GRATIS-GESCHENKE

Darum wird Balver „Wichtelhütte“ überwacht

Elisabeth Tillmann mit einem gespendeten Kuscheltier: Geben und Nehmen ist das Motto an der Balver Wichtelhütte. Geschenke für alle sind möglich.

Elisabeth Tillmann mit einem gespendeten Kuscheltier: Geben und Nehmen ist das Motto an der Balver Wichtelhütte. Geschenke für alle sind möglich.

Foto: Sven Paul / WP

Balve.  Müll, Vandalismus, kommerzielle Trödeltrupps: Die Macher von Balves Wichtelhütte sind nicht amüsiert. Dennoch machen sie weiter. Die Gründe.

Die Vorfreude steigt, das Interesse ist da, seit dem Sommer schon. Nach dem Weihnachtsmarkt öffnet die – wie der Volksmund sagt – „Wichtelhütte“ an der ehemaligen St.-Blasius-Apotheke in Balve. Gutes von gestern ist dort zu haben: Gratis-Geschenke für Menschen mit wenig Geld oder Leute mit Sinn für Nostalgie. Es geht um Geben und Nehmen, Bürgersinn, Zusammenhalt. Doch die Zeiten sind auch für Benefiz-Aktionen rauer geworden.

Der Reihe nach. Helmut und Marie-Theres Schäfer aus Mellen hatten vor Jahren die Idee, eine Geschenkehütte in der Balver Innenstadt aufzustellen. Die Idee war einfach, die Umsetzung leicht, der Bedarf groß.

Der Fachhandel stellt eine Weihnachtsmarkthütte zur Verfügung. Deshalb beginnt die Benefiz-Aktion stets am Montag nach dem Weihnachtsmarkt auf dem Drostenplatz.

Um die Organisation kümmern sich Elisabeth Tillmann im Namen des Fachhandels. Sie wird unterstützt Petra Wick. Adalbert Allhoff-Cramer stellt Platz zur Verfügung.

Von Deko bis zur DVD

Das Sortiment gleicht dem Angebot eines gut geführten Antik-Ladens: Filme gibt’s auf DVD, neue Hits und alte Songs sind auf Silberscheibe oder Langrille zu haben, Spiele und Puzzles, Porzellan und Küchengerät, Deko-Artikel nicht zu vergessen.

Elisabeth Tillmann (Tel.: 02375- 91590) ist Ansprechpartnerin für gut erhaltenen Trödel. Dabei betont sie: „Wir nehmen keine Kleidung, und wir nehmen keine Bücher.“

Der Trödel-Tausch hat in den vergangenen Jahren super funktioniert. Das Ehepaar Schäfer ging stets von 300 bis 400 Geschenken aus, die Freude in heimische Haushalte brachten.

Wenig Freude kommt allerdings auf, wenn das Organisatorenteam feststellen muss, dass abgerockte Artikel in der Geschenkehütte landen. „Ich habe in der Hütte mal eine Pfanne gefunden, die innen schwarz war. So etwas können wir nicht gebrauchen“, stellt Elisabeth Tillmann fest.

Adalbert Allhoff-Cramer erinnert sich nur ungern daran, dass er manchen Müll aussortieren musste: „Um die Entsorgung müssen wir uns dann kümmern. Das Zeug liegt erst mal bei uns im Keller.“

Umgekehrt sehen es die Organisatoren auch nicht gern, wenn sich kommerzielle Trödeltrupps bei der Gratis-Ware bedienen, um sie im Netz oder auf Flohmärkten gegen gutes Geld zu verscherbeln.

Richtig verärgert waren Elisabeth Tillmann und Adalbert Cramer, als sie Kinder sahen, die mutwillig Cassetten der kultigen Krimi-Reihe TKKG zerstörten.

„Wir werden die Hütte wohl überwachen müssen“, kündigte Elisabeth Tillmann an.

Adalbert Allhoff-Cramer kann aber auch mit hoffnungsfrohen Erfahrungen aufwarten. So habe eine polnische Monteurtruppe im Sommer versehentlich eine Plexiglasplatte zerdeppert. Daheim, in Polen, fertigten sie gleichwertigen Ersatz an – perfekt gearbeitet und passgenau geschnitten. „Das war“, freut sich Adalbert Allhoff-Cramer, „richtige Maßarbeit.“

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