Baumfällarbeiten

Die nächste Sperrung des Hönnetals kommt

Foto: Marcus Bottin

Hönnetal.   Ein sehr zufriedenes Fazit der Baumfällarbeiten im Hönnetal zieht Richard Nikodem.

Der Revierförster und Bauleiter der Baumfällarbeiten im Hönnetal stellt nach zwei arbeitsreichen Ferienwochen fest: „Es ist alles tipptop gelaufen. Wir haben sehr viel geschafft und wirklich gründlich gearbeitet.“ Für manche Menschen haben die Forstarbeiter sogar zu viel geschafft. Denn nach der großen Baumfällaktion zeigt sich das Hönnetal zwischen Sanssouci und dem Abzweig Deilinghofen so hell und luftig wie schon lange nicht mehr.

Aufschrei ausgeblieben

Der Revierförster freut sich hingegen, dass der befürchtete Aufschrei über den neuen Anblick weitgehend ausgeblieben ist. „Klar sieht das Hönnetal in einigen Bereichen nun etwas gerupft aus“, gibt er zu. „Aber das hat auch Vorteile: Der Charakter des Tales komme nun viel besser zur Geltung.“ Und die Touristikbranche freue sich auch über die große Baumfällaktion, weil die Felsen wieder zu sehen seien.

Weil alle potenziell gefährlichen Bäume zu beiden Seiten der Bundesstraße 515 entfernt wurden, geht Richard Nikodem davon aus, dass in diesem Bereich für die nächsten 15 bis 20 Jahre Ruhe herrschen sollte. Allerdings hat der Revierförster auch eine weniger erfreuliche Nachricht für Autofahrer. Das Teilstück zwischen dem Abzweig Deilinghofen und dem Abzweig Asbeck müsse noch durchforstet werden – und zwar möglichst bald. „Am besten Anfang des nächsten Jahres. Aber das ist mit zwei Tagen Vollsperrung getan“, kündigt Nikodem an. Weil auch in unmittelbarer Nähe der Bahnschienen und des Uhu-Tunnels Bäume gefällt werden müssen, sei aber noch eine Absprache mit der Bahn erforderlich.

Nikodem ruft Polizei zu Hilfe

Die anfänglichen Verkehrsregelungsprobleme kreidet der Revierförster zum Großteil der Unvernunft der Autofahrer an. Der Mehrheit der Verkehrsteilnehmer attestiert er ein vorbildliches Verhalten. „Einige wenige Leute waren allerdings auch wirklich unverschämt und dreist“, so Nikodem. Einmal musste er sogar die Polizei zu Hilfe rufen, weil er von einem Fahrer wild beschimpft und körperlich bedrängt wurde. Nach dem Eintreffen der Polizei entschuldigte sich der Mann jedoch, und die Ordnungshüter beließen es bei einer Verwarnung.

Akute Lebensgefahr

Erfreut ist Nikodem auch darüber, dass die meisten Verkehrsteilnehmer die Maßnahme mit großem Verständnis aufgenommen haben: „Wir machen das ja hier auch nicht aus Spaß. Es dient wirklich der Verkehrssicherheit.“

Allerdings gab es erneut Menschen, die weder Verbotsschilder noch Warnbaken akzeptierten und versuchten, in die Baustelle zu fahren. „Dass sie sich dort in akute Lebensgefahr begeben, dringt wohl nicht bis an die letzten grauen Zellen durch“, kritisiert Richard Nikodem. „Wenn sie vor den geschlossenen Warnbaken stehen, haben sie mindestens zwei oder drei Sperrschilder und Umleitungsempfehlungen umfahren.“

Verstörender Kommentar

Von wüsten Schimpftiraden bis zu Beleidigungen habe er schon alles erlebt, so Nikodem. Besonders verstörend war dieser Kommentar eine Autofahrerin: „Mein Navi sagt, ich muss hier durch. Also fahre ich hier durch.“

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