VERKEHRSCHAOS

Balves UWG-Fraktionschef greift Straßen NRW an

Baustellen-Opfer Bichmann, Aral-Tankstelle

Baustellen-Opfer Bichmann, Aral-Tankstelle

Foto: Sven Paul / WP

Balve.  Der Streit um die B-229-Baustelle in Langenholthausen wird Politikum. Der UWG-Fraktionschef geht auf Straßen NRW los. Was sagt der Landesbetrieb?

UWG-Fraktionschef Lorenz Schnadt hat den Landesbetrieb Straßen NRW wegen der Baustellen im Gespräch mit einem lokalen Blog scharf kritisiert. Straßen NRW hält gegen.

Schnadt sieht die Baumaßnahmen grundsätzlich positiv. Der „jahrzehntelange Renovierungsstau“ habe sie nötig gemacht. Zudem werde „neue Infrastruktur geschaffen“. Schnadts Kritik bezieht sich vor allem auf die lange Dauer der B-229-Baustelle in Langenholthausen. Sie gefährde „ganze Existenzen“. Schnadt erwähnt Balver Fachhändler, Tankstellen und Restaurants, „die man ohne schmutzige Schuhe zu bekommen nicht mehr betreten kann“.

Schnadt wirft Straßen NRW Planungsfehler vor. Planungen für derartige Vorhaben dauern „meistens“ Jahre. Dabei sollte laut Schnadt bereits im Vorfeld geklärt sein, ob alte Leitungen für künftige Frostsicherheit tiefer gelegt werden müssen. So sei der Zeitrahmen einhaltbar.

Zugleich fragt Schnadt: „Warum stehen eigentlich Baustellen über Wochen und Monate still, ohne dass ein Arbeiter eine Schüppe bewegt? Welche Konsequenzen drohen eigentlich den Firmen, wenn Sie den Auftrag zwar annehmen, die Baustelle einrichten, und dann erst mal an anderer Stelle arbeiten? Müssen auf den wenigen Kilometern der B 229 zwischen Küntrop und Beckum eigentlich vier (!) Baustellen gleichzeitig eingerichtet sein? Wer koordiniert bei den unterschiedlichen Auftraggebern/Straßenbaulastträgern eigentlich die Straßenbauarbeiten?“

Die UWG Balve will das Thema auf der nächsten Sitzung des Bauausschusses am 10. September behandeln. Die Fraktion wolle eine dauerhafte Lösung, um zu verhindern, dass es „zukünftig wieder zu einem monatelangen Verkehrsinfarkt in und um Balve kommt“.

Straßen-NRW-Sprecher Andreas Berg entgegnet auf Anfrage der „Westfalenpost“, bei Straßenbaumaßnahmen seien Beeinträchtigungen von Anwohnern „unvermeidlich“. Berg weiter: „Nach berechtigter Verschärfung der Arbeitsschutzrichtlinien lassen sich viele Straßensanierungen nur noch unter Vollsperrung betreffender Abschnitte realisieren.“ Dennoch werde Anliegern sowie Einsatzfahrzeugen von Polizei und Feuerwehr die Einfahrt in den Baubereich ermöglicht, „soweit es der jeweilige Bauzustand erlaubt“. Der Durchgangsverkehr indes müsse Umleitungen fahren.

Laut Berg werden Bauprojekte sehr wohl „im Vorfeld möglichst umfangreich abgestimmt“. Daran seien unter anderem „auch die städtischen Ordnungsbehörden beteiligt“.

Dennoch räumt Berg Abstimmungsprobleme ein. Absprachen gelingen demnach „nicht immer, weil einzelne Beteiligte uns nicht informieren“. Dazu kommen kurzfristige Maßnahmen wie Fällungen kranker Bäume und Reparaturen akuter Schäden.

Ferien oder Krankheit

Leitungen wie Kabel sind laut Berg „in der Regel Anlagen von Dritten“. Die Betreiber der Anlagen werden „grundsätzlich“ in die Abstimmung der Baumaßnahmen eingebunden. Fehlende Angaben zur Lage der Leitungen können zu Verzögerungen im Baufortschritt führen.

Berg zur Terminierung von Baustellen: „Allzu oft müssen Baumaßnahmen in Ferienzeiten durchgeführt werden, um den Zeitraum zu nutzen, in dem keine Schulbusse verkehren.“ Zudem sei das Wetter im Sommer besser als im Winter.

Die Abwicklung der Aufträge bleibt der Auftrag nehmenden Baufirma überlassen, „sofern der zeitliche Rahmen eingehalten ist“. Verzögerungen können sich laut Berg durch Ferien oder Krankheit von Bauarbeitern ergeben.

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