VERSTEIGERUNG

Bares für Rares soll kranker Eisbornerin Franzi helfen

Jörg Schauhoff mit dem Tombola-Team für das Benefiz-Turnier, dessen Erlös eine Delfin-Therapie für die kranke Franzi (Mitte, vorn) finanzieren soll.

Jörg Schauhoff mit dem Tombola-Team für das Benefiz-Turnier, dessen Erlös eine Delfin-Therapie für die kranke Franzi (Mitte, vorn) finanzieren soll.

Foto: Jürgen Overkott / WP

Eisborn.  Ex-Kufenstar Jörg Schauhoff aus Deilinghofen hat eine Versteigerung mit wertvollen Eishockey-Trikots organisiert – für die kranke Franzi.

Die kleine Eisbornerin Franzi öffnet alle Herzen, alle. Am Anfang hieß es: Ein ganzes Dorf hilft dem tapferen Mädchen mit den fröhlichen blauen Augen, das von einer lebensbedrohlichen Krankheit geplagt wird, dem Rett-Syndrom. Jetzt rollt Hilfe aus der ganzen Region an, für das Benefiz-Turnier im Bergdorf am Samstag, 24. August. Die Tombola lockt mit stattlichen Preisen. Der frühere Eishockey-Star Jörg Schauhoff aus Deilinghofen setzt einen drauf. Er versteigert wertvolle Sport-Utensilien für den guten Zweck.

Die Geschichte beginnt in Beckum. Jörg Schauhoff ist Stammgast bei König-Fabry. Und Jutta Giacuzzo ist als gute Seele des Hauses seit Jahrzehnten im Service. Die beiden kennen sich gut, sprechen viel miteinander – auch über Franzi. Der ehemalige Sportler ist gerührt, er will etwas tun, und er hat eine Idee.

Die graue Eminenz der Kufenflitzer

Er selbst besitzt Erinnerungsstücke an eine lange Sportkarriere. Wichtiger noch: Der Mitgründer des inzwischen Sportgeschichte gewordenene Vereins EC Deilinghofen geht bei dem Nachfolger-Club Iserlohn Roosters ein und aus: Er gilt als graue Eminenz der Kufenflitzer. Kein Wunder, dass er schnell wertvolle Stücke für die Tombola organisiert.

Wir treffen uns mit dem Tombola-Team und edlen Spender an der Mailinde. Mit Absicht: Auf dem Sportplatz mit edlem Naturrasen-Geläuf wird in Kürze für eine Delfin-Therapie gekickt. Alle Beteiligten hoffen, dass sie Franzi mehr Lebensfreude beschert.

Das Mädchen selbst ist auch dabei. Patentante und Betreuerin Silke Rötz schiebt den Rollstuhl die steile Rampe hoch zu dem wohl schönsten Sportplatz weit und breit. Franzi spürt die Vorfreude, die Orga-Team und Spender erfasst hat. Das sagen die Frauen, die die Neunjährige gut kennen. Tatsache ist: Die Sonne scheint auf den Platz an der Mailinde, und Franzis Augen leuchten.

Jörg Schauhoff fährt mit einem Kombi vor. Als er den Kofferraum öffnet und die ersten Trikots auspackt, fühlt sich das ein bisschen wie Weihnachten im Hochsommer an.

Die Iserlohnerin Monica von Hagen hat ein Trikot von Roosters-Stürmer Louie Caporusso beigesteuert. Dennis Rosenthal, ebenfalls aus Iserlohn, hat sich von einem Leibchen getrennt, mit dem einst Jonathan für die Roosters übers Eis sauste, ehe ihn die Kölner Haie abwarben. Jörg Schauhoff selbst gibt ebenfalls Stoff. Das Torwarthemd trägt die Autogramme des Roosters-Teams 2018/19. Ein Name steht dort nicht drauf. „Wer das Trikot ersteigert, kann es mit seinem Wunschnamen beflocken“, sagt Jörg Schauhoff. Zwei ECD-Trikots kommen dazu – aus guter, alter Baumwolle.

Damit nicht genug: Der immer noch sportlich wirkende 76-Jährige hat auch finnische Eishockey-Schläger und ein Sportgerät in Kindergröße mitgebracht – Erinnerungsstücke an die Weltmeisterschaft in Finnland im Jahr 1982. Sie stehen für einen Wandel im Sport. Heutzutage werden die Schläger aus Kevlar, Fiberglas oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt – die Versteigerungsstücke sind aus solidem Holz gefertigt. „Sie sind“, weiß Jörg Schauhoff, „im Vergleich zu den modernen Teilen deutlich schwerer.“

Wie der Fußball, den er ebenfalls zum Höchstpreis weiterreicht: auch er ein Erinnerungsstück an alte Zeiten. Das runde Leder stammt aus den frühen 90ern. Die Wappen aller damaligen Bundesliga-Clubs sind drauf, darunter VfL Bochum und der Karlsruher SC.

Jörg Schauhoff sammelt aber nicht nur Bares für Rares – er spendet auch. So drückt er Tanja Danne, die mit Jutta Giacuzzo und Silke Rötz Tombola-Gewinne organisiert, einen Hunderter in die Hand. Sein Appell: „Ich wünsche mir, dass auch andere Eltern spenden. Sie wissen gar nicht, wie viel wert es ist, ein gesundes Kind zu haben.“

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