MELLEN

Burgberglauf im Streckentest: Sanfte Hügel, knackige Rampen

Burgberglauf in Mellen: Start über 5000 m und 10000 m

Burgberglauf in Mellen: Start über 5000 m und 10000 m

Foto: Frank Saul

Mellen.   Mellens Panorama: ein Traum. Das Golddorf ist von sanften Hügeln umgeben. Und dennoch hat es der Burgberglauf in sich.

Otmar Hermanns liebt Sport, mehr noch, er lebt ihn. Im vorigen Sommer schlug der Jugendleiter von RW Mellen bei der Vorstellung des Burgberglaufs vor, die Piste gemeinsam zu laufen. Jetzt wurde der Plan Wirklichkeit.

Morgens um zehn ist die Welt in Mellen wieder in Ordnung. Die Pendler sind bei der Arbeit, die Kinder in Kita oder Schule. Die Straßen sind wie leer gefegt: der perfekte Zeitpunkt für den Streckentest.

Natürlich hatten die Wetterpropheten wieder einmal nur die halbe Wahrheit erzählt. Der Vorfrühling sollte kommen, Himmel blau, Luft lau. Aber beim Start zitterte sich das Thermometer auf schlappe plus zwei Grad hoch – nachts hatte es gefroren. So musste die Wärme von innen kommen, und sie kam schon nach 500 Metern.

Vorm Start werde ich mit einem Becher Zaubertrank empfangen: ein isotonisches Getränk mit mehreren Zuckerarten, die von Ausdauersportlern auf langer Strecke nach und nach in Energie umgesetzt werden. „Das können Sie trinken“, sagt Otmar Hermanns Frau Anne, „steht auf der Kölner Liste für erlaubte Nahrungsergänzungsmittel.“ Das kann ja noch heiter werden.

Otmar Hermanns hatte mächtig tief gestapelt. „Ich bin monatelang nicht gelaufen“, sagte er mit treuherzigem Blick, „nur Fahrrad und ein bisschen Fußball-Training.“ Doch Freunde hatten mich gewarnt: „Vorsicht, der geht ab wie ein Moped.“ So schlimm war’s dann doch nicht. Der Erfinder und Organisator des Traditionslaufs hatte wohl Mitleid mit einer schlappen Hacke.

Vom Sportplatz, Start und Ziel, ging es sofort bergauf, links der Friedhof, rechts die Aussichtsplattform. Nach ein paar Metern Asphalt kam der Wald in reiner Form. Der Weg zur Plattform ist kaum mehr als ein Trampelpfad: Obacht, Läufer, Stolpergefahr!

Dafür ist die Piste auf halber Höhe des 369 Meter hohen Burgbergs kniefreundlich weich, gut gewalzt und so breit, dass bei einem Läuferfeld keine Rempel-Gefahr besteht. Der Kurs geht leicht bergab, leicht bergauf: Die Steigungsprozente halten sich im breitensportfreundlichen Bereich. Der Weg führt lange durch den Wald. Im Winter bietet er Windschutz, im Sommer Schatten.

Zurück, in Mellen und auf der Südseite des Dorfes Richtung Langenholthausen, folgt ein asphaltierter Wirtschaftsweg unter freiem Himmel. Nicht jeder Sportler mag das. Otmar Hermanns und ich haben keine Probleme.

Dann, nach mehr als der Hälfte der Strecke, kreuzen wir die Straße nach Langenholthausen. „Alle Kreuzungen“, betont Otmar Hermanns, „werden gesichert, damit kein Teilnehmer gefährdet wird.“

Danach geht’s auf geschotterten Wegen bergauf. Nach 7,5 Kilometern erkenne ich: Das war nur der Anfang. An einer Wege-Kreuzung führt eine Piste zurück ins Dorf. Die andere Strecke ist eine Rampe auf den Bollenberg: kurz, steil, giftig. Mein Herz hämmert, meine Waden zwicken, allein der Wille treibt mich nach oben. Otmar Hermanns wirkt entspannt.

Am Ende bleibt das Läuferglück

Wer den obersten Punkt der Zehn-Kilometer-Runde erreicht hat, weiß wie schön es sein kann, wenn es im Leben mal bergab. Das Herz beruhigt sich, der Atem geht ruhiger, die Beine nehmen wieder Fahrt auf, runter Richtung Mellen, am Landmarkt vorbei, zum Stadion. Puste gut, alles gut. Am Ende bleibt das Läuferglück. Es bleibt noch mehr: die Erinnerung an Mellens wunderschönes Panorama, das selbst im Winter seinen Charme behält. Die Erinnerung an eine abwechslungsreiche Strecke. Und die Vorfreude auf ein tolles Sport-Ereignis in der Gruppe.

Die WP präsentiert die Veranstaltung nicht nur – sie geht auch mit einem Team an den Start.

>> INFO ÜBER ZEITEN, STRECKEN UND DISZIPINEN

Der Burgberglauf findet am Sonntag, 1. September, statt. Start und Ziel ist das Orlebachstadion von RW Mellen.

Ab 9.30 Uhr können sich Spontan-Starter für die einzelnen Disziplinen anmelden.

Um 10.15 Uhr startet Walking und Nordic-Walking. Die Teilnehmer haben etwas mehr Zeit als im Vorjahr. Die Strecke beträgt rund zehn Kilometer. Um 10.30 Uhr gehen Kinder und Jugendliche für ihre Laufstrecken (800 oder 1200 Meter) an den Start. Um 11.00 Uhr folgen die Erwachsenenläufe über fünf und zehn Kilometer.

„Für das leibliche Wohl aller Teilnehmer und Zuschauer wird mit Kaffee und Kuchen sowie Speisen vom Grill wie immer bestens gesorgt“, verspricht Otmar Hermanns. Die familiäre Atmosphäre im Stadion sorgt dafür, dass sich die Teilnehmer auch nach den Wettbewerben gern dort aufhalten.

Infos: 02375-3994.

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