DeWolff werden bei German Rock gefeiert

:DeWolf aus den Niederlanden lieferten Modern-Vintage-Rock vom Allerfeinsten. 

:DeWolf aus den Niederlanden lieferten Modern-Vintage-Rock vom Allerfeinsten. 

Foto: Sven Paul / WP

Balve.  Das German Kult Rock Festival feiert sein Zehnjähriges in der Balver Höhle. Vor allem die Überraschungsgäste von DeWolff liefern Abgeher.

Ein Hauch von Woodstock wehte durch die Balver Höhle, und das konnte man sogar riechen. Bei der zehnten Ausgabe des „German Kult Rock“-Festivals feierten rund 1300 Fans den Geist von Love, Peace and Happiness – Liebe, Frieden und Glückseligkeit. Altrocker und Jungspunde rockten friedlich ab. Als Überraschung des Abends entpuppte sich die Nachrücker-Band DeWolff aus den Niederlanden.

Die Retro-Rocker waren kurzfristig eingesprungen. Die Band „My Sleeping Karma“ hatte kurzfristig absagen müssen, weil ein Musiker eine niederschmetternde medizinische Diagnose erhalten hatte. Konzertveranstalter Guido Simm musste in kürzester Zeit eine Ersatzgruppe finden. Unvermutet zog er dabei den Sechser mit Zusatzzahl.

Wie Jim Morrison von den Doors

Musikalische Laien fragen sich: Wer, bitte, ist DeWolff? Die Gruppe kommt aus dem Raum Sittard – zwischen Mönchengladbach und Aachen. Sie besteht seit 2007. Den Namen haben sich die Musiker beim Hollywood-Regisseur Quentin Tarantino ausgeliehen. In dem Film „Pulp Fiction“ gibt es eine Figur namens „Wolf“. Sie wird gespielt von Harvey Keitel. DeWolff sind die van-de-Poel-Brüder Luka (Schlagzeug) und Pablo (Gitarre, Gesang) und Robin Piso (Keyboard).

In Balve hatten die Drei das Publikum sofort im Griff. Das hatte vor allem damit zu tun, dass Pablo van de Poel wie seinerzeit Doors-Frontmann Jim Morrison wie ein Irrwisch über die Bühne tobt. Überhaupt hat diese Band viel von den Doors. Neben der Gitarre bestimmt die gute alte Hammond-Orgel mit röhrendem Sound den Klang der Gruppe. Der Organist Robin Piso bedient auch Bass-Pedale, so dass eine Bassgitarre überflüssig ist.

Das Publikum ging gut mit. Meist waren Altrocker da, aber auch jüngere Leute. Das Verhältnis von Männern und Frauen war ungefähr 70:30. Die Zuhörer kamen aus ganz Deutschland. Der Campingplatz an der Höhle waren mit 250 Wohnmobilen und Campern voll. Rockfans wie Peter aus Berlin waren sogar mit ganz wenig zufrieden: „Ich schlafe im Kofferraum meines Autos.“

So entspannt das Publikum, so angespannt der Veranstalter Guido Simm. Das hatte seinen Grund. Wegen des Ferienverkehrs kamen einige Musiker auf den letzten Drücker. Soundchecks waren kaum möglich. Aber die Techniker von Guido Simm waren so gut, dass die Leute in der Höhle vom Stress nicht viel mitbekamen. Oder anders gesagt: Der Sound war richtig gut. Das galt auch für die Lightshow. Wie die Musik war auch die Bühnen-Technik ziemlich retro.

Apropos retro. Am meisten retro war natürlich die Gruppe Jane. Die Deutschrocker um Peter Panka gehören zu den Mitveranstaltern des Festivals, das die Zeit von Psychedelic bis zum Blues-Rock von AC/DC feiert. Jane hat eine feste Fangemeinde, und die Gruppe gab ihr, was sie wollte.

Plattenbörse und Gitarrenausstellung

Um die Stimmung perfekt zu machen, gab es zwischendurch auch eine Schallplattenbörse mit Vinyl-Scheiben und für die Musiker unter den Zuhörern – gar nicht so wenige übrigens – wurde eine Gitarren-Ausstellung mit Instrumentenverkauf organisiert.

ach einem langen Abend zogen die Fans zufrieden von dannen, und der Veranstalter war ebenfalls glücklich. Neben guter Musik und guter Stimmung stimmte auch der Getränke-Umsatz. Dabei fiel auf, dass Rock-Fans nicht nur Bier mögen, sondern immer mehr auch zum Weinglas greifen.

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