweilig“, lacht sie. Wo gerade die ganz Jungen den Sinn einer Behandlung noch nicht verstehen können, müssen sie spielerisch an die Sache herangeführt werden. Dann krabbeln die Kleinen im größten der fünf Therapieräume über Kissen und Matten, Leitern und Bänke. „Der Spaß sollte dabei, wenn möglich, nicht fehlen.“

Ob bei Alt oder Jung: Das breite Angebot der Physiotherapie, Krankengymnastik und Massagen muss nicht erst dann einsetzen, wenn schon Probleme aufgetreten sind. Die Prävention bei Erwachsenen (die in vielen Fällen auch von der Krankenkassen bezuschusst wird) ist ein großes Standbein der Praxis. Ganz in diesem Sinne werden daher etwa Pilates-Kurse und Beckenboden-Kurse angeboten.

Die erfahrene Physiotherapeutin beobachtet: Gerade Rückenprobleme haben deutlich zugenommen, ob sie nun durch falsche Haltung oder zunehmenden Druck im Beruf ausgelöst werden. Der Druck, der Schmerzen und Probleme verursachen kann, muss dabei nicht unbedingt nur körperlich sein. Er kann auch seelische Ursachen haben. „Der Satz kommt nicht von ungefähr: Der Druck lastet auf meinen Schultern“, sagt Dorothee Herde. Und so wird im Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Patient, hier in der Praxis oft über viele Jahre stabil, auch manches Nichtmedizinische besprochen.

Umso mehr schätzt es Dorothee Herde deshalb, dass sie zu den verschiedenen Räumen die Türen verschließen kann. Was unter vier Augen und Ohren bleiben soll, bleibt dann auch dort.

Stolz aufs Team

Das Bewusstsein für einen gesunden Körper und für Prävention sei in den Jahren durchaus gestiegen, schätzt Herde. Und wie sich ihr Beruf im technischen Fortschritt bewegt? „Physiotherapie und Massagen bleiben Handarbeit, solange es unseren Beruf noch gibt.“

Der für sie untragbare Zustand, dass Männer und Frauen für die Ausbildungen in diesem Berufsfeld Schulgeld zahlen müssen, werde zum Glück im Moment durch die Politik langsam angegangen. Die Nachwuchsfindung gestalte sich dadurch allerdings weiterhin schwierig, was in den Praxen für volle Terminkalender und Wartelisten sorgt, sagt Dorothee Herde. Das gelte auch in der Hönnestadt. Zu bewältigen sei das nur mit einer guten Mannschaft (die über die Jahre übrigens immer größer geworden ist). Dorothee Herde ist stolz auf ihr Team: „Wir sind wirklich zusammengeschweißt, es gibt wenig Fluktuation. Für uns alle ist es das Schönste, wenn wir unsere Patienten bei ihrer Genesung unterstützen können.“ Und weil ihr der Teamgedanke so wichtig ist, hat Dorothee Herde auch für das Foto zum Artikel gesagt: „Nur mit allen zusammen.“

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