KOMMENTAR

Die Zukunft der Stadt: Macht Balve kinderfreundlich!

Mütter und Kinder aus einer Kfd-Krabbelgruppe

Mütter und Kinder aus einer Kfd-Krabbelgruppe

Foto: Jürgen Overkott

Beim Unternehmer-Stammtisch kamen Themen der Zukunft auf den Tisch. WP-Redakteur Jürgen Overkott hat dazu eine Meinung.

Kinderbetreuung hier und Straßenbaubeiträge dort – bei flüchtiger Betrachtung haben die beiden Themen nichts miteinander zu tun. Tatsächlich lässt sich leicht ein Bogen spannen. Bei dem Unternehmer-Stammtisch ging es um nichts Geringeres als die Zukunft der Stadt.


WP-Redaktreur Jürgen Overkott Foto: Martina Dinslage Auch wenn Balve vielerorts um die guten Arbeitsmarkt-Daten beneidet wird: Die Stadt kann auf Dauer nicht so weitermachen wie bisher. Längst gleicht Balves Bevölkerungsbaum nicht mehr einer Fichte mit einer breiten Basis junger Leute und einer schmalen Krone älterer Semester. Tatsächlich ähnelt die grafische Darstellung der Altersklassen eher einem Apfelbaum. Der Stamm ist schmal, die Krone breit.


Bleibt’s dabei, wird alles anders. Immer weniger Berufstätige würden Steuern zahlen. Heimische Unternehmer könnten vor Ort kaum noch Arbeitnehmer gewinnen. Kindergärten und Schulen wären im Bestand bedroht. Keiner kann wollen, dass Balve ein zweites Bad Sassendorf wird. Was tun?


Politik und Verwaltung muss etwas daran liegen, neue Gebiete für Siedlungen und Gewerbe zu schaffen. Um junge Familien – etwa aus dem Revier – zu locken, ist zudem ein gutes Angebot an Kinderbetreuung und Schulbildung erforderlich. Obendrein wird eine funktionierende Infrastruktur benötigt – von Verkehrsanbindungen über den Einzelhandel bis zur Gesundheitsbranche.


Nebenher sollten Balves Bürger nicht vergrault werden. Der Straßenbaubeitrag eignet sich leider sehr gut dazu – zumal wenn die Stadt den zulässigen Höchstsatz nutzt. Die Mehrheitsfraktion ist gut beraten, Spielräume auszuloten. Es geht dabei keineswegs um die Kommunalwahl 2020 – es geht um die Zukunft der Stadt.

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