BALVE

Das ist die Hintergrund-Geschichte des Hoffmeister-Brunnens

Der Hoffmeister-Brunnen mit den beiden Reliefs 

Der Hoffmeister-Brunnen mit den beiden Reliefs 

Foto: Heimwacht

Balve.   Rudolf Rath erklärt den Hoffmeister-Brunnen. Es geht um ein Jubiläum und um eine durchaus kuriose Geschichte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vor knapp 25 Jahren wurde am Balver Hoffmeister-Brunnen an der Hauptstraße, häufig genutzt als Ruhepunkt oder auch Planschbecken, ein weiteres Relief angebracht: Neben dem Profil Franz Hoffmeisters (1898-1943), Gründer des Sauerländer Heimatbundes, erinnert dieses Porträt seitdem an Theodor Pröpper (1896-1979), den Gründer der Heimwacht Balve. Sie hat kürzlich von diesem Festakt im Jahre 1994 ein Video präsentiert. Ein Rückblick.

1949: Ehrung für Hoffmeister

Beide Personen, der Pfarrvikar aus Holthausen, Begründer des Sauerländer Heimatbundes, und der Musiker und Schriftsteller aus Balve, an der Brunnenwand einander zugewandt angebracht, waren langjährige Weggefährten im Sauerländer Heimatbund. Dem guten Freund widmete Theodor Pröpper sein Buch „Franz Hoffmeister – Leben und Werk“ (veröffentlicht Paderborn 1949). Schon darin kündigte der Verfasser an: „Dieses Buch soll mehr sein als nur ein literarisches Denkmal für Franz Hoffmeister, dem vielleicht – hoffentlich recht bald – auch ein sichtbares Denkmal (…) folgen wird.“ Unser Balver Ehrenbürger Theodor Pröpper war es nämlich, der sich vor nun rund 70 Jahren als treibende Kraft für die Errichtung dieses Ehrenmals einsetzte. Unterstützt wurde er dabei von den Mitgliedern der Heimwacht Balve. So entstand mitten in der Stadt, unmittelbar an der belebten Hauptstraße ein zentrales Plätzchen, das mit Sitzbank zu beschaulicher Rast einlädt.

1951: Grundstein, symbolisch

Ganz so beschaulich verlief allerdings die Entstehungsgeschichte nicht: Gleich zweimal nämlich musste der Grundstein für dieses Ehrenmal gelegt werden. Zwar stellte schon 1949 die Katholische Kirchengemeinde St. Blasius diesen Standort am westlichen Rand des Kirchplatzes zur Verfügung. Und im Juli 1951 feierte man eine eher symbolische Grundsteinlegung für den „Hoffmeister-Brunnen“; das geschah im Rahmen der X. Heimattage des Sauerländer Heimatbundes in feierlicher Form. Aber dann kam es doch immer wieder zu erheblichen Verzögerungen, denn vielfältige Fragen waren im Rahmen eines „Wegebauprojektes“ zu klären.

1957: Werksvollendung

So konnte der Grundstein in aller Stille endgültig erst drei Jahre später, am 22. Juli 1954, gesetzt werden. Aber auch dann ließ die Vollendung dieses Hoffmeister-Brunnens auf sich warten: „Finanzielle Schwierigkeiten“, so lassen uns Dokumente erkennen, verhinderten weiterhin eine zügige Errichtung. 1956 ging der Auftrag zur Schaffung des Hoffmann-Porträts und der Wappenschilder (aber auch der Johannes-Skulptur an der Nordseite des Gebäudes der damaligen Sparkasse, heute Volksbank) an den Bildhauer Greitemann, Seidfeld.

Im Jahre 1957, also sechs Jahre nach der „symbolischen“ und drei Jahre nach der „wirklichen, aber stillen“ Grundsteinlegung, war das Werk vollendet, sprudelte erstmals Wasser in das Brunnenbecken, aufmerksam beobachtet von einer kunstvoll geschmiedeten Schnecke. Wappen und Schrifttafel an der rückwärtigen Bruchstein-Wand des Ehrenmals weisen auf die „Errichter“ hin, die bis zur Neugliederung im Jahre 1975 selbstständigen Landkreise Arnsberg, Meschede, Brilon und Olpe.

1994/2019: Pröpper-Ehrung

Seit 1994 weisen nun ein zusätzliches Porträt und eine Schrifttafel am Ehrenmal auch auf Theodor Pröpper hin. Die Balver Heimwacht präsentierte in ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung ein Video von der Einweihung des Pröpper-Reliefs am Hoffmeister-Brunnen vor 25 Jahren. Damit rückt sie die Persönlichkeit Pröppers wieder in den Blick der Öffentlichkeit. Ein weiteres Gedenken folgt mit einem Festakt am 12. Oktober in der Pfarrkirche St. Blasius, gemeinsam getragen von der Stadt Balve, der Heimwacht Balve e.V. und der Kath. Kirchengemeinde. 40 Jahre nach dem Tod wird auch damit an das Schaffen und Wirken des Balver Ehrenbürgers als bedeutender Musiker und Schriftsteller erinnert. Pröpper hinterließ unserer Stadt Balve sowie dem Sauerland ein großartiges kulturelles Erbe. Wir sollten es sorgsam bewahren und pflegen!

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben